Schnupfen bei Allergien: Woher kommt die verstopfte Nase?

Schnupfen wird nicht nur durch Viren im Rahmen einer Erkältung ausgelöst, auch eine Allergie kann die Ursache sein. Dabei reagiert der Körper überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pflanzenpollen oder Tierhaare. Millionen Menschen in Deutschland sind von einer Allergie betroffen – Tendenz steigend.

Mädchen beim Hühner füttern hat keinen Schnupfen wegen einer Allergie.

Wenn das Immunsystem überreagiert

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem des Menschen abwehrend auf körperfremde Stoffe. Es bekämpft eigentlich harmlose Fremdstoffe wie Blüten- und Baumpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben, als wären es Krankheitserreger. Die Allergieauslöser werden Allergene genannt. Woher diese Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine Allergieneigung vererbt wird. Menschen, deren Eltern an einer Allergie leiden, sind auch selbst häufiger betroffen.

Allergien kommen in den Industrienationen immer häufiger vor. Insgesamt sind 25 Prozent der Erwachsenen und 20 Prozent der Kinder betroffen. Das kann zum Teil auch an den immer besseren hygienischen Lebensverhältnissen liegen. Denn Schmutz und harmlose Keime, mit denen Kinder in Kontakt kommen, trainieren das Immunsystem. Wächst ein Kind unter übertrieben hygienischen Bedingungen auf, ist das Immunsystem nicht gefordert und richtet sich dann gegen eigentlich harmlose Stoffe.

Eine Studie aus dem Jahre 2002 hat ergeben, dass Heuschnupfen oder allergisches Asthma bei Bauernhofkindern seltener auftreten als bei Stadtkindern, da erstere in ständigen Kontakt mit allen möglichen Erregern in der Umgebung kommen.

Ursachen und Symptome einer Allergie

Allergien können gegen unterschiedlichste Substanzen gerichtet sein, von bestimmten Nahrungsmitteln über Schimmelpilze, Hausstaubmilben und Tierhaare bis hin zu Gräser- und Baumpollen, Wespengift und die Sonne. Je nach Allergen können die Allergiesymptome unterschiedlich ausfallen. Allgemeine, typische Reaktionen sind:

  • allergischer Schnupfen
  • tränende und brennende Augen
  • Hautausschlag
  • allergisches Asthma
  • Magen-Darm-Beschwerden

Die Reaktionen können sofort, nach einigen Minuten, Stunden oder sogar erst nach einigen Tagen auftreten. Die schwerste Reaktion auf ein Allergen ist ein anaphylaktischer Schock (allergischer Schock). Dabei reagiert der Körper extrem heftig, es kommt zu Herzrasen und Atemnot, bei Nicht-Behandlung kann es zu einem Atem- und Kreislaufstillstand kommen und zum Tod des Betroffenen führen. Daher: Rufen Sie bei ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks sofort einen Notarzt. Es handelt sich immer um einen Notfall!

Heuschnupfen ist eine Form des allergischen Schnupfens

Der allergische Schnupfen (allergische Rhinitis) ist ein Hauptsymptom bei Allergien. Es handelt sich dabei um eine Inhalationsallergie: Das Einatmen des Allergens löst die allergische Reaktion aus. Diese Allergie wird als Sofort-Typ oder Typ 1-Allergie klassifiziert, das heißt, die allergische Reaktion tritt sofort nach Kontakt mit dem Allergieauslöser auf.

Es gibt zwei Arten von allergischem Schnupfen: Ein Heuschnupfen(Pollinosis) ist gegen Pflanzenpollen gerichtet und tritt saisonal zur Flugzeit der jeweiligen Pollenart auf. Er ist die häufigste Allergie in den Industrieländern: Etwa 20 Prozent der Erwachsenen und 13 Prozent der Kinder leiden an Heuschnupfen. Ein ganzjähriger allergischer Schnupfen tritt bei Allergien gegen Tierhaare, Schimmelsporen oder Kot von Hausstaubmilben auf.

Schnupfen bei einer Allergie: Verstopfte Nase und tränende Augen

Symptome für einen allergischen Schnupfen sind eine verstopfte Nase, ein wässriger Fließschnupfen, Niesattacken und brennende, tränende Augen. Ein Hustenreiz und Brennen im Hals können ebenfalls auftreten. Ein allergischer Schnupfen kann weitere Erkrankungen wie ein allergisches Asthma bronchiale, Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) nach sich ziehen.

Bei verdächtigen Symptomen sollten die Betroffenen zu einem Facharzt (Allergologe) gehen und sich untersuchen lassen. Er wird eine ausführliche Anamnese (Dokumentation der Krankengeschichte) erheben und einen Allergietest durchführen, um das Allergen zu identifizieren. Danach sollte die Allergie schnellstmöglich behandelt werden. Das kann verhindern, dass sich die Symptome verschlimmern, sich weitere Allergien oder ein allergisches Asthma entwickeln.

Die beste Therapie einer Allergie ist, das auslösende Allergen konsequent zu meiden. Da das nicht immer möglich ist, können Medikamente wie Antihistaminika oder Kortisonpräparate zur Linderung der Beschwerden eingenommen werden. Diese sind zum Beispiel in Form von Tabletten, Nasensprays und Augentropfen erhältlich.

Eine weitere Behandlungsmethode ist eine Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung, die unter ärztlicher Kontrolle über Jahre hinweg durchgeführt wird. Dabei wird der Körper in zeitlichen Intervallen immer wieder mit dem Allergen konfrontiert, erst in geringen und dann in immer höheren Dosen. So soll er lernen, das Allergen dauerhaft zu tolerieren und keine allergische Reaktion mehr zu zeigen.