Nasenbluten: Ursachen, Sofortmaßnahmen und Vorbeugung

Nasenbluten (Epistaxis) kommt oft plötzlich und löst bei Betroffenen einen Schreckensmoment aus, wenn das Blut ganz unerwartet aus der Nase rinnt. Dennoch: Nasenbluten ist meist völlig harmlos – manchmal genügt schon ein gewöhnlicher Schnupfen oder zu kräftiges Schnäuzen. Wer aber häufig an Nasenbluten leidet, sollte einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen festzustellen.

Nasenbluten – das müssen Sie wissen:

  • Verschiedene Ursachen können Nasenbluten herbeiführen; zur kräftiges Schnäuzen bei einer Erkältung, Bluthochdruck oder eine Schwangerschaft kommen zum Beispiel infrage.
  • Als Sofortmaßnahme eignet sich eine kühle Kompresse im Nacken – das stillt die Blutung. Außerdem sollte der Kopf nach vorne gebeugt und nicht nach hinten gelegt werden.
  • Falls das Nasenbluten nach 20 Minuten noch immer nicht nachgelassen hat, wird ein Arztbesuch notwendig.
  • Wer eine empfindliche Nasenschleimhaut hat, die sehr schnell anfängt zu bluten, sollte seine Nase regelmäßig pflegen, um so Nasenbluten vorzubeugen.

Übersicht

Nasenbluten sieht meist schlimmer aus, als es ist.

Nasenbluten: Mögliche Ursachen

Häufig liegt die Ursache für Nasenbluten im Bereich der Nase oder der Nasennebenhöhlen selbst, Mediziner sprechen hierbei von der lokalen Ursache.

Interessant:
Lokales Nasenbluten entsteht in der Nase selbst und ist im Normalfall unbedenklich. Etwa 25 Prozent der Patienten mit Nasenbluten leiden an lokalen Nasenbluten. Zumeist klingt dieses problemlos ab.

Mehr zur lokalen Ursache von Nasenbluten

Bei lokalem Nasenbluten rinnt das Blut aus der Nase, da die Blutgefäße verletzt wurden. Das geschieht manchmal schnell: Die Nasenschleimhaut ist von zahlreichen, sehr feinen Blutgefäßen durchzogen, die empfindlich auf Druckänderungen oder stumpfe Einwirkungen von außen reagieren. So genügt bei Menschen mit sensiblen Blutgefäßen oft schon kräftiges Schnäuzen, eine Niesattacke oder auch Nasebohren und das Blut fließt. Häufig sind hiervon die Gefäße des sogenannten Locus Kiesselbachi betroffen – so wird der Bereich im vorderen Teil der Nase an der Nasenscheidewand genannt; hier treffen gleich mehrere Blutleitungen zusammen.
Auch kalte Wintermonate können sich negativ auf das Innere der Nase auswirken. Die warme Heizungsluft in den Häusern, in Kombination mit eisigen Windböen draußen, kann die Nasenschleimhaut strapazieren und austrocknen. Sie wird rissig, platzt auf und mit ihr die Gefäße.

Erkältung als häufige Ursache von Nasenbluten:

Auch wer an einer Erkältung oder einem allergiebedingten Schnupfen leidet, kann eventuell ab und zu Nasenbluten haben. Die Ursache liegt hierbei in einer geschwollenen Nasenschleimhaut: Jede Art von Schnupfen, egal ob ausgelöst durch einen grippalen Infekt oder Pollen, lässt die Schleimhaut dicker werden, was sie anfälliger macht.

Nasenbluten kann zudem durch äußere Einwirkungen ausgelöst werden. Hierbei reicht manchmal ein Sturz oder ein Schlag auf die Nase und das Blut rinnt heraus, völlig unabhängig, ob die Nasenscheidewand verletzt ist oder nicht. Veränderungen an der Nasenscheidewand wie Eiteransammlungen (Abszesse), abstehende Sporne oder eine Nasenscheidewandverkrümmung können die Schleimhaut und somit auch die Gefäße verletzen.


Weitere Ursachen für Nasenbluten:

  • Loch in der Nasenscheidewand (etwa nach Kontakt mit Chemikalien oder Drogen wie Kokain)
  • fehlender Druckausgleich in den Nasennebenhöhlen (bei einer Verengung der Nasennebenhöhlen, etwa durch Polypen, baut sich hoher Druck auf, der die Schleimhäute schädigt)
  • Rhinitis sicca (krankhaft verminderte Produktion von Nasensekret lässt die Nasenschleimhaut extrem austrocknen)
  • blutender Polyp (gutartige Schleimhautwucherung an der Nasenscheidewand)
  • gut- oder bösartige Tumore (sehr selten)
  • ein Bruch der Nase

Nasenbluten und Bewusstlosigkeit

Eine besonders gefährliche Situation liegt dann vor, wenn Nasenbluten zusammen mit Bewusstlosigkeit (Synkope) auftritt. Bewusstlose Personen reagieren nicht auf ihre Umwelt, da ihr Gehirn kurzzeitig nicht ausreichend durchblutet wird. Nasenbluten kann die Ursache einer Bewusstlosigkeit, aber auch ein Symptom von schweren Schädel-Hirn-Verletzungen, sein.

Bewusstlosigkeit als Folge von Nasenbluten kann dann auftreten, wenn der Blutverlust sehr stark ist, beispielsweise infolge eines Nasenbeinbruchs. Von einem bedrohlichen Blutverlust sprechen Ärzte, wenn die Blutung länger als 20 Minuten andauert und nicht von alleine aufhört. Bei diesem unstillbaren Nasenbluten kann es zu einem Volumenmangelschock, mit der Folge einer Bewusstlosigkeit, kommen. Hierbei steht dem Körper insgesamt nicht mehr genügend Blut zur Verfügung. Durch den daraus resultierenden Sauerstoffmangel wird das Gehirn unterversorgt und der Patient wird bewusstlos.

Ab welcher Menge ist Nasenbluten lebensbedrohlich?
Ab einem Blutverlust von circa 20 Prozent der Gesamtblutmenge (entspricht einem Liter bei einem Erwachsenen), besteht die Gefahr einer Bewusstlosigkeit. Bei Kleinkindern droht dies wegen der im Verhältnis geringeren Blutmenge schon erheblich früher.

Nasenbluten kann bei Bewusstlosen auch auf ein schweres Schädel-Hirn-Trauma hinweisen und als dessen Begleiterscheinung auftreten. Verletzungen am Schädel oder am Gehirn treten häufig als Folge von Stürzen oder Verkehrsunfällen auf. Eine bewusstlose Person auf der Straße, die aus der Nase blutet, hat mit großer Wahrscheinlichkeit schwere Kopfverletzungen davongetragen und muss sofort notärztlich versorgt werden.

Nasenbluten in Kombination mit Bewusstlosigkeit ist eine lebensbedrohliche Situation. Das unbewusste Einatmen von Blut kann zu einer Lungenentzündung oder zum Ersticken des Patienten führen. Von großer Bedeutung sind deswegen die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen. Bringen Sie den Patienten unbedingt in die stabile Seitenlage und überstrecken den Kopf, indem Sie den Unterkiefer vorziehen. Alarmieren Sie sofort einen Arzt.

Nasenbluten als Symptom einer Erkrankung (systemische Ursache)

Manchmal wirken sich bestimmte Allgemeinerkrankungen negativ auf die Nasenschleimhaut aus, man spricht hier vom systemischen Nasenbluten.

Gut zu wissen:
Systemisches (oder symptomatisches) Nasenbluten ist ein Anzeichen einer Erkrankung, die den ganzen Körper betrifft. Circa 40 Prozent der Patienten mit Nasenbluten leiden an systemischem Nasenbluten. Bei systemischem Nasenbluten ist eine genaue Ursachenabklärung besonders wichtig.

Zu den systemischen Ursachen von Nasenbluten zählt zum Beispiel eine Blutgerinnungsstörung – hier besteht generell im ganzen Körper eine erhöhte Blutungsneigung. Auch Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) kann Nasenbluten auslösen, da die Blutgefäße stärker durchblutet werden und mehr Druck aushalten müssen.
Ebenso kann eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) eine systemische Ursache von Nasenbluten sein. Dabei kommt es zu Ablagerungen an der Gefäßwand, was diese starr und unbeweglich macht: Risse der empfindlichen Gefäßwände sind die Folge.
Des Weiteren gibt es Erkrankungen, bei denen das körpereigene Abwehrsystem die Blutgefäße angreift. Bei der sogenannten Wegener Granulomatose entzünden sich beispielsweise die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. Bei der vererbbaren Osler-Krankheit können sich kleine Knoten in der Nasenschleimhaut bilden, die schließlich platzen.

Interessant:
Auch Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen, bekommen schneller Blutungen, die in der Regel heftiger und länger ausfallen.

Nasenbluten aufgrund einer Blutgerinnungsstörung

Jeder, der sich einmal das Knie durch einen Sturz blutig geschlagen hat, kennt die wichtige Fähigkeit des Blutes, zu gerinnen und dadurch die Wunde zu verschließen. Die Blutgerinnung (auch Hämostase genannt) zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Blutes. Blutplättchen und Gerinnungseiweiße im Blut beginnen normalerweise Sekunden nach der Verletzung, diese mit einem Thrombus (Gerinnsel) zu verschließen.

Nasenbluten als Symptom einer Blutgerinnungsstörung (Koagulopathie) kann dann auftreten, wenn die Blutgerinnung zu schwach ausgeprägt ist. Fehlen die für die Gerinnung zuständigen Eiweiße im Blut, spricht man von der „Bluterkrankheit“. Aber auch eine gestörte Bindungsfähigkeit der Blutplättchen kann dafür sorgen, dass sich Wunden nicht mehr richtig verschließen. Schon bei kleinsten Verletzungen der Nasenschleimhaut wie durch Druck oder Kälte kommt es bei Betroffenen deswegen zu Nasenbluten, welches langsamer stoppt als üblich, da die Blutgerinnung verzögert ist. Neben Nasenbluten deuten viele blaue Flecken oder eine verstärkte Monatsblutung auf eine Blutgerinnungsstörung hin. Eine Blutgerinnungsstörung ist eine ernste Allgemeinerkrankung. Bei häufigem, langanhaltendem Nasenbluten sollten Sie deswegen einen Arzt aufsuchen und mit ihm über Ihren Verdacht sprechen.

Nasenbluten als Symptom von Arteriosklerose

Nasenbluten kann auch ein Anzeichen für eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) sein. Bei einer Arteriosklerose verändern sich die inneren Wände der Blutgefäße, sodass dort Ablagerungen (Plaques) entstehen können. Diese Plaques werden vor allem aus Blutfetten, Bindegewebe und Calciumphosphat gebildet und machen die Gefäßwände unbeweglich und porös. Im Extremfall können diese Ablagerungen dazu führen, dass der Blutfluss gestoppt wird – es kommt zu einem Gefäßverschluss.

Die Gefäßverkalkung kann in allen Arterien des Körpers auftreten – so auch in der Nase. Charakteristischerweise treten die ersten Verkalkungen an Gefäßverzweigungen auf. Auch der Locus Kiesselbachi in der vorderen Nasenschleimhaut ist ein solches Gefäßnetz mit Verzweigungen und kann deswegen von Arteriosklerose betroffen sein. Bei leichten Beschädigungen der Nasenschleimhaut entstehen so Risse in den durch Arteriosklerose geschädigten Adern und es kommt zu Nasenbluten.

Die Farbe des Blutes ist entscheidend:
Wenn das Blut aus der Nase eher hell- als dunkelrot ist, deutet dies auf eine Blutung durch Arteriosklerose oder Bluthochdruck hin.

Da Arteriosklerose oft jahrelang unbemerkt bleibt, kann häufiges, hellrotes Nasenbluten auf diese gefährliche Allgemeinerkrankung hinweisen. Betroffene sollten deswegen zügig einen Arzt aufsuchen und das Nasenbluten untersuchen lassen.

Nasenbluten durch Bluthochdruck

Besonders Patienten im mittleren und hohen Lebensalter sollten bei häufig wiederkehrendem Nasenbluten auch chronischen Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) als Ursache in Betracht ziehen. Ein langfristig erhöhter Blutdruck von und über 140/90 mmHG (Millimeter Quecksilbersäule) gilt als krankhaft und führt unbehandelt zu Schädigungen der Blutgefäße und Organe.

Im Gegensatz zu anderen Krankheiten verursacht ein chronischer Bluthochdruck über einen langen Zeitraum hinweg keine sichtbaren Beschwerden. Patienten können sich anfangs sogar wohler fühlen. Eine arterielle Hypertonie führt allerdings dazu, dass die Blutgefäße stärker durchblutet werden und durch den hohen Druck großen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Sie verlieren an Widerstandsfähigkeit und Elastizität und es bilden sich feine Risse an der Gefäßinnenwand. Besonders dort, wo mehrere, dünne Blutleitungen zusammentreffen wie im Locus Kiesselbachi, führen diese Minirisse, in Kombination mit dem Überdruck, dann leicht zu Blutungen.

Feine Risse durch Überdruck: Chronisches Nasenbluten ohne erkennbare lokale Ursache ist deswegen häufig ein Hinweis auf die „stille Gefahr“, die von arterieller Hypertonie ausgeht.

Treten bei Ihnen zusätzlich zu chronischem Nasenbluten folgende Symptome auf, besteht der Verdacht auf arterielle Hypertonie:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Kurzatmigkeit
  • Brustschmerzen

Da circa ein Drittel der Betroffenen nichts von ihrem chronischen Bluthochdruck weiß, ist Nasenbluten, vor allem wenn es zusammen mit Kopfschmerzen auftritt, als ein eindrückliches Warnsignal für arterielle Hypertonie ernst zu nehmen.

Nasenbluten bei Kindern: Ursachen

Kinder bluten oft aus dem vorderen Bereich der Nase. Die häufigste Ursache von kindlichem Nasenbluten ist eine lokale Verletzung der Nasenschleimhaut. Für solche Verletzungen kommen mehrere Ursachen in Frage:

  • Schnupfen (Rhinitis): Bei vielen Kindern tritt Nasenbluten als Folge eines Schnupfens auf. Die Nasenschleimhaut ist trocken und geschwollen, was sie anfällig für kleine Risse macht. Auch das Naseputzen bei erkältungsbedingtem Schnupfen führt bei Kindern schnell zu Nasenbluten.
  • Verletzung der Schleimhaut durch Fremdkörper: Kinder schieben sich manchmal Gegenstände wie Murmeln, Knöpfe oder Erbsen in die Nase. Häufig ist es aber auch der eigene Finger, der die Nasenschleimhaut verletzt und zum Bluten bringt.
  • Wachstumsschübe: Bei starken Wachstumsschüben sind die ohnehin schon empfindlichen Blutgefäße in der Nase noch verletzlicher und reißen schneller. Vor allem in der Pubertät (ab zehn Jahren) kommt es zu diesem spontanen Nasenbluten.

Nasenbluten: Bei Kindern ist oft Nasenbohren die Ursache.

Da Kinder einen erhöhten Spiel- und Bewegungsdrang haben, sind Traumata (Gewalteinwirkungen von außen) und Unfälle häufiger für Nasenbluten verantwortlich, als bei Erwachsenen. So ist es beim Spielen schnell passiert, dass beispielsweise ein Ball das Gesicht trifft und das Kind nicht mehr rechtzeitig reagieren kann.

Auch bestimmte operative Eingriffe im Nasen- / Rachenraum werden bei Kindern häufiger durchgeführt: zum Beispiel die Entfernung einer vergrößerten Rachenmandel, umgangssprachlich „Polypen“ genannt. Die Operation führt leicht zu Nachblutungen in der Nase.

Seltener sind Allgemeinerkrankungen des Körpers, wie die Purpura-Schönlein-Henoch-Krankheit, für kindliches Nasenbluten verantwortlich. Bei dieser Erkrankung, die meist Kinder im Vorschul- oder Schulalter betrifft, kommt es zu einer Entzündung der dünnen Blutgefäße, auch in der Nase. Diese werden „undicht“ und können zu Nasenbluten führen. Die Krankheit betrifft häufiger Jungen, als Mädchen.

Haben Kinder Nasenbluten, ist es wichtig, ihnen die Angst zu nehmen, die das Blut auslöst. Erklären Sie ihm, dass es den Kopf nach vorne beugen soll. Je nach Alter des Kindes kann es nötig sein, wenn es beim Nasenflügel-Zudrücken Unterstützung durch einen Erwachsenen erhält.

Nasenbluten in der Schwangerschaft: Ursachen

Wenn eine Frau während der Schwangerschaft häufig von Nasenbluten geplagt wird, besteht normalerweise kein Grund zur Sorge. Durch die Schwangerschaft ändert sich der Hormonhaushalt im Körper. Es wird vermehrt Östrogen gebildet, was für eine Lockerung und Dehnung des Bindegewebes und der Gefäße sorgt. Dadurch nimmt die Durchblutung zu – bei Verletzungen in der Nase kommt es schneller zu Nasenbluten.

Was tun bei Nasenbluten? Diese Sofortmaßnahmen stoppen die Blutung!

Was tun bei Nasenbluten? Legen Sie sich zum Beispiel ein Kühlkissen in den Nacken.

Obgleich die meisten Menschen zuerst einen Schreck verspüren, wenn ihnen Blut aus der Nase rinnt, sollten sie dennoch versuchen, ruhig zu bleiben. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich das Nasenbluten für gewöhnlich innerhalb weniger Minuten stoppen. Folgendes können Sie bei Nasenbluten tun:

  • Setzen Sie sich als erstes gerade hin.
  • Kühlen Sie Ihren Nacken oder die Nasenwurzel mit einem feuchten Handtuch oder einer Kompresse. Aufgrund der Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Blutung wird minimiert.
  • Beugen Sie ihren Kopf vornüber, damit das Blut aus der Nase fließen kann.
  • Drücken sie nun die Nasenflügel für etwa fünf bis zehn Minuten ohne Pause fest zusammen. Atmen Sie dabei entspannt durch den Mund ein und aus.
  • Lassen Sie die Nase wieder los. Wenn es weiter blutet, wiederholen Sie den Vorgang.

Bei Kindern gelten die gleichen Ratschläge. Sie werden häufiger von Nasenbluten geplagt als Erwachsene. Eine typische Ursache ist beispielsweise ein starker Wachstumsschub, der die ohnehin empfindlichen Blutgefäße in der Nase noch verletzlicher macht. Besonders wichtig bei Nasenbluten von Kindern ist es, Ruhe zu bewahren, sie zu trösten und ihnen zu erklären, weshalb Sie ihnen jetzt die Nase zuhalten müssen. Das wird Ihr Kind etwas beruhigen und beim nächsten Nasenbluten ist der Schreck nicht mehr so groß.

Gerüchte zum Thema Nasenbluten: Was Sie nicht tun sollten

Da Nasenbluten zu den häufigen Verletzungen gehört, ranken sich zahlreiche Gerüchte um die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen. Einige dieser falschen Tipps sind sehr weit verbreitet, wie:

  • den Kopf nach hinten beugen: Viele Patienten mit Nasenbluten neigen den Kopf reflexartig nach hinten, um den Blutfluss aus der Nase einzuschränken. Hierdurch besteht allerdings die Gefahr, dass das Blut den Rachen hinunter rinnt und verschluckt wird. Das Blut im Magen kann starke Übelkeit auslösen und sogar zu Erbrechen führen.
  • auf den Rücken legen: Durch die Rückenlage kann das Blut in die Atemwege gelangen, was zu Verschlucken und im schlimmsten Fall auch zu Atemnot führen kann.
  • die Nase ausstopfen: Gerade bei Kindern wird häufig zu Watte oder Taschentüchern gegriffen, um die Nase auszustopfen und so die Blutung zu stillen. Bei der Entfernung des Stopfens besteht allerdings die Gefahr, dass der frisch gebildete Wundschorf aufreißt und das Nasenbluten erneut beginnt.

Auch das Kühlen mit Eis im Nacken oder der Einsatz von Vereisungssprays kann gefährlich werden. Kälte bewirkt zwar, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und führt so zu einem schnelleren Blutungsstopp. Wer das Eis aber direkt auf die Haut legt, riskiert Erfrierungen der Haut oder einen Kältekopfschmerz. Deswegen immer ein Tuch unterlegen oder speziell ummantelte Kühlpacks benutzen.

Ein kleines Röllchen aus Mullbinden oder Taschentüchern unter die Zunge legen, ist ein weit verbreitetes Hausmittel gegen Nasenbluten. Das Röllchen soll zur Speichelproduktion anregen und dem Körper so suggerieren, er verliere bereits ausreichend Flüssigkeit. Obwohl sogar einige Rettungsassistenten diesem Gerücht Glauben schenken, ist die Wirksamkeit dieser Methode nicht bewiesen.

Starkes Nasenbluten: In diesen Fällen müssen Sie zum Arzt

Falls Sie der Blutung auch nach 20 Minuten (bei Kindern nach zehn Minuten) immer noch nicht beikommen, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen, da sonst die Gefahr eines zu hohen Blutverlusts besteht. Bei extrem starkem Nasenbluten, das sich gar nicht mehr unter Kontrolle bringen lässt, sollten Sie einen Notarzt anrufen.
Wer ständig mit Nasenbluten zu tun hat, sollte einen Arzt um Rat bitten, dieser kann die entsprechende Therapie einleiten. Gleiches gilt, wenn nicht der vordere Teil der Nase blutet, sondern der hintere. Das bekommen Sie in der Regel dadurch mit, dass das Blut nicht aus der Nase läuft, sondern den Rachen hinunter. Diese Art von Nasenbluten ist nur schwer zu stillen, weshalb ein Arzt eingreifen sollte.

Was der Arzt bei Nasenbluten tun kann

Der Arzt reagiert unterschiedlich: Je nachdem, ob Sie mit akuten Blutungen (plötzlich und heftig) in die Praxis kommen oder ob Sie die Ursache abklären lassen möchten, weshalb Sie ständig Nasenbluten haben.

Sofortmaßnahmen des Arztes bei akuten Nasenbluten:
Erstes Ziel ist es, die Blutung zu stoppen. Um das zu erreichen, kann der Arzt zu verschiedenen Maßnahmen greifen:

  • Manchmal genügen abschwellende Nasensprays. Das Arzneimittel bewirkt ein Zusammenziehen der Gefäße, was das Nasenbluten stoppen kann.
  • Kommt das Blut aus dem vorderen Abschnitt der Nase, kann die Stelle mit Silbernitrat verätzt oder mit einem Laser verödet werden.
  • Lässt sich die Blutung durch die vorangestellten Maßnahmen nicht eindämmen, kann eine Tamponade gelegt werden. Diese besteht teilweise aus Verbandmaterial und übt Druck auf die Blutgefäße aus, um so das Nasenbluten zu stoppen.

Diagnosemöglichkeiten bei ständigem Nasenbluten
Wenn ein Patient eine Hals-Nasen-Ohren-Arztpraxis aufsucht, weil er immer wieder mit Nasenbluten zu tun hat, muss der Arzt zunächst die Ursache der ständigen Blutungen herausfinden.
Als erstes wird in der Regel die Patientengeschichte erhoben. Das Gespräch kann manchmal bereits einen Hinweis auf die Ursache geben. Ein Beispiel: Hat der Patient bemerkt, dass er häufiger an unterschiedlichen Körperstellen blutet, kann es sein, dass den Blutungen eine Blutgerinnungsstörung zugrunde liegt.
Im Anschluss folgt im Normalfall die körperliche Untersuchung. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Mit einem sogenannten Rhinoskop kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt die Beschaffenheit der Nasenhöhlen und auch der Nasennebenhöhlen begutachten und so möglicherweise auf eine Krankheit schließen.
  • Mittels einer bildgebenden Ultraschalluntersuchung können mögliche Schwellungen der Nasenschleimhaut sichtbar werden, die eventuell regelmäßige Blutungen verursachen.
  • In sehr seltenen Fällen wird eine Computertomografie angeordnet, die Schnittbilder von der Nase anfertigt.

Bei bestimmten Krankheitsvermutungen wird der Patient an den jeweiligen Spezialisten überwiesen. Eine Allergiediagnostik können Haut-, Kinder- oder Lungenärzte durchführen. Liegt die Quelle der Blutung wahrscheinlich außerhalb des Nasen-Rachen-Raums, wird der Patient in der Regel an einen Internisten weitergeleitet. Störungen der Blutgerinnung ermitteln sogenannte Hämostaseologen, um Erkrankungen des Blutes im Allgemeinen wiederum kümmern sich Hämatologen.

Nasenbluten vorbeugen

Mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen, können starkes Nasenbluten verursachen.

Wer eine empfindliche Nasenschleimhaut hat, sollte diese regelmäßig pflegen, um Nasenbluten zu vermeiden. Das gelingt mithilfe von pflegenden Sprays oder speziellen Salben, die in das Innere der Nase aufgetragen werden können. Wichtig hierbei ist jedoch, keine gewöhnliche Creme zu benutzen, da diese die feinen Härchen in der Nase verkleben könnte und so der Abtransport von Krankheitserregern gestört wird.

Zudem ist trockene Luft Gift für die Nasenschleimhaut: Sie greift die empfindliche Haut an und macht sie rissig, was Nasenbluten begünstigen kann. Achten Sie deshalb immer auf eine angemessene Luftfeuchtigkeit im Raum. Ein Feuchtigkeitsgehalt von 40 bis 60 Prozent ist ideal – mit sogenannten Hygrometern kann dieser überprüft werden. Zur Luftbefeuchtung ist nicht immer ein technisches Gerät nötig: Wasserschalen im Raum erfüllen meist auch schon ihren Zweck.

Zusätzlich befeuchten Nasenduschen mit Meersalzwasser die Nase von innen und spülen als Nebeneffekt auch noch Viren, Bakterien und Fremdkörper aus. Ebenso geeignet sind spezielle Sprays mit pflegenden Wirkstoffen, welche die Nasenschleimhaut befeuchten.

Des Weiteren können Sie folgendes beachten:

  • Eine gesunde, ausgewogene, fett- und fleischarme Ernährung sowie ausreichend Bewegung beugen Bluthochdruck und im Zuge dessen auch Nasenbluten vor.
  • Verzichten Sie auf Tabak und konsumieren Sie Alkohol nur in Maßen – beide Genussmittel können die Bildung von Nasentumoren begünstigen, die wiederum häufig für Blutungen verantwortlich sind.
  • Allergien können häufig Nasenbluten auslösen. Versuchen Sie, den Allergieauslöser zu meiden. Ist dies nicht umsetzbar, kommt möglicherweise eine Hyposensibilisierung infrage, mit deren Hilfe Sie sich beispielsweise an Milbenstaub oder Pollen gewöhnen.