Der Schutzmechanismus der Nase: Wie Schadstoffe gefiltert werden

Unsere Nase durchfluten pro Minute knapp neun Liter Luft, die dort erwärmt und angefeuchtet werden. Aber mit der eingeatmeten Luft können auch Schadstoffe wie Bakterien oder Fremdkörper in die Nase gelangen. Aus diesem Grund besitzt die Nase ein raffiniertes Filtersystem. Wie das funktioniert? Das erfahren Sie hier!

Feinstaub aus dem Auspuff von Autos belastet unsere Nasen und können Nasenbeschwerden hervorrufen.

Das Selbstreinigungssystem der Nase

Tagtäglich atmen wir Schadstoffe wie Staub, Abgase oder auch Krankheitserreger (Bakterien, Pilze oder Viren) über die Nase ein. Diese können zu Schaden in unserer Lunge führen. Deshalb ist es gut, dass die Nase mit einem ausgeklügelten Selbstreinigungsmechanismus ausgestattet ist und so viele Stoffe aufhält. Aus diesem Grund empfiehlt es sich auch bei stark verschmutzter Luft, den Mund zuzuhalten und durch die Nase zu atmen. Konkret verfügt die Nase über folgende Schutzfunktionen, um uns vor Schadstoffen zu schützen:

  • Eine erste Barriere nehmen die Nasenhaare ein, die von innen aus dem Nasenausgang herauswachsen und vor allem größere Fremdkörper wie Sand- oder Staubkörner am Eindringen hindern.
  • Der zweite Reinigungsmechanismus findet tiefer in der Nase statt: Die Nasenschleimhaut setzt sich aus Millionen mikroskopisch kleiner Zellen zusammen, auf denen sich winzige Flimmerhärchen (Zilien) befinden. Diese fixieren die Schadstoffe, die in die Nase gelangen.

Die Drüsen der Nasenschleimhaut produzieren zudem wässrigen Schleim, der die Nase ständig feucht hält und auf dem sich die Flimmerhärchen wellenartig bewegen. Wie auf einer Art Förderband werden die Fremdkörper in der Nase in wellenartigen Bewegungen in Richtung Rachenraum befördert. Dort werden die Schadstoffe entweder ausgehustet oder verschluckt und nach Durchlaufen des Verdauungstraktes ausgeschieden.

Welche Schadstoffe gelangen in die Nase?

Die Nase ist in der Lage, etwa 90 Prozent der Schadstoffe in der Luft zurückzuhalten. Zu den Fremdkörpern, mit denen unsere Nase häufig konfrontiert wird, zählen beispielsweise:

  • Feinstaub (zum Beispiel Ruß)
  • Hausstaub
  • Autoabgase
  • Tabakrauch
  • Schimmelpilzbefall
  • chemische Substanzen (wie Kleber, Farben oder Pflanzenschutzmittel)

Woran erkennen wir, was schädlich ist? Ist alles, was stinkt auch schlecht? Lange Zeit galt die Wahrnehmung von Geruch als weiterer Schutzmechanismus vor möglichen gesundheitsschädigenden Substanzen. Und ein bisschen was ist an dieser Faustregel auch dran: Kohlenmonoxid (CO) riecht beispielsweise stark nach faulen Eiern. Sobald der Geruch des Schadstoffes in die Nase steigt, sollte man sich sofort entfernen und schnell die Feuerwehr verständigen, denn das Gas ist für den Menschen hochgiftig und kann Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit hervorrufen.

Jedoch kann man nicht immer der Nase nachgehen. Das Alarmsystem der Nase konnte nicht mit dem Entstehen immer neuer Gerüche mithalten. Und auch individuelle Erfahrungen prägen den Geruchssinn. Außerdem können beispielsweise toxische Stoffe so niedrig dosiert sein, dass die Nase sie nicht mehr wahrnehmen kann, sie sind aber trotzdem schädlich.

Besondere „Eindringlinge“: Viren

Viren und Bakterien gelten als Verursacher von Infektionskrankheiten wie einer Erkältung oder Grippe. Erkältungsviren, allen voran die sogenannten Rhinoviren, haben insbesondere in den kalten Jahreszeiten Hochsaison, jedoch ist eine Erkältung auch im Sommer möglich. Infizieren die Viren oder Bakterien die Schleimhaut, tritt meist der typische Schnupfen auf.

Zusammenhang zwischen Allergien und Schadstoffen
Nicht nur Viren, sondern auch andere an sich harmlose Substanzen können eine laufende Nase auslösen. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem vieler Menschen überempfindlich, wenn zum Beispiel Pflanzenpollen oder Tierhaare in die Nase gelangen. Neue Studien untersuchen auch den Zusammenhang zwischen Umwelt und Allergien. Es wird vermutet, dass Schadstoffe (zum Beispiel durch die Verkehrsbelastung), die wir mit der Nase aufnehmen, allergische Reaktionen verstärken können.1

So können Sie die Nase in der Schadstoff-Abwehr unterstützen

Die Nase erledigt den Reinigungsprozess in der Regel von selbst. In dieser Aufgabe kann sie jedoch durch ein paar einfache Maßnahmen unterstützt werden:

  • Viel trinken hält die Nasenschleimhaut feucht. Dadurch kann sie ihre Schutzfunktion besser erfüllen.
  • Meersalzhaltige Nasensprays oder Nasensprays mit Hyaluronsäure können ebenfalls angewendet werden, um ein Austrocknen zu verhindern. Abschwellende Nasensprays sollten hingegen nicht über einen längeren Zeitraum benutzt werden. Sie können die Schleimhäute zusätzlich austrocknen und bei längerer Anwendung diese sogar schädigen.
  • Nasenduschen machen die Nase wieder frei und spülen gleichzeitig unerwünschte Schadstoffe und Fremdkörper aus der Nase heraus. Nasenduschen können entweder in der Apotheke fertig gekauft werden. Alternativ können Sie zwei Teelöffel Salz in einen Liter lauwarmes Wasser gegeben und – am besten über dem Waschbecken – die Nasenlöcher hinaufgesaugt werden.
Gut zu wissen
Vor allem im Winter besteht aufgrund der Heizungsluft ein erhöhtes Risiko einer trockenen Nase. Aber auch Menschen, die unter Nasenkrankheiten leiden oder bestimmte Medikamente (zum Beispiel Psychopharmaka) einnehmen, müssen besonders auf die Pflege ihrer Nase achten.

1 Krämer, U et al. (2016): Allergie und Umwelt. In: Biedermann T: et al. (Hrsg.): Allergologie. Springer Verlag, S. 435-443.