Ursache für Schnarchen: Eine individuelle Angelegenheit

Schnarchen kann sehr viele Ursachen haben, die teilweise von anatomischen Gegebenheiten oder Lebensgewohnheiten des Betroffenen abhängig sind. Ein Überblick.

Ursache für Schnarchen kann mitunter auch der Genuss von Alkohol sein.

Kurz und knapp: Was beim Schnarchen im Körper geschieht

Ganz allgemein betrachtet, liegt die Ursache für Schnarchen  meist in einer veränderten anatomischen Struktur im Hals-, Mund- oder Rachenbereich. Entweder wird dadurch der Luftstrom bei der Atmung gezwungen, sich geräuschvoll an der Veränderung vorbeizudrücken oder aber die Struktur ist in ihrer Beschaffenheit so weich und locker, dass der Luftzug sie in Schwingung versetzt. Beide Möglichkeiten führen zu den charakteristischen Geräuschen beim Schnarchen.

Wenn die Ursache für Schnarchen in der Nase liegt

Häufig ist die Nase schuld am nächtlichen Schnarchen. Krankhafte Veränderungen in ihrem Innern sorgen dafür, dass der Luftstrom während der Atmung eingeengt wird.

Folgende anatomischen Veränderungen der Nase können Ursache für Schnarchen sein:

Schwellungen und Verstopfungen können ebenso Schnarchen verursachen:

Geräusche können auch im Mund- und Rachenraum entstehen

  • Zunge: Bei manchen Menschen entspannt sich die Zungenmuskulatur im Schlaf stark. Dies lässt den Zungengrund, also das Ende der Zunge, zurück in Richtung Rachen sinken, was den Luftweg teilweise verschließt. Die schlaffe Zunge ist eine häufige Ursache für Schnarchen. Die Zunge rutscht übrigens ebenso zurück, wenn jemand bevorzugt auf dem Rücken schläft.
  • Gaumen und Zäpfchen: Das Gaumensegel und das mit ihm verbundene Zäpfchen liegen ganz am Ende der Mundhöhle. Auch diese Strukturen können im Schlaf stark erschlaffen, sodass sie weit in den Mund-Rachen-Übergang hineinragen. Die vorbeiströmende Luft versetzt die Bestandteile in Schwingung, lautstarke Töne sind die Folge.
  • Rachenmandeln: Die hinter dem Zäpfchen liegenden Mandeln können vor allem bei Kindern krankhaft vergrößert sein und zu Hindernissen für den Luftweg werden.

Gewicht, Alter und Geschlecht beeinflussen die nächtliche Atmung

Wer übergewichtig ist, schnarcht öfter als normalgewichtige Menschen. Bei Übergewicht kommt es nicht nur zu Fetteinlagerungen an Bauch und Po, sondern auch im Halsbereich direkt unter der Haut (subcutanes Fettgewebe), wodurch die Luftwege eingeengt werden können. Äußerlich sichtbar ist bei kräftigen Menschen vor allem das Doppelkinn: Schläft derjenige auf dem Rücken, übt es Druck auf den Atemschlauch aus.

Fortschreitendes Alter lässt das Gewebe im ganzen Körper schlaffer werden. Das trifft ebenso auf die Wände der Luftwege und auf Zäpfchen und Gaumensegel zu. Die schlaffen Strukturen schwingen beim Ein- und Ausatmen.

Durchschnittlich betrachtet schnarchen Männer mehr als Frauen. Eine konkrete Erklärung gibt es hierfür nicht. Vermutlich liegt es daran, dass Männer im Gegensatz zu Frauen häufiger an Übergewicht leiden.

Ursache für Schnarchen: Genussmittel und Medikamente

Alkohol und bestimmte Medikamente wie Schlaftabletten und Beruhigungsmittel sorgen für eine entspannte Körpermuskulatur. Die muskulären Strukturen im Mund und Rachenbereich werden davon nicht ausgenommen.

Ebenso gibt es einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Schnarchen. Tabakrauch lässt die Schleimhäute anschwellen, was die oberen Luftwege einengt.

Schnarchen bei Frauen

Frauen schnarchen durchschnittlich seltener als Männer. Zwei Lebensphasen lassen jedoch Frauen vermehrt schnarchen:

  • Schwangerschaft: Zum einen wird durch die hormonelle Veränderung das Gewebe weicher und dehnbarer – ebenso im Mund- und Rachenbereich. Zum anderen kommt es zu Fett- und Wassereinlagerungen, welche, ähnlich wie beim Übergewicht, den Halsbereich einengen können.
  • Wechseljahre: Während der Wechseljahre verändert sich der Hormonhaushalt der Frau. Der Östrogenspiegel beispielsweise sinkt, was zu einer Erschlaffung des Gewebes führt.

Schnarchen bei Kindern: Ursache

Wenn Kinder schnarchen, liegt die Ursache meist in einer Wucherung oder Vergrößerung von Gewebestrukturen in den oberen Atemwegen. So können Nasenpolypen  und vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln die Nase oder den Mund- und Rachenraum verkleinern.

Erfahren Sie mehr über die Behandlungsmöglichkeiten von Schnarchen.