Schnarchen stoppen: Behandlung durch den Arzt

Schnarchen bedarf für gewöhnlich aus rein gesundheitlichen Gründen keiner Therapie. Stellt der nächtliche Lärm jedoch ein Problem für die Beziehung dar beziehungsweise leidet der Partner darunter, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen, damit dieser das Schnarchen stoppen kann. Gleiches gilt für Menschen, die während des Schnarchens auch unter Atemaussetzern (Schlafapnoe) leiden. Hier ist Hilfe dringend zu empfehlen, da sich die gestörte Nachtruhe negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Prinzipiell richten sich die Behandlungsmethoden in beiden Fällen nach der jeweiligen Ursache. Möglich sind konservative (nicht-operative) und operative Methoden.

Das Schnarchen stoppen kann die sogenannte Überdruckbeatmung.

Schnarchen stoppen: Konservative Methoden

Nachdem der Arzt die Ursache für Ihr Schnarchen herausgefunden hat, kann er Ihnen eine Reihe von Maßnahmen empfehlen, die Ihnen möglicherweise helfen. Dazu zählen:

  • Nasenpflaster: Sie werden im Bereich der Nasenflügel angelegt und bewirken so eine Öffnung beziehungsweise Stabilisierung des Naseneingangs. Diese Maßnahme erleichtert die Atmung im Schlaf.
  • Biss-Schiene: Ein spezialisierter Zahnarzt kann Ihnen eine Schiene anfertigen, die den Unterkiefer auch in Rückenposition vorne hält und somit ein Zurückklappen der Zunge verhindert – so werden die Atemwege freigehalten. Eine Garantie für den erfolgreichen Einsatz gibt es nicht, die Biss-Schiene kann bei gewöhnlichem Schnarchen und leichter Schlafapnoe ausprobiert werden.
  • Schnarch-Spange: Sie schient den weichen Gaumen, damit dieser während der Atmung nicht mehr vibrieren kann und die Schnarch-Geräusche minimiert werden. Erkundigen können Sie sich bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt.
  • Überdruckbeatmung: Diese Art der Behandlung erfolgt mit Hilfe einer Maske, die über Mund und Nase gestülpt wird. Über diese Maske wird dem Betroffenen Luft mit leichtem Überdruck zugeführt, der dafür sorgt, dass die Atemwege offenbleiben. Für Menschen, die nur leicht Schnarchen, ist diese Methode nicht vorgesehen, vielmehr bekommen Schlafapnoe-Patienten solch ein Beatmungsgerät verschrieben, damit die nächtlichen Atemaussetzer verhindert werden. Überdruckbeatmungen sind in der Regel sehr erfolgreich – vorausgesetzt, die Patienten finden trotz der Maske Schlaf.

Ergänzend gibt es noch eine Reihe weiterer Maßnahmen, die Sie ohne ärztliche Rücksprache ausprobieren können. Wirksam sind diese vor allem bei Menschen, die unter gewöhnlichem Schnarchen leiden, aber auch Schlafapnoe-Patienten können sie ergänzend versuchen. Lesen Sie hier Tipps und Tricks, die das Schnarchen stoppen können.

Schnarchen stoppen: Operative Methoden

Sind anatomische Hindernisse wie Nasenpolypen  und erschlafftes Gewebe im Mund- und Rachenbereich Ursache von starkem Schnarchen oder einer Schlafapnoe, sind operative Behandlungsmethoden eine Option. Hier können Behinderungen der Atmung beseitigt und erschlafftes Gewebe wieder gestrafft werden. Viele der Eingriffe werden ambulant durchgeführt, ein Krankenhausaufenthalt ist also nicht zwingend nötig.

Folgende Operationen können unter anderem vorgenommen werden:

  • Nase: Korrektur der krummen Nasenscheidewand, Entfernung von gutartigen Schleimhautwucherungen (Polypen), Verkleinerung von voluminösen Nasenmuscheln.
  • Gaumen: Wenn das Gaumensegel (das ist der hintere Teil des Gaumens) während der Atmung vibriert und so die lästigen Geräusche verursacht, kann dieses gestrafft oder verkleinert werden. Hier greifen Ärzte beispielsweise auf das RFITT-Verfahren (Radio-Frequenz-induzierte Thermo-Therapie) zurück, da es schonend ist. Unter örtlicher Betäubung werden die störenden Strukturen durch Radiofrequenzwellen erhitzt und somit geschrumpft.
  • Zäpfchen: Mittels Lasertechnik kann ein vergrößertes oder schlaffes Zäpfchen verkleinert werden.
  • Zunge: Äußerst selten ist es nötig, mit einem Laser ein Stück des hinteren Teils der Zunge zu entfernen (Glossektomie), wenn diese während der Schlafphase die Atmung stark behindert.
  • Kiefer: Rutscht der Unterkiefer im Schlaf nach hinten und schiebt so auch die Zunge in Richtung Rachen, kann unter Umständen der Kiefer operativ mit Hilfe einer Spaltung nach vorne verlegt werden. Diese Methode ist sehr radikal und kommt nur in Frage, wenn prothetische Maßnahmen wie die Biss-Schiene keine Wirkung zeigen.

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen, kann es zu Komplikationen während und nach der Operation (Blutungen oder Blutergüssen) kommen. Beispielsweise können bei Manipulationen im Bereich des Gaumens im Nachgang Schluckbeschwerden und Sprachveränderungen auftreten. Genauso gibt es keine Erfolgsgarantie: In manchen Fällen werden die Geräusche einfach nur leiser, das Schnarchen kann nicht vollständig gestoppt werden.

Lassen Sie sich in Bezug auf mögliche Eingriffe ausführlich von Ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt beraten.

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