Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome und Diagnosemöglichkeiten

Häufig beginnt eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) mit einem gewöhnlichen Schnupfen. Kommen Gesichts- und Druckschmerzen hinzu, handelt es sich in der Regel um eine Sinusitis. Eine Beschreibung der Symptome genügt oft schon, damit der Arzt eine Diagnose stellen kann. Selten sind zusätzlich bildgebende Verfahren nötig.

Die Symptome bei der Nasennebenhöhlenentzündung sind oft eindeutig. Ergänzend kann der HNO-Arzt die Nase untersuchen.

Akute Nasennebenhöhlenentzündung (schnell und heftig verlaufend): Symptome

Eine Sinusitis beginnt in der Regel mit einem Schnupfen. Die Betroffenen leiden unter einer laufenden, vielleicht auch brennenden und juckenden Nase sowie häufigem Niesen. Im weiteren Krankheitsverlauf verstopft die Nase immer mehr, sodass Nasenatmung und Geruchsinn eingeschränkt sind.

Charakteristisches Symptom einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung sind Gesichts- und Kopfschmerzen. Von der jeweiligen schmerzenden Region im Gesicht kann auf die entzündete Nasennebenhöhle geschlossen werden. Liegt eine Stirnhöhlenentzündung vor, konzentriert sich der Schmerz meist auf Stirn und Augen. Sind die Kieferhöhlen entzündet, verspüren Erkrankte dies im Oberkiefer- und Wangenbereich. Eine Entzündung der Kieferhöhlen kann sich wie Zahnschmerzen anfühlen.
Der Grund: Die Zahnwurzeln liegen direkt unter der Schleimhaut der Kieferhöhle, die Nerven der Zähne breiten sich in einem Geflecht am Boden der Kieferhöhle aus. Eine Schwellung der Schleimhaut übt auf diese Weise Druck auf die Nervenäste aus, die Entzündungsreaktion reizt die Nervenzellen zusätzlich. Die weiter hinten liegenden Nebenhöhlen – Siebbeinzellen und Keilbeinhöhlen – lösen Schmerzen an den Schläfen und am Hinterhaupt aus.

Die Schmerzen beschreiben Betroffene als:

  • stechend
  • pulsierend
  • bohrend
  • drückend

Typischerweise verschlimmern sich die Schmerzen beim Bücken, Niesen, Husten und bei Erschütterungen. Übt man mit Fingern einen leichten Druck von außen auf die betroffene Stelle aus, verstärkt sich der Schmerz ebenfalls.

Manchmal ist die Sinusitis Bestandteil eines grippalen Infekts, so können begleitend Husten, Hals- und Ohrenschmerzen, Abgeschlagenheit und eine leicht erhöhte Temperatur auftreten. Zudem können eine stark verstopfte Nase, welche die Atmung erschwert sowie ein zähes, gelblich-grün verfärbtes Nasensekret auftreten, das im Liegen den Rachen hinunterläuft.

Akute Nasennebenhöhlenentzündung: Komplikationen

Wenn eine Sinusitis nicht richtig behandelt wird, kann sich die Entzündung auf benachbarte Areale ausbreiten. Etwa auf die Augenhöhlen, das Gehirn oder die Hirnhäute. Eine Ausbreitung kann sich durch starkes Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Fieber bemerkbar machen. In diesem Fall ist es ratsam, umgehend einen Arzt aufzusuchen.

Je nach betroffener Region beobachten Ärzte darüber hinaus folgende Symptome:

  • Sehstörungen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Reizbarkeit
  • Sehr starke Kopfschmerzen

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (langsam entwickelnd und lange andauernd): Symptome

Die Symptome einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sind häufig deutlich schwächer ausgeprägt als bei einer akuten Erkrankung. Häufig läuft dünnflüssiges Sekret aus der Nase, manchmal ist die Nase verstopft und der Betroffene hat Probleme mit der Nasenatmung. Schmerzen werden seltener empfunden oder fehlen sogar ganz. Dennoch merken Erkrankte meist, dass etwas nicht stimmt: Sie fühlen sich müde und schlapp, zudem leiden sie unter einer verminderten Leistungsfähigkeit.

Nasennebenhöhlenentzündung: Untersuchung und Diagnose

Die Symptome einer akuten Sinusitis sind in der Regel so eindeutig, dass der Hals-Nasen-Ohrenarzt nach einer ersten Untersuchung bereits die Diagnose stellen kann. Um sicher zu gehen, klopft er, nachdem er sich nach den aktuellen Beschwerden erkundigt hat, die betroffenen Stellen ab. Üblicherweise verstärken sich beim Klopfen die Schmerzen.

Mit Hilfe einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) kann der Arzt die Nasenschleimhäute untersuchen und deren Beschaffenheit beurteilen. Dafür benutzt er ein sogenanntes Rhinoskop: Ein dünnes Instrument, das am Ende mit einer kleinen Kamera ausgestattet ist. Sind die Schleimhäute gerötet und geschwollen, ist dies ein Zeichen einer Entzündung. Auch anatomische Veränderungen im Innern der Nase können mittels der Nasenspiegelung erkannt werden. Dazu zählen Polypen  und eine krumme Nasenscheidewand. Ist die Sinusitis eitrig, kann der Arzt in der Regel eine „Schleim-Eiter-Straße“ im mittleren Nasengang erkennen.

Ein Abstrich des Nasensekrets und eine anschließende Labordiagnostik geben Auskunft über die Art der Bakterien, die für die Entstehung der Sinusitis verantwortlich sind. Dies ist wichtig, damit der Arzt das passende Antibiotikum verordnen kann. In seltenen Fällen kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um die Entzündungswerte zu kontrollieren. Eine Ultraschalluntersuchung kann die Menge der Eiteransammlung in der betroffenen Nebenhöhle sichtbar machen.

Im Gegensatz zur akuten Sinusitis ist eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung in der Regel schwieriger festzustellen, da die Symptome weniger ausgeprägt sind. Folgende Untersuchungsmethoden gibt es, um eine chronische Sinusitis diagnostizieren zu können:

  • Abklärung der aktuellen Beschwerden
  • Abtastung (Palpation)
  • Nasenspiegelung, um die Ursachen für die Behinderung der Durchlüftung und des Schleimabflusses zu erkennen.
  • Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie, bei der mittels Röntgentechnik Schnittbilder des Patienten erzeugt werden können
  • Allergietest, wenn eine Allergie als Grund für die Krankheit vermutet wird
  • Bei einem Verdacht auf eine Tumorerkrankung gibt es die Möglichkeit einer Gewebeprobe (Biopsie)

Wichtig bei der Diagnose „Nasennebenhöhlenentzündung“ – egal ob akut oder chronisch – ist es, andere Krankheiten auszuschließen. Dazu zählen Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne oder auch Störungen der Gesichtsnerven wie eine Trigeminusneuralgie (Schädigung des fünften Hirnnervs), die ebenfalls Schmerzen im Gesichtsbereich auslösen und somit falsch diagnostiziert werden können.

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