Nasenpolypen: Gutartige Wucherungen

Nasenpolypen entstehen durch Wucherungen der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Polypen sind gutartig, können aber unbehandelt die Nasenatmung beeinträchtigen. Das kann die Lebensqualität und auch die Leistungsfähigkeit der Betroffenen unter Umständen einschränken.

Kleinere Polypen lassen sich in der Regel gut mit kortisonhaltigen Nasensprays oder Medikamenten zum Schrumpfen bringen. Bringen diese Arzneimittel keine Besserung oder sind die Wucherungen zu groß, kommt eventuell eine Operation in Frage, bei welcher die Nasenpolypen entfernt werden.

Nasenpolypen: Das Wichtige im Überblick

  • Hauptsymptome für einen Nasenpolypen: Schnarchen, Geruchseinschränkungen und häufige Infekte der oberen Atemwege
  • Die gutartigen Wucherungen der Schleimhaut entstehen als Folge von Allergien oder anatomischen Besonderheiten der Nase. Selten sind ernsthafte Erkrankungen der Auslöser.
  • Nasenpolypen lassen sich mit kortisonhaltigen Nasensprays meist gut behandeln. Sind die Auswüchse groß, kann eine Operation nötig sein.

Was sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen können aufgrund der beeinträchtigten Atmung auch zu Erschöpfung führen.

Nasenpolypen (Polyposis nasi) sind gutartige Auswüchse der Nasenschleimhaut. Sie können eine Größe von mehreren Zentimetern erreichen und wachsen entweder über eine Art Stiel aus der Schleimhaut in der Nasennebenhöhle oder liegen auf der Nasenschleimhaut flächig auf. Von der Nasennebenhöhle ragen sie manchmal bis in die Nasenhaupthöhle hinein. Die Gebilde bestehen aus weichem, mit Flüssigkeit gefülltem Bindegewebe und schimmern gräulich-rosa oder glasig-honigfarben.

Nasenpolypen können für eine Reihe von Symptomen verantwortlich sein

Nasenpolypen können Symptome wie Schnarchen und Schlafstörungen mit sich bringen.

Im Anfangsstadium haben Betroffene in der Regel keinerlei Beschwerden, weil die Nasenpolypen noch sehr klein sind. Mit fortschreitendem Wachstum der Polypen können sie schließlich bis in die Nasenhöhle hineinragen und so die Nasenatmung beeinträchtigen.

Folgende Symptome können bei Nasenpolypen auftreten:

  • Veränderte Aussprache: Nasenpolypen lassen die Stimme dumpf und verfälscht klingen.
  • Mundgeruch: Betroffene atmen in erster Linie durch den Mund, was die Mundschleimhaut austrocknet.
  • Erkältungskrankheiten: Die Nasennebenhöhlen sind durch Polypen oder Sekret verstopft und schlecht belüftet, was einen perfekten Nährboden für Krankheitserreger darstellt.
  • Schnarchen: Die behinderte Nasenatmung führt häufig zu Schnarchen und damit verbundenen Schlafstörungen. Tagsüber sind Leistungseinbußen aufgrund der Müdigkeit zu beobachten.
  • Eingeschränktes Riechvermögen: Wenn stark vergrößerte Polypen bis in die Nasenhöhle hineinragen, kommt die eingeatmete Luft manchmal nicht mehr bis zu den Riechzellen, die im oberen Bereich der Nasenhöhle angesiedelt sind. Die Betroffenen leiden daher unter einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Geruchssinns.

Die Betroffenen atmen überwiegend durch den Mund, was eine Reihe von Problemen mit sich bringen kann. Normalerweise wird die von der Nase eingeatmete Luft auf ihre Ankunft in der Lunge vorbereitet: Sie wird erwärmt, angefeuchtet und vor allem von Schmutzpartikeln sowie Viren und Bakterien befreit. Über eine ausschließliche Mundatmung ist diese Anpassungsfunktion nicht mehr gewährleistet und Krankheitserreger können ungehindert in die Atemwege eindringen. Dies kann zu Entzündungen im Rachenraum, in den Bronchien oder Nasennebenhöhlen führen: Typische Symptome sind Halsschmerzen, Husten oder Heiserkeit. Sind die Nasennebenhöhlen ebenfalls gereizt, können Kopfschmerzen oder ein Schnupfen hinzukommen.

Für gewöhnlich verspüren Menschen mit Nasenpolypen keine Schmerzen. Anders ist das jedoch, wenn die Nasenpolypen aufgrund einer chronischen (lang andauernden) Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entstanden sind: In diesem Fall können die typischen Sinusitis-Symptome wie Gesichts- und Stauungsschmerzen sowie starker Schnupfen auftreten.

Nasenpolypen: Behandlung mit Medikamenten

Die Art der Behandlung ist abhängig vom Ausmaß der Polypen. So hindern Medikamente mit Kortison kleinere Nasenpolypen am Wachstum und lassen sie nach und nach schrumpfen. Zudem wirkt Kortison entzündungshemmend. In der Regel verschreibt der Arzt zunächst Nasensprays oder -tropfen, die diesen Wirkstoff enthalten. Wichtig bei diesen Mitteln ist, dass der Betroffene sie wirklich lange genug und regelmäßig benutzt, da sie sonst keine Wirkung zeigen. Eine Behandlung über eine Dauer von mehreren Monaten ist bei kortisonhaltigen Nasensprays im Gegensatz zu abschwellenden Nasensprays keine Seltenheit.

Bleibt der Erfolg trotz gewissenhafter Anwendung aus, kann der Arzt höher dosierte Kortisontabletten verordnen. Diese sind effektiver, besitzen aber auch Nebenwirkungen wie Blutdruckanstieg und Gewichtszunahme, weshalb die Therapie engmaschig überwacht werden muss.

Ist eine Allergie der Auslöser für die Polypen-Bildung, muss diese entsprechend behandelt werden. Hier sollten Betroffene ergänzend Medikamente gegen die allergischen Reaktionen einnehmen, sogenannte Antihistaminika, um die Kortison-Behandlung der Nasenpolypen zu unterstützen. Falls möglich, sollten die Allergieauslöser zusätzlich gemieden werden.

Manchmal kommt auch eine Hyposensibilisierung infrage: Dabei handelt es sich um eine Langzeittherapie unter ärztlicher Kontrolle, infolge der sich das Immunsystem von Allergikern langsam an die reizauslösenden Stoffe gewöhnt.

Was Sie selbst gegen Nasenpolypen tun können

Wer unter Polypen leidet, kann ergänzend zu den verordneten Arzneimitteln die Nase pflegen, um den Heilungsprozess zu unterstützen:

  • Inhalieren Sie mit Salzsole oder Thymian, das hält die Schleimhäute feucht.
  • Nutzen Sie Nasenduschen mit Salzwasser. Sie befreien die Nasenwege von Schleim, lösen Verkrustungen und schwemmen Krankheitserreger aus der Nase.
  • Trinken Sie viel. Die Flüssigkeit sorgt ebenfalls für feuchte Nasenschleimhäute und verdünnt das Sekret.

OP: Wann der Arzt die Nasenpolypen entfernen muss

Manchmal muss auch ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden, etwa wenn die Therapie mit Medikamenten erfolglos bleibt oder die Polypen zu groß sind. Bei einzelnen, gut zugänglichen Polypen besteht die Möglichkeit, den Eingriff ambulant in einer Hals-Nasen-Ohren-Arzt-Praxis unter lokaler Betäubung, also einer Art Schmerz-Ausschaltung ausschließlich im betroffenen Bereich, durchzuführen. Die Nasenpolypen können hier entweder mit einer Schlinge erfasst und so herausgezogen oder mit einem Laser entfernt werden.

Sofern es nötig ist, nutzen Ärzte während der Operation die Gelegenheit und sanieren die Nasennebenhöhlen gleich mit, um einer erneuten Polypen-Bildung vorzubeugen. So werden beispielsweise weitere winzige Schleimhautwucherungen vorsorglich entfernt. Liegt den Nasenpolypen eine schlechte Belüftung der Nasennebenhöhlen aufgrund zu enger Verbindungskanäle (Ostien) zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhle zugrunde, vergrößert der Operateur diese Öffnungen. So gelangt künftig mehr Atemluft in die Nasennebenhöhlen und das dort gebildete Sekret kann ungehindert abfließen. Manchmal ist aus ähnlichen Gründen eine Begradigung der Nasenscheidewand nötig oder eine Verkleinerung der Nasenmuschel.

Sollten die Nasenpolypen tief in den Nasennebenhöhlen liegen, ist in der Regel ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus nötig. Die Operation unter Vollnarkose wird ohne größere Schnitte (minimal-invasiv) und mithilfe eines schmalen, schlauchartigen Instruments, dem Endoskop, durchgeführt. Um die Nasenpolypen entfernen zu können, benutzt der Chirurg zum Beispiel ein sehr feines, rotierendes Messer.

Alle chirurgischen Eingriffe haben das Ziel, die nötige Belüftung der Nasenhöhlen und den Sekret-Abfluss zu gewährleisten. Dies erleichtert einerseits die Atmung, andererseits vermindern diese Veränderungen auch das Risiko der Neubildung von Polypen.

Häufigster Grund für die Entstehung von Nasenpolypen: Dauerhafte Reizung der Schleimhaut

Wie entstehen Nasenpolypen? Manchmal ist eine Allergie der Auslöser.

Wie genau Nasenpolypen entstehen und sich vergrößern, ist unklar. Fest steht jedoch, dass eine chronische Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen den Wachstumsprozess begünstigt. Die Ursache einer chronischen Sinusitis ist meist eine verminderte Belüftung der Nebenhöhlen, was zu einem feuchten und sauerstoffarmen Milieu führt – dem perfekten Lebensraum für Bakterien und Viren.

Dazu kommt es etwa, wenn Allergene wie Hausstaub oder Pollen die Schleimhaut in der Nase dauerhaft reizen: Als Reaktion darauf entzündet sie sich und schwillt an. Das gebildete Nasensekret kann nicht mehr abfließen, die Nasennebenhöhlen verschließen sich, Luft gelangt kaum noch hinein.

Auch anatomische Besonderheiten, die teilweise vererbt sind, wie eine krumme Nasenscheidewand oder zu enge Verbindungskanäle zwischen Nasennebenhöhlen und Nasenhöhlen können dafür verantwortlich sein, dass zu wenig Luft in die Nasennebenhöhlen gelangt. Diese reagieren darauf mit einer Entzündung ihrer Schleimhäute, vermehrter Sekret-Produktion und eventuell Polypen-Bildung.

Folgendes reizt ebenso die Nasennebenhöhlen und kann deshalb die Entstehung von Nasenpolypen begünstigen:

  • sehr trockene oder schadstoffreiche Luft
  • Pilzbefall der Schleimhaut
  • chronischer Schnupfen

Seltene Ursachen für Nasenpolypen: Samter-Trias und primäre Ziliendyskenisie

Menschen mit einer Schmerzmittelunverträglichkeit neigen ebenso zur Bildung von Nasenpolypen. Die Einnahme von Medikamenten mit ASS (Acetylsalicylsäure) lösen bei Allergikern Entzündungen und Schwellungen – auch der Schleimhäute – sowie Asthmaanfälle aus. Die Kombination aus Schmerzmittelunverträglichkeit, Asthma und Nasenpolypen wird Samter-Trias oder Widal-Trias genannt.

Die Ziliendyskinesie ist eine Erbkrankheit, welche die Funktionstüchtigkeit der Flimmerhärchen (Zilien) in der Nase herabsetzt. Die Zilien kleiden im gesunden Zustand die Schleimhaut der Nase und der Nasennebenhöhlen vollständig aus und sorgen mit wellenförmigen Bewegungen für den Abtransport von Krankheitserregern und Fremdkörpern, die in die Nase eingedrungen sind. Ist diese Reinigungsfunktion wie bei der Ziliendyskinesie gestört, kommt es zur Entzündung und Schwellung der Schleimhaut, was wiederum die Polypen-Entstehung fördert.

Nasenpolypen: Untersuchung und Diagnose

Zunächst führt der behandelnde Arzt ein Patientengespräch über die vorliegenden Beschwerden. Symptome wie häufige Nasennebenhöhlenentzündungen, ein eingeschränkter Geruchssinn und eine erschwerte Atmung deuten auf Nasenpolypen hin.

Anschließend wird der Arzt die Nase und Nebenhöhlen genauer untersuchen. Wie er dabei vorgeht, hängt ganz von der Größe der Polypen ab. Sehr große Wucherungen, die in die Nasenhöhle hineinragen, sind schon mit dem bloßen Auge auszumachen. Kleinere Wucherungen, die flächig auf der Schleimhaut der Nebenhöhlen aufliegen, können mit einem sogenannten Nasenendoskop erkannt werden. Bei diesem Untersuchungsinstrument handelt es sich um einen dünnen, flexiblen Stab, der am Ende mit einer Kamera und einer Lichtquelle ausgestattet ist.

Zudem gibt es noch bildgebende Verfahren, die eingesetzt werden können, falls die anderen Untersuchungsmethoden kein Ergebnis bringen. Dazu zählt insbesondere die Computertomographie (CT), die exakte Schnittbilder der Nasennebenhöhlen anfertigen können. Verfahren wie Röntgen- und Ultraschallaufnahmen werden inzwischen selten angewandt, da ihre Ergebnisse weniger genau sind.

Wenn der Arzt eine Allergie hinter den Wucherungen vermutet, veranlasst er einen Haut- oder Bluttest, der Aufschluss bringt.

Mögliche Komplikationen bei Nasenpolypen

Nasenpolypen sind in der Regel harmlos. Werden sie jedoch nicht rechtzeitig erkannt und behandelt beziehungsweise entfernt, kann es zu Komplikationen oder Folgeerkrankungen kommen. Da die Wucherungen mit zunehmender Größe die Nasenatmung einschränken und Betroffene deshalb über den Mund atmen müssen, können Krankheitserreger oder Schadstoffe ungehindert in den Körper eindringen und dort anhaltende Infekte wie eine chronische Bronchitis verursachen. Zudem sind Allergiker oder Menschen mit Asthma anfälliger für die Entstehung von Nasenpolypen.

Werden Nasenpolypen nicht behandelt, wachsen sie ungehindert weiter. In extremen Fällen werden sie so groß, dass sie das Nasengerüst auseinanderschieben und damit den Augenabstand vergrößern können. In der Regel werden heutzutage allerdings Polypen frühzeitig erkannt und behandelt, deshalb beobachten Mediziner diese Komplikation nur noch äußerst selten.

Nasenpolypen: Vorbeugen mit gewissenhafter Pflege

Nasenpolypen entfernen ist nicht immer nötig, manchmal genügt schon die Anwendung von kortisonhaltigem Nasenspray.

Aktiv Nasenpolypen vorzubeugen, ist kaum möglich. Wenn sich aber bereits schon welche gebildet haben und diese entfernt wurden, können Sie dafür sorgen, dass die Wucherungen nicht erneut entstehen. Nach der Operation ist eine gewissenhafte Nachsorge unerlässlich. Dazu gehören regelmäßig Kontrollen durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt sowie eine gründliche Nasenpflege mit Nasenduschen und Inhalationen. Ebenso ist eine Weiterbehandlung mit kortisonhaltigen Nasentropfen oder -sprays meist erforderlich, um ein erneutes Auftreten von Nasenpolypen zu verhindern.

Hat eine Allergie das Polypen-Wachstum begünstigt, ist es wichtig, den Allergieauslöser zu meiden beziehungsweise mit entsprechenden Medikamenten dagegen anzusteuern. Gelingt das nicht, ist eine Neubildung sehr wahrscheinlich. Ist eine Schmerzmittelunverträglichkeit die Ursache, sollte das entsprechende Mittel ebenfalls vermieden werden.

Wie Nasenpolypen bei Kindern entstehen

In der Regel sind Polypen-Patienten über 30 Jahre alt – selten sind jüngere Menschen und vor allem Kinder betroffen. Eine Ausnahme gibt es: Kinder, die an der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose leiden, haben häufiger Polypen. Bei der Mukoviszidose sondern die schleimproduzierenden Drüsen in den Atemwegen ein abnorm zähes Sekret ab, das sich leicht in den Nasennebenhöhlen anstaut und schlecht abfließen kann. Das begünstigt die Entwicklung einer Nasennebenhöhlenentzündung, die wiederum dafür sorgen kann, dass Nasenpolypen entstehen.

Gut zu wissen
Häufig ist bei Kindern die Rede von Polypen, vor allem, wenn es darum geht, sie aufgrund einer starken Vergrößerung zu entfernen. Hierbei handelt es sich aber nur in den seltensten Fällen um die tatsächlichen Nasenpolypen, sondern meist um vergrößerte Rachenmandeln, die umgangssprachlich auch Polypen genannt werden.