Stirnhöhlenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis) ist eine Form der Nasennebenhöhlenentzündung – meistens entwickelt sie sich infolge einer Erkältung mit Schnupfen. Die Schleimhaut ist in einer oder beiden Stirnhöhlen entzündet, was häufig starke Kopfschmerzen im Stirnbereich verursacht. In der Regel fördern Nasensprays und Inhalationen den Heilungsprozess.

Stirnhöhlenentzündung: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hauptsymptom der Stirnhöhlenentzündung: Druckschmerz im Bereich der Stirn, der sich verstärkt, wenn der Patient den Kopf nach vorne neigt
  • Mediziner unterscheiden zwischen der akuten und chronischen Stirnhöhlenentzündung:
  • Bei der akuten Form sind die Symptome stark ausgeprägt und sie dauert nur kurz an.
  • Die Symptome der chronischen Form sind meist schwächer ausgeprägt und über mehrere Wochen vorhanden.
  • Schleimlöser, abschwellende Nasensprays und Schmerzmittel sind zur Behandlung geeignet. Hausmittel können die Heilung zusätzlich fördern.

Übersicht

Die Stirnhöhlenentzündung: Typische Symptome sind starke Gesichts- und Stirnschmerzen

Stirnhöhlenentzündung: Typische Symptome sind Kopf- und Gesichtsschmerzen.

Charakteristisch für eine Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis) ist ein stechender und pulsierender Schmerz im Stirnbereich sowie heftiger Schnupfen.

Folgende Symptome deuten auf eine Stirnhöhlenentzündung hin:

  • Starke Schmerzen im Stirnbereich, die bis zu den Augen ausstrahlen können
  • Druckgefühle in der Stirn, die sich deutlich verstärken, wenn sich der Betroffene vornüberbeugt
  • Schmerzen beim Kauen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl: Abgeschlagenheit, Schwindel, Müdigkeit
  • Weitere Erkältungszeichen: Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen
  • Verminderter Geruchs- und Geschmackssinn
  • Eitriger Nasenausfluss (bei einer Infektion mit Bakterien)

Akute Stirnhöhlenentzündungen verlaufen schnell und heftig

Eine akute Stirnhöhlenentzündung beginnt meist mit einem gewöhnlichen Schnupfen: Krankheitserreger dringen in die Nase ein und lösen so eine Entzündung der Nasenschleimhaut aus, die daraufhin anschwillt. Um die Keime aus der Nase zu spülen, bildet die Schleimhaut zunehmend mehr Sekret. Aufgrund der Menge läuft es nicht nur als Schnupfen aus der Nase, es verschließt auch die engen Verbindungsgänge (Ostien) zwischen der Nasenhaupthöhle und der Stirnhöhle.

Durch die Blockade der Ostien kommt es zu einem Sekretstau in der Stirnhöhle. Das sich ansammelnde Sekret bietet den idealen Nährboden für Erreger, so entzündet sich auch hier die Schleimhaut – eine Stirnhöhlenentzündung entsteht.

Der Sekretstau und die entzündete Schleimhaut sorgen dafür, dass Betroffene innerhalb weniger Stunden unter starken, pulsierenden, bohrenden oder stechenden Schmerzen im Stirn- und Augenbereich leiden. Typisch für eine akute Stirnhöhlenentzündung ist die Intensitätszunahme der Schmerzen, sobald sich Erkrankte mit dem Kopf nach vorne beugen, niesen, husten oder mit den Fingern die jeweilige Stelle berühren, denn hierbei erhöht sich der Druck in den Stirnhöhlen zusätzlich.

Chronische Stirnhöhlenentzündungen entwickeln sich langsam und sind langwierig

Schon gewusst?

Von einer chronischen Stirnhöhlenentzündung sprechen Ärzte, wenn diese öfter als vier Mal pro Jahr auftritt. Außerdem gilt die Erkrankung als chronisch, wenn sie länger als zwölf Wochen am Stück andauert.
Eine akute Stirnhöhlenentzündung hingegen dauert in der Regel nicht länger als zwölf Wochen.

Die Symptome einer chronischen Stirnhöhlenentzündung zeigen sich deutlich weniger charakteristisch als bei einer akuten Entzündung. Stirnkopfschmerzen werden bei einem chronischen Verlauf seltener empfunden oder fehlen manchmal sogar ganz. Manche Patienten klagen über ein schleimig-eitriges Nasensekret und Riech- und Geschmacksstörungen, andere leiden zwischenzeitlich an akuten Infektionsschüben mit Schmerzen und Abgeschlagenheit.

Akute Stirnhöhlenentzündung: Behandlung durch den Arzt

Ziel der Behandlung einer Stirnhöhlenentzündung ist es, die entzündeten Schleimhäute zum Abschwellen zu bringen sowie das angestaute Sekret zu verflüssigen, damit es leichter abfließen kann. Das gelingt in der Regel gut mit abschwellenden Nasensprays oder -tropfen, die dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße in den Schleimhäuten in Nase und Stirnhöhle verengen und weniger Schleim gebildet wird.

Achtung:
Diese Arzneimittel besitzen suchterzeugende Eigenschaften, weshalb sie im Normalfall nicht länger als sieben Tage lang genutzt werden sollten.

Als Alternative bieten sich Sprays mit Meerwasser an: Sie reinigen die Atemwege, fördern ebenfalls das Abschwellen der Schleimhäute und bergen keine Suchtgefahr. Oft empfehlen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte ergänzend schleimlösende Mittel (Sekretolytika) zum Einnehmen. Die chemischen oder pflanzlichen Wirkstoffe senken die Zähigkeit des Schleims, der so leichter ausgeschieden werden kann.

Zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung, gibt es als Behandlungsmöglichkeit auch die sogenannte hohe Einlage. Hierbei schiebt der Arzt für zehn Minuten ein Stück Watte, das mit abschwellenden Medikamenten getränkt ist, in den mittleren Nasengang.

Dieser Nasengang steht in direkter Verbindung zur Stirnhöhle, die Arznei kann somit gut die betroffene Region erreichen und dafür sorgen, dass die Schleimhaut abschwillt und das Sekret abfließen kann.
Antibiotika kommen bei der Stirnhöhlenentzündung nur dann zum Einsatz, wenn nachweislich Bakterien die Erkrankung verursacht haben.

Gut zu wissen:
Schmerzmittel bei Stirnhöhlenentzündung
Falls die Schmerzen besonders stark und schwer erträglich sein sollten, können Sie ergänzend Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen einnehmen. Sie lindern nicht nur die Schmerzen, sondern wirken noch dazu antientzündlich, Ibuprofen hat zudem eine abschwellende Wirkung.

Akute Stirnhöhlenentzündung: Behandlung in gravierenden Fällen

Lassen sich die Beschwerden einer Stirnhöhlenentzündung nach 14 Tagen nicht lindern, stechen Ärzte manchmal die entzündete Stirnhöhle an (Punktion), um den Schleim abfließen zu lassen und anschließend die Höhle mit einer Antibiotika-Lösung auszuspülen.

Gelegentlich ist es nötig, den mittleren Nasengang aufzuspreizen, damit genügend Platz für den Abfluss des angestauten Sekrets ist. Sehr selten muss der Arzt die Stirnhöhle auf Höhe der Augenbrauen mit einem Bohrer öffnen (Beck-Bohrung), das Sekret absaugen und die Höhle mit Antibiotika ausspülen.

Akute Stirnhöhlenentzündung: Ursache und Risikofaktoren

Hintergrundinfo: Die Stirnhöhle

Frau: Anatomie Stirnhöhle und Keilbeinhöhle

Die Stirnhöhle ist ein paarig angelegter, mit Luft gefüllter und mit Schleimhaut ausgekleideter Hohlraum im Stirnbein (Os frontale). Sie zählt mit den Kieferhöhlen, Keilbeinhöhlen und Siebbeinzellen zu den Nasennebenhöhlen und steht mit der Nasenhöhle über enge Gänge in Verbindung. Wie alle Nasennebenhöhlen dient auch die Stirnhöhle der Erwärmung der Atemluft und vermutlich auch als Gewichtsentlastung des Schädels und Resonanzraum beim Sprechen.

Die akute Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis) entsteht fast immer aufgrund einer Entzündung der Nasenschleimhaut im Rahmen einer viralen Infektion. Hierbei gelangen Erkältungsviren wie zum Beispiel Rhino-, Adeno- oder RS-Viren in die Nase, die einen Schnupfen auslösen, aus dem sich wiederrum eine Stirnhöhlenentzündung entwickeln kann.

Bei der sogenannten Badesinusitis kommt es zu einer Infektion mit Bakterien im Wasser, die in die Nase eindringen und dort ebenfalls eine Entzündung der Schleimhaut auslösen. Äußerst selten sind große Druckschwankungen, wie sie beim Fliegen oder Tauchsport (Barosinusitis) auftreten können, Ursachen für eine Stirnhöhlenentzündung.
Folgende Risikofaktoren können zudem eine akute Stirnhöhlenentzündung begünstigen:

Chronische Stirnhöhlenentzündung: Behandlung durch den Arzt

Ist eine Allergie Verursacher der chronischen Stirnhöhlenentzündung, sollte der Betroffene den Auslöser der allergischen Überreaktion künftig meiden. Wenn das nicht möglich ist, müssen entsprechende Medikamente (Antihistaminika) eingenommen werden. Manchmal kommt auch eine Hyposensibilisierung infrage (spezifische Immuntherapie).

Dabei handelt es sich um eine Langzeittherapie, infolge der sich der Allergiker im Idealfall an die reizauslösenden Stoffe gewöhnt. Die Behandlung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle.

Wenn eine anatomische Gegebenheit für die schlechte Belüftung der Stirnhöhle Verantwortung trägt, kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein, der abhängig von der Verschlussart ist. Über die Nase kann der Arzt mittels schlauchartiger Instrumente beispielsweise eine krumme Nasenscheidewand korrigieren, große Polypen entfernen oder zu enge Verbindungsgänge zwischen Nasenhöhle und Stirnhöhle (Ostien) vergrößern.

Chronische Stirnhöhlenentzündung: Ursache

Eine Stirnhöhlenentzündung kann zunächst immer wiederkehren und in seltenen Fällen im Laufe der Zeit chronisch werden. Als chronisch wird eine Stirnhöhlenentzündung bezeichnet, wenn sie länger als drei Monate andauert oder öfter als vier Mal jährlich auftritt.

Eine Stirnhöhlenentzündung läuft dann Gefahr chronisch zu verlaufen, wenn die Stirnhöhle unzureichend belüftet ist oder ihre Zugänge verengt sind, weil der Sekret-Abtransport dauerhaft gestört ist. Menschen, die von einem chronischen Schnupfen geplagt werden, haben auch oft mit einer Stirnhöhlenentzündung zu kämpfen. Ebenso kann die Stirnhöhle bei einer Allergie mit verstopfter Nase oder Fließschnupfen betroffen sein. Die Nasenschleimhäute sind hierbei ständig entzündet und angeschwollen, weshalb das Nasensekret nicht abfließen kann.

Anatomische Besonderheiten können Teile der Nase verschließen und eine chronische Stirnhöhlenentzündung auslösen. Dazu zählen etwa eine krumme Nasenscheidewand, eine vergrößerte Nasenmuschel und verengte Nasenhöhlengänge. Nasenpolypen sind für die sogenannten polypöse Sinusitis verantwortlich. In diesem Fall verengen gutartige Schleimhautwucherungen die Nase.

Ähnlich wie bei der akuten Stirnhöhlenentzündung können bestimmte Gegebenheiten, wie ein geschwächtes Immunsystem, die Krankheit begünstigen.

Hausmittel bei Stirnhöhlenentzündung: Viel Trinken und warme Packungen

Bei der Stirnhöhlenentzündung können auch Hausmittel wie Tee wirkungsvoll sein.

Neben der Schulmedizin und pflanzlichen Präparaten gibt es auch eine Reihe von Hausmitteln, welche die Beschwerden einer Stirnhöhlenentzündung lindern können:

  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Am besten zwei bis drei Liter täglich, damit sich der Schleim verflüssigt und die Schleimhäute ausreichend feucht gehalten werden.
  • Bestrahlen Sie die schmerzende Stelle mit Rotlicht. Die Wärme wirkt der Entzündung entgegen.
  • Leinsamenpackungen haben den gleichen Effekt. Kochen Sie fünf Esslöffel Leinsamen in zwei Tassen Wasser weich und füllen Sie die Masse in Leinensäckchen. Legen Sie sich die warmen – nicht heißen – Päckchen auf Ihre Stirn.
  • Inhalationen mit ätherischen Ölen oder mit Salz verflüssigen den Schleim.
  • Legen Sie Ihren Kopf nachts etwas erhöht. So kann das Sekret besser abfließen.

 

Komplikationen bei der Stirnhöhlenentzündung

Aufgrund ihrer örtlichen Nähe zur Stirnhöhle kann die Entzündung auch auf die Augen übergreifen, was an den Schwellungen des Oberlids erkennbar ist. In seltenen Fällen kommt es zu einer eitrigen Entzündung der Augenhöhle (Orbitalphlegmone), einer Bindehautentzündung, einer Hirnhautentzündung, Hirnabszessen oder einer Knochenmarkentzündung des Stirnbeins.

Stirnhöhlenentzündung: Diagnose

Zunächst führt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt ein Patientengespräch, wobei er sich nach Ausmaß und Dauer der Beschwerden erkundigt. Anschließend klopft er die schmerzenden Stellen ab und bittet den Patienten, sich vornüber zu beugen oder auf einem Bein zu hüpfen.

Leidet derjenige tatsächlich unter einer Stirnhöhlenentzündung, lösen die Untersuchungsmaßnahmen Schmerzen aus beziehungsweise verschlimmern diese. Anschließend werden die Augen nach Wassereinlagerungen oder einer Bindehautentzündung untersucht.

Mithilfe einer Nasenspiegelung kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt die Nasenschleimhäute inspizieren und deren Beschaffenheit beurteilen. Dafür benutzt er ein sogenanntes Rhinoskop:

Ein dünnes Instrument, das am Ende mit einer kleinen Kamera ausgestattet ist. Sind die Schleimhäute gerötet und geschwollen, ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Entzündungsreaktion. Eindeutige Zeichen für eine Stirnhöhlenentzündung sind Eiter- und Schleimspuren im mittleren Nasengang.

Bringt die Nasenspiegelung nicht die gewünschte Erkenntnis, kann zusätzlich ein exakteres bildgebendes Verfahren wie ein CT (Computertomographie) oder eine Röntgenaufnahme veranlasst werden, um die Stirnhöhle und deren Umgebung genauer begutachten zu können.

Gut zu wissen
Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion kann ein Abstrich des Nasensekrets entnommen werden. Dies ist bei einem bakteriellen Befall besonders wichtig, um das richtige Antibiotikum zur Therapie zu verschreiben.

Vermutet der Arzt, dass die Stirnhöhlenentzündung zu einer Knochenmarkentzündung des Stirnbeins (Stirnbeinosteomyelitis) geführt hat, wird die Stoffwechselaktivität des Knochengewebes untersucht. Bei Verdacht auf weitere Komplikationen kann die Durchführung anderer Untersuchungen notwendig sein, etwa eine Analyse der Hirnflüssigkeit, wenn Anzeichen einer Hirnhautentzündung bestehen.

Wichtig bei der Diagnose „Stirnhöhlenentzündung“ ist es, andere Krankheiten auszuschließen. Dazu zählen Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne oder auch Störungen der Gesichtsnerven wie die Trigeminusneuralgie (Schädigung des fünften Hirnnervs). Beide können Schmerzen im Stirnbereich auslösen und somit als Stirnhöhlenentzündung fehlinterpretiert werden.

Einer Stirnhöhlenentzündung vorbeugen

Frau mit Stirnhöhlenentzündung nimmt ein Bad.

Eine Stirnhöhlenentzündung ist schwer zu vermeiden, wenn sie aufgrund anatomischer Gegebenheiten wie einer krummen Nasenscheidewand auftritt. Vor allem diese Patienten sollten darauf achten, eine Erkältung ausreichend zu behandeln, um so einer Entzündung der Stirnhöhle vorzubeugen:

  • Nehmen Sie ein Erkältungsbad. Das beruhigt die gereizten Schleimhäute.
  • Trinken Sie ausreichend, um die Schleimhäute feucht zu halten.
  • Mehrmals täglich sollten Sie Ihre Nase mit einer isotonischen Kochsalzlösung (aus der Apotheke) ausspülen beziehungsweise Meerwasser- oder Pflegesprays verwenden.
  • Schlafen Sie genug und meiden Sie Stress. Nur ein ausgeruhter Körper kann Krankheitserreger bekämpfen.

Zudem beugt ein starkes Immunsystem einer akuten Stirnhöhlenentzündung vor. Sie können Ihre Abwehrkräfte mit regelmäßigen Saunabesuchen, Wechselduschen, viel Bewegung im Freien und einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung stärken.