Im Dschungel der Schnupfenarten: vasomotorisch, chronisch, allergisch – behalten Sie den Überblick

Ein Mann der in ein Taschentuch schnäuzt. Da es verschiedene Schnupfenarten gibt, muss es nicht immer eine Erkältung sein.

Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen. Stecken Viren hinter der Triefnase oder handelt es sich um einen allergischen Schnupfen? Je nachdem, welche Ursache den Schnupfen (Rhinitis) auslöst, unterscheiden sich auch die Behandlungsmöglichkeiten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Schnupfenarten.

Überblick über die Schnupfenarten:

  • akute Rhinitis
  • chronische Rhinitis
  • Arzneimittel-Schnupfen
  • allergischer Schnupfen
  • fließender Schnupfen
  • trockene Nasenschleimhaut

Rhinitis acuta: Der gewöhnliche Schnupfen

Mit dieser Schnupfenart haben sich wohl die meisten schon einmal herumgeplagt: Erkältungsschnupfen. Typische Symptome sind unter anderem eine laufende oder verstopfte Nase, Niesreiz, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Ausgelöst wird der normale Schnupfen meist durch eine virale Infektion im Naseninnenraum beziehungsweise der Schleimhaut. Die Verantwortlichen sind in den meisten Fällen Rhinoviren, mitunter sind auch Corona- oder Adenoviren an einer Erkältung schuld.

Eine Übertragung findet entweder über die Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder Kontaktinfektion (Händeschütteln, Anfassen von Gegenständen) statt. Gesellt sich zum akuten Schnupfen noch eine bakterielle Infektion hinzu, spricht man von einer Sekundärinfektion oder Superinfektion.

Schnupfen bei Kindern: Das müssen Eltern beachten

Aufgrund ihres noch schwachen Immunsystems sind besonders Babys und Kleinkinder häufiger von einem Schnupfen betroffen. Die vielen Erreger sind dem kleinen Körper noch fremd, er muss erst lernen, sich dagegen zu wehren. Trotz der Tatsache, dass die Symptome beim Nachwuchs stärker ausfallen als bei einem Erwachsenen, besteht in der Regel kein Grund zur Panik – eine Rhinitis ist nach einigen Tagen überstanden. Wie Eltern ihrem Kind helfen können und wann sie zum Arzt sollten, lesen Sie im Artikel zu Schnupfen bei Babys und Kleinkindern.

Rhinitis chronica: Langfristige Entzündung der Nasenschleimhaut

Ist die Nasenschleimhaut dauerhaft entzündet oder leidet an Irritationen, reagiert sie darauf mit einer Verdickung. Während ein akuter Schnupfen in der Regel nach etwa fünf Tagen auskuriert ist, kehrt die chronische Rhinitis immer wieder.

Der chronische Schnupfen äußert sich dabei ähnlich dem eines akuten Schnupfens:

  • vermehrte Bildung von Nasensekret
  • verstopfte Nasennebenhöhlen
  • Niesreiz
  • Schwellung und/oder Rötung der Nasenschleimhaut

Sind zudem die Nasennebenhöhlen von der Entzündung betroffen, kann es überdies zu Beschwerden wie Kopf- oder Gesichtsschmerzen kommen. Betroffene fühlen sich häufig müde, ihr Riechvermögen ist eingeschränkt und sie erkranken öfter.

Meist ist diese Schnupfenart allergisch oder infektiös (durch Bakterien oder Viren) bedingt. Zudem kann eine anatomische Veränderung im Nasenbereich, zum Beispiel eine krumme Nasenscheidewand oder Nasenpolypen, zu einer Reizung der Schleimhaut führen. Über die Behandlung des chronischen Schnupfens entscheidet die Ursache:

Ist die Rhinitis chronica allergisch bedingt, wird versucht, das Allergen zu meiden. Bei bakterieller Infektion wird meist auf Antibiotika zurückgegriffen, in anderen Fällen ist ein operativer Eingriff vonnöten.

Rhinitis medicamentosa: Wenn abschwellende Nasensprays süchtig machen

Eine besondere Form des Schnupfens stellt die Rhinitis medicamentosa – der Arzneimittel-Schnupfen – dar. Gemeint ist der übermäßige Gebrauch von Nasensprays: Das heißt, die Mittel werden länger als die empfohlene Dauer von maximal sieben Tagen angewandt – in der Folge kommt es zu einer Abhängigkeit. Die Nasenschleimhaut gewöhnt sich an das Nasenmittel, sie kann nicht mehr von alleine abschwellen und der Betroffene muss immer öfter zum Mittel greifen, um den erwünschten Effekt zu erzielen – ein Teufelskreis entsteht.

Um eine dauerhafte Schädigung der Schleimhaut und andere Folgen wie eine chronische Atemwegserkrankung oder Nasenbluten zu vermeiden, ist eine Abgewöhnung unumgänglich. Wie Sie das bewerkstelligen und was es sonst noch über die Abhängigkeit von Nasenmitteln zu wissen gibt, lesen Sie im Artikel über Nasenspray-Sucht.

Rhinitis allergica: Allergischer Schnupfen

Eine andere Schnupfenart ist der allergische Schnupfen. Der bekannteste darunter ist wohl der Heuschnupfen. Bei dieser Form der Rhinitis handelt es sich um eine sogenannte Typ-I-Allergie: Das heißt, kommt der Betroffene mit einem bestimmten Allergen in Kontakt, reagieren Schleimhäute oder Haut sofort beziehungsweise innerhalb weniger Minuten. Am häufigsten tritt allergischer Schnupfen nach Kontakt mit

  • Pollen von Bäumen, Sträuchern oder Gräsern,
  • Tierhaaren oder
  • Hausstaubmilben auf.

Nach Kontakt mit den Allergenen findet eine Überempfindlichkeitsreaktion statt: Dies führt bei Betroffenen zu Juck- und Niesreiz sowie einem Brennen der Augen und des Gaumens. Viele Allergiker fühlen sich während eines Schubs ermattet – fast schon krank.

Die Allergien können sowohl saisonal, wenn beispielsweise bestimmte Gräser blühen, als auch ganzjährig auftreten, insbesondere bei Allergenen wie Hausstaubmilben oder Tierhaaren. Bei der Behandlung der allergischen Rhinitis wird vor allem auf das Vermeiden der Allergene (Allergenkarenz) gesetzt. In manchen Fällen ist auch eine Hyposensibilisierung möglich; durch die Immuntherapie soll der Körper das Allergen tolerieren lernen.

Rhinitis vasomotorica: Der Fließschnupfen

Vasomotorischer Schnupfen ist auch unter dem Begriff idiopathische Rhinitis oder Fließschnupfen bekannt. Der Name kommt dabei nicht von ungefähr: Diese Schnupfenart zeichnet sich durch ein ständiges Laufen beziehungsweise eine verstopfte Nase aus. Verantwortlich dafür ist eine ständige Reizung oder eine nachhaltige Schädigung der Nasenschleimhaut.

Ihrer Funktion kann sie nicht mehr normal nachkommen, stattdessen produziert die Schleimhaut zu viel Flüssigkeit und Schleim.

Zwar können verschiedene Faktoren wie

  • Gerüche von frischer Farbe oder chemischen Reizstoffen,
  • Stress,
  • Alkohol oder
  • trockene Luft, aber auch Feuchtigkeit

die Symptome des Fließschnupfens verschlimmern beziehungsweise auslösen. Dennoch ist die vasomotorische Rhinitis weder allergischer noch infektiöser Natur. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.

Rhinitis sicca: Trockene Nasenschleimhaut

Eine weitere Schnupfenart und eine Form der Nasenschleimhautentzündung stellt die Rhinitis sicca dar: Beim trockenen Schnupfen ist die Produktion von Nasensekret deutlich verringert, die Schleimhaut trocknet aus und es kann zu Borken- und Krustenbildung der Nasenschleimhaut kommen. Die Ursache kann auf einen Missbrauch von gefäßverengenden (vasokonstringierenden) Nasensprays zurückzuführen sein.

Betroffene klagen über eine verstopfte Nase bei gleichzeitigem Nies- und Juckreiz sowie einem Brennen der Nase. Außerdem kann es zu Nasenbluten kommen, sollten die Krusten einreißen. Um der Austrocknung entgegenzusteuern, setzt man bei der Behandlung auf befeuchtende Mittel.

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