Fließschnupfen: Wenn die Nase läuft und läuft …

Sie haben sich gerade die Nase geputzt und müssen sich schon wieder schnäuzen? Beim Fließschnupfen ist das Taschentuch im Dauereinsatz. Eine solche Schniefnase ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Welche sind das? Und wie können Sie den Fließschnupfen am besten stoppen? Informieren Sie sich hier.

Junge putzt sich die Nase wegen Fließschnupfen, entstanden durch Heuschnupfen.

Was ist ein Fließschnupfen?

Hinter der Bezeichnung Fließschnupfen versteckt sich kein medizinischer Fachbegriff, vielmehr wird damit eine Erscheinungsform des akuten Schnupfens – ein sehr dünnflüssig-wässriger Schnupfen – beschrieben. Wie der Name bereits aussagt, kennzeichnet eine ständig laufende Nase diese Schnupfenart. Damit einhergehend kommen häufig noch folgende Merkmale hinzu:

  • Juckreiz
  • ausgeprägter Niesreiz
  • wunde, brennende Nasenlöcher durch häufiges Schnäuzen
  • dumpfer, ziehender Kopfschmerz
  • Tränenfluss

Der Fließschnupfen kann als eine Art Gegenteil vom sogenannten Stockschnupfen angesehen werden. Bei dieser Schnupfenart sitzt das Nasensekret fest und verhindert die Nasenatmung. Bei einer Erkältung treten meist beide Schnupfenarten gemeinsam auf.

Was sind die Ursachen von Fließschnupfen?

Ein Fließschnupfen kann verschiedene Ursachen haben. Ist der Schnupfen weder auf eine Allergie noch auf eine Infektion zurückzuführen, bezeichnen Mediziner diese Schnupfenart als vasomotorischen Schnupfen. Zu den Faktoren, die einen solchen Schnupfen auslösen können, gehören:

  • unspezifische Reize wie Zigarettenrauch oder Staub
  • sehr scharfe oder heiße Gerichte
  • psychische Probleme
  • Stress
  • hormonelle Veränderungen (etwa in der Schwangerschaft)

Außerdem kennen viele sicher das Phänomen, dass die Nase bei Kälte zu triefen beginnt. Der Grund: Der Körper möchte vermeiden, dass die Nasenschleimhaut austrocknet, und produziert deshalb vermehrt Sekret. Häufiger tritt Fließschnupfen jedoch im Rahmen einer Erkältung oder infolge einer allergischen Reaktion auf.

Fließschnupfen als Symptom einer Erkältung

Fließschnupfen ist neben weiteren Beschwerden wie Halsschmerzen oder Husten ein typisches Symptom von Erkältungen (grippaler Infekt). Dabei handelt es sich um eine infektiös bedingte Erkrankung, die vor allem im Herbst und Winter viele Menschen betrifft. Die Auslöser sind Viren wie

  • Adenoviren,
  • Rhinoviren oder
  • Coxsackieviren.

Sie werden per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass eine erkältete Person beim Sprechen oder Husten Viren freisetzt. Diese können über die Luft von anderen Menschen bei der Atmung aufgenommen werden. Darüber hinaus können Viren außerdem für bestimmte Zeit auf Oberflächen (wie Türgriffen) überleben, sodass auch über diesen Weg eine Ansteckung erfolgen kann. Der Fließschnupfen ist ein Versuch des Immunsystems, unerwünschte Viren oder Bakterien wieder loszuwerden.

Wässriger Fließschnupfen bei einer Allergie

Bei einem allergischen Schnupfen, zum Beispiel Heuschnupfen, leiden Betroffene häufig auch an Fließschnupfen. Da es sich bei einem allergischen Schnupfen um eine überempfindliche Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe handelt, ist der Fließschnupfen in diesem Fall nicht ansteckend.

Gut zu wissen:
Verschiedene Ursachen für Fließschnupfen können manchmal zusammenspielen, zum Beispiel, wenn ein Allergiker eine Erkältung hat.

Wie lässt sich der Fließschnupfen bei einer Erkältung stoppen?

Die Behandlung bei Fließschnupfen richtet sich in erster Linie nach der Ursache. Bei einer Erkältung sollten sich Betroffene schonen und Ruhe gönnen – vor allem wenn leichtes Fieber hinzukommt. Außerdem können Sie mithilfe klassischer Hausmittel wie Nasenspülungen mit Kochsalzlösung oder Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen (wie Eukalyptus oder Fichtennadeln) die Nasenschleimhäute befeuchten. Dadurch wird der Schleim verdünnt, fließt schneller ab und die Nase bleibt anschließend länger trocken.

Wann zum Arzt?
Normalerweise stoppt der Fließschnupfen mit Abklingen der Erkältung nach etwa einer Woche. Hält der wässrige Schnupfen länger als eine Woche an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Möglicherweise haben sich Bakterien auf der Nasenschleimhaut angesammelt. Ist das der Fall, kann der Arzt Antibiotika gegen diese verschreiben.

Was hilft gegen allergischen Fließschnupfen?

Wer an allergischem Schnupfen leidet, sollte versuchen, sich so gut wie möglich vor Pollen zu schützen. Das ist aber nicht immer so leicht möglich. Wie können Allergiker den lästigen Fließschnupfen noch stoppen? Zur Behandlung von allergischem Schnupfen eignen sich beispielsweise Tabletten oder Nasensprays, die Antihistaminika enthalten. Diese Wirkstoffe hemmen die Bildung von Histamin, ein körpereigener Stoff, der bei Allergien in großen Mengen freigesetzt wird. Dadurch können Symptome des Fließschnupfens entsprechend gelindert werden. Bei sehr starken allergischen Reaktionen kann der Arzt außerdem für eine kurze Zeit Medikamente mit Kortison verschreiben. Diese haben eine abschwellende und entzündungshemmende Wirkung.

Allergien langfristig behandeln
Vorbeugend können Allergiker außerdem eine Hyposensibilisierung bei ihrem Arzt durchführen. Die Therapie erfolgt über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren und zielt darauf ab, dass der Körper wiederholt mit dem Allergen konfrontiert wird und sich so an dieses gewöhnt.

Ist Sport bei Fließschnupfen möglich?

Fließschnupfen ist unangenehm, viele Betroffene fühlen sich aber dennoch fit genug, um sich sportlich zu betätigen. Ist das eine gute Idee? Bei einem allergischen Schnupfen spricht in der Regel nichts dagegen. Starke Allergiker sollten es vermeiden, während der Pollenflugzeiten im Freien joggen zu gehen. Die Atemwege können sonst anschwellen, was zu Atemnot führen kann.

Tipp:
Spülen Sie Ihre Nase vor dem Training mit Salzwasser, um das Laufen der Nase während der körperlichen Betätigung zu reduzieren. Die Kochsalzlösung für die Nasendusche können Sie ganz einfach selbst herstellen: Geben Sie hierfür etwa neun Gramm Salz (etwa zwei Teelöffel) in ein Liter warmes Wasser.

Bei einer Erkältung sollten Sie hingegen zumindest so lange pausieren, bis der Fließschnupfen und andere Symptome abgeklungen sind. Nach einer Erkältung mit Fieber sollten Sie nach dem Infekt mit der nächsten Sporteinheit noch mindestens eine Woche warten. Denn: Sport bedeutet für den geschwächten Körper zusätzlichen „Stress“, wodurch die eigentliche Aufgabe – die Bekämpfung der Krankheitserreger – nicht hundertprozentig erfüllt werden kann. Im schlimmsten Fall können die Viren im Körper zum Herzen wandern und zu einer Herzmuskelentzündung führen – eine mitunter lebensgefährliche Situation.

Auch interessant:
Überblick: Diese Schnupfenarten gibt es >>

Allergischen Schnupfen behandeln >>

Was ist Heuschnupfen? >>