Mehr als nur Atmen und Riechen – die Funktionen der Nase im Überblick

20. Februar 2018
7 Min.

Die Nase sitzt präsent mitten im Gesicht eines jeden Menschen. Wir sehen das Organ täglich beim Blick in den Spiegel, und wenn wir einen anderen Menschen betrachten. Viel mehr, als dass sie maßgeblich an der Atmung beteiligt ist und wir mit ihr riechen können, wissen viele Menschen über die Funktion der Nase jedoch nicht. Dabei übernimmt die Nase noch viele weitere wichtige Aufgaben.

Riechen ist eine Aufgabe der Nase

Einmal tief Luft holen, bitte: Diese Funktionen erfüllt die Nase bei der Atmung

Neun Liter – in etwa das Volumen eines großen Putzeimers – das entspricht der Menge an Atemluft, die unsere Nase pro Minute beim Ein- und Ausatmen passiert.1 Durch diesen Prozess erhalten wir den lebenswichtigen Sauerstoff. Damit beim Einatmen jedoch nicht so viele Schadstoffe in der Nase landen wie in einem Putzeimer, ist sie mit einer raffinierten Reinigungsfunktion ausgestattet, die den Sauerstoff von Fremdkörpern, Staub und Krankheitserregern säubert, bevor er in den Körper gelangt.

Für diesen Reinigungsmechanismus sind vor allem zwei Bestandteile der Nase besonders wichtig:

  • Nasenhaare
    Die Haare am Naseneingang bilden die erste Barriere, die Fremdkörper überwinden müssen, um in die Nase zu gelangen. Größere Partikel wie Staub oder Sand werden hier abgefangen und verursachen meist ein Niesen, mit dem sie wieder aus der Nase hinauskatapultiert werden. Die Nasenhaare erfüllen so im Prinzip die Funktion eines Türstehers.
  • Nasenschleimhaut
    Die feineren Schadstoffe, die durch die Härchen hindurch gelangen, hält die Schleimhaut der Nase auf, indem sie die Fremdkörper mit ihrem dünnflüssigen Sekret umhüllt und durch wellenförmige Bewegungen zum Rachen befördert. Entweder wird nun der Schleim inklusive Eindringling von uns ausgehustet oder verschluckt und dann im Magen von der Säure zersetzt.

Doch nicht nur der Reinigungsmechanismus wird beim Atmen tätig – es gibt noch zwei weitere wesentliche Aufgaben der Nase: die Erwärmung und Befeuchtung der eintretenden Atemluft bei der Atemregulation. Würden diese Funktionsweisen der Nase fehlen, dann würde das auf Dauer zu einer trockenen Nasenschleimhaut führen, die dann ihrer Funktion der Virenabwehr nicht mehr nachkommen könnte. Krankheitserreger hätten in Folge leichtes Spiel.

Riechen: So funktioniert das mit der Nase

Ob der Duft von frischen Blumen, von leckerem Essen oder gewaschener Wäsche – gute Gerüche wissen die meisten zu schätzen. Genauso wichtig ist jedoch die Schutzfunktion, die uns bei dem Geruch von Rauch oder Gas vor Gefahr warnt. Doch wie genau funktioniert das Riechen mit der Nase?

Riechen ist ein Vorgang, bei dem viele einzelne Schritte und Stationen durchlaufen werden. Hier ein grober Überblick:

  1. Geruchswahrnehmung: Beim Atmen gelangen chemische Verbindungen (Duftstoffe), die sich in der Luft befinden in unsere Nase.

  2. Übersetzung der Duftsignale von den Riechzellen: Beim Riechvorgang spielen die mit Sinneszellen besetzten „Riechhärchen“ die Rolle des Übersetzers. Sie erkennen die chemischen Duftstoffe und leiten sie als ein elektrisches Signal an das Gehirn weiter.

  3. Verarbeitung im Gehirn: Durch Weiterverarbeitung und Einordnung des elektrischen Reizes kann das Gehirn den Geruch wahrnehmen. Dabei wird dann sofort ein Gefühl erzeugt. Das kann Wohlbefinden und Glück sein, aber auch Ekel oder Angst.
Wissenswert:
Insgesamt kann die Nase eines Menschen rund 10.000 unterschiedliche Duftstoffe auseinanderhalten und in seinem Gedächtnis abspeichern.2

Mit der Nase schmecken: Eine weitere Aufgabe

Ist die Nase verschnupft, schmeckt plötzlich auch das Mittagessen fade. Woran liegt das? Und welche Aufgabe übernimmt die Nase beim Schmecken?

Mit den Geschmackspapillen, das sind Erhebungen unter der Zungenschleimhaut, kann die Zunge schmecken, was wir essen. Dabei teilt sie den Geschmack in fünf grobe Richtungen ein: salzig, süß, sauer, bitter und umami (schmackhaft, würzig). Jede weitere Geschmackseinteilung, unter anderem auch scharf, erfolgt über die Funktionsweise der Riechzellen, also über die Nase.

Kauen wir beispielsweise unser Mittagessen, dann steigen Aromamoleküle von der Mundhöhle aus in die Nase und lösen dort Impulse aus, die an das Gehirn weitergeleitet werden. So kann sich das volle Aroma des Essens entfalten. Wer also unter einer verstopften Nase leidet, kann beim Essen lediglich zwischen groben Geschmacksrichtungen unterscheiden. Da ein Gericht jedoch deutlich mehr Aromen enthält, schmeckt es für Verschnupfte eintönig.

Was die Nase sonst noch so kann – weitere Funktionen der Nase

Atmen, Schmecken, Riechen – die Aufgaben der Nase sind vielfältig. Doch damit nicht genug, sie hat noch mehr zu bieten:

  • Sprechen: Einige Laute, die wir beim Sprechen benötigen, entstehen vorrangig in der Nase. Darunter die Konsonanten „n“ und „m“ sowie die Buchstabenkombination „ng“. Bei der Aussprache dieser Laute beteiligt sich das Gaumensegel, das dafür sorgt, dass der erzeugte Ton in Richtung Nase geleitet wird und dort entsteht.
  • obere Atemwege: Die Nebenhöhlen (mit Luft gefüllte Hohlräume im Gesichtsschädel) und Muscheln der Nase (knöcherne mit Gewebe überzogene Leisten an der Nasenwand) sind Bestandteil unserer oberen Atemwege und daher maßgeblich an unserer Atmung beteiligt.
  • Nasenzyklus: Bei der Atmung schwellen die Nasenmuscheln abwechselnd an und ab. Das heißt: Es arbeitet immer nur ein Nasenloch, während sich das andere regeneriert. Genauere Zusammenhänge hat die Forschung noch nicht herausfinden können.
Gut zu wissen:
Wer die Funktion seines Nasenzyklus einmal testen möchte, kann folgendes tun: Halten Sie sich im Wechsel erst das rechte und dann das linke Nasenloch zu und atmen Sie dann tief ein. Schnell können Sie dabei feststellen, dass Ihnen die Nasenatmung auf einer der beiden Seiten leichter fällt.
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