Häufige Fragen zum Thema Niesen:


Warum müssen wir manchmal niesen?

Wird die Nasenschleimhaut gereizt, kann es passieren, dass wir niesen müssen. Dadurch werden Nasensekret, Staub und andere Fremdkörper in der Nase entfernt - beim Niesen handelt es sich somit um eine Schutzreaktion des Körpers.

Ist häufiges Niesen bedenklich?

Niesen hat viele verschiedene Auslöser. Daher gibt es auch Menschen (wie beispielsweise Allergiker), die öfter einen Niesdrang verspüren als andere. Ein Grund zur Besorgnis ist dies aber nicht.

Kann Niesen gefährlich sein?

Tatsächlich entsteht beim Niesen ein enormer Druck in der Nase, der - wenn er nicht entweichen kann - in seltenen Fällen gesundheitliche Folgen (beispielsweise eine Schädigung des Trommelfells) nach sich zieht. Für gesunde Menschen ist der Reflex aber meist ungefährlich.

Wie sollte man am besten niesen?

Es ist generell nicht ratsam, das Niesen zu unterdrücken. Die Luft muss entweichen können. Aus Rücksicht auf die Mitmenschen beachten Sie aber bitte bestimmte Hygieneregeln und niesen beispielsweise in Ihren Ellenbogen.

Der Niesreflex: Eine Schutzfunktion unseres Körpers


Beim Niesen handelt es sich um einen Reflex, der durch eine Reizung in der Nase (genauer: am zweiten Ast des Hirnnervs Nervus trigeminus) hervorgerufen wird.1 Das können Staub, Krankheitserreger, Fremdkörper oder das eigene Schleimhautsekret sein.

Wissenschaftler vermuten, dass die sensiblen Nerven der Nasenschleimhaut das sogenannte Nieszentrum alarmieren, das sich im verlängerten Rückenmark befinden soll. Die Niesattacke kündigt sich dann meist schon mit einem Kribbeln in der Nase an und verläuft – wenn man es genau nimmt – in drei Schritten:

  • Die erste Reaktion auf den Reflex ist tiefes Einatmen.
  • Im zweiten Schritt wird der Atem für den Bruchteil einer Sekunde angehalten. Das Gaumensegel hebt sich und die Verbindung zwischen Nase und Rachen wird geschlossen.
  • Dann ziehen sich Bauch- und Brustmuskulatur (unter anderem das Zwerchfell) plötzlich zusammen und katapultieren die Luft mit einer unglaublichen Wucht nach außen.

Bestenfalls werden die Fremdkörper mit dem Niesen herausgeschleudert – andernfalls kann es auch zu vermehrten Niesattacken hintereinander kommen. Übrigens schließen wir während der Niesattacke immer unwillkürlich die Augen, weil neben den Brustmuskeln auch Muskeln im Gesicht angespannt werden.

Gut zu wissen:

Um das Niesen haben sich schon viele Mythen gerankt. Menschen betrachteten Niesattacken zum einen als Vorbote der Pest oder glaubten, dass bei heftigem Niesen die Augen herausfallen können. Zum anderen wurde Niesen jedoch auch als göttliches Zeichen interpretiert. Dieser Gedanke ist heute noch immer in einigen Redewendungen wie „God bless you!“ verankert.

Ursachen: Warum müssen wir niesen?


„Hatschi!“ – dieses Geräusch hört man vor allem während Erkältungszeiten häufig. Neben Schnupfen leiden viele Menschen, die sich eine Grippe oder eine Erkältung eingefangen haben, auch an Niesattacken. Der Körper versucht durch diesen Mechanismus, die lästigen Krankheitserreger wieder loszuwerden.

Neben Erkältungsviren und Bakterien gibt es jedoch noch viele weitere Auslöser, die eine Niesattacke hervorrufen können. Dazu zählen:

  • Staub: Wenn Staubpartikel oder anderer Schmutz in die Nase gelangen, wird der Niesreflex aktiviert.
  • Gewürze: Stark riechende Gewürze wie Pfeffer stimulieren die Nasenschleimhaut, was zum Niesen führt.
  • Licht: Manche Menschen müssen auch bei sehr hellem Licht niesen. Dieses Phänomen, das auch photischer Niesreflex genannt wird, ist bisher noch nicht wissenschaftlich geklärt. Vermutlich liegt es daran, dass der Sehnerv sehr nahe an dem sensiblen Nerv liegt, der auch für die Nasenschleimhaut verantwortlich ist.
  • Pollen: Allergiker kennen häufiges Niesen nur allzu gut. Sie reagieren auf bestimmte Stoffe wie Blütenpollen (zum Beispiel bei Heuschnupfen) oder Tierhaare allergisch.

In der Regel ist Niesen völlig harmlos. Sollten die Niesattacken jedoch plötzlich sehr oft auftreten, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Der Mediziner untersucht meist zunächst, ob eine Allergie vorliegt. Häufiges Niesen kann zudem auf eine nasale Hyperreaktivität hinweisen. Betroffene reagieren dabei besonders empfindlich auf verschiedenartige Reize und leiden an Symptomen wie einer laufenden Nase, Atmungsbehinderungen sowie Niesreiz.

Skurrile Auslöser von Niesattacken

Einige Auslöser klingen zugegebenermaßen vielleicht etwas seltsam, aber auch beim Zupfen der Augenbrauen oder Kämmen der Haare wird hin und wieder der Niesreflex angeregt. Dahinter steckt in diesem Fall der Drillingsnerv Trigeminus, der Teile des Gesichts durchläuft und sehr empfindlich ist. Die Gesichtspflege kann ihn so reizen, dass man niesen muss, auch wenn keine direkte Reizung auf der Nasenschleimhaut vorhanden ist.

Außerdem vermuten einige Forscher, dass der Gedanke an Sex Männer zum Niesen bringen kann.

Niesen ist meist nicht gefährlich


Niesen kann in manchen Situationen unangenehm sein. Jedoch sollte man das Unterdrücken von Niesen (beispielsweise durch Zuhalten der Nase) trotzdem vermeiden. Denn dadurch kann die Luft nicht entweichen und der angestaute Druck schädigt in sehr seltenen Fällen das Trommelfell, den Rachen oder Blutgefäße im Gehirn.2 Bei einer Erkältung gelangen zudem möglicherweise Krankheitserreger in die Nasennebenhöhlen und führen dort zu Entzündungen.

Kündigt sich die Niesattacke mit einem Kribbeln in der Nase an, hilft es jedoch manchmal, einen Finger unter die Nase zu halten oder die Zunge fest gegen den Daumen zu pressen. Dadurch wird der Nieser nicht unterdrückt, sondern schon im Keim erstickt.

Ein Nieser kommt selten allein…

Gemäß dem Motto „alle guten Dinge sind 3“ müssen viele Menschen oft mehrmals in Folge niesen. Dies ist kein Grund zur Besorgnis. Experten vermuten, dass dies notwendig ist, weil der Fremdkörper im Riechorgan beim ersten Mal nur gelöst wird. Das zweite Luftausstoßen transportiert ihn weiter in Richtung Nasenspitze. Erst der dritte Nieser befördert den Reizstoff endgültig ins Freie.3

Hygieneregeln: Das gilt es beim Niesen zu beachten


Freud und Leid liegen beim Niesen nah beieinander. Während sich der Erkrankte mit einem kräftigen „Hatschi!“ von Krankheitserregern befreit, können andere Menschen damit angesteckt werden. Denn die Viren und Bakterien werden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern hinausgeschleudert und oftmals bis zu 5 Meter weit verteilt.4

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Erkältung vorbeugen – wir klären auf!
Hatschi? Nein, danke! Es gibt verschiedene Maßnahmen, um einer Erkältung vorzubeugen. Doch was, wenn es einen bereits erwischt hat? Auch hierfür haben wir im Podcast Tipps parat.

Um andere zu schützen, sollten Erkrankte daher folgende Nies-Etikette beachten:

  • Wer niesen muss, hält am besten einen Sicherheitsabstand von mindestens 1 Meter zu anderen Personen ein und dreht sich weg.5
  • Zudem sollten Sie in den Ellbogen oder ein Taschentuch niesen. Papiertaschentücher gehören anschließend direkt in die Mülltonne, Stofftaschentücher bei 60 Grad Celsius in die Waschmaschine.
  • Wenn stattdessen die Hand als Schutz davorgehalten wird, empfiehlt es sich, diese gleich im Anschluss zu waschen, um die Krankheitserreger nicht zu verbreiten.

Schon gewusst?

Lange galt es als unschicklich, einer anderen Person nach dem Niesen „Gesundheit“ zu wünschen, weil man so nur auf die Niesattacke aufmerksam macht. Das hat sich in letzter Zeit geändert und gilt heute vor allem in kleinen privaten Runden wieder als nette Geste.

Hier finden Sie weitere Infos:

Miriam Müller Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Müller bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 2017 arbeitet sie als Medizinredakteurin bei kanyo®, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal miteinander verknüpfen kann. Miriam Müller Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
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