Nasenhaare: „Behaarliches“ Wachsen

Die einen stehen stundenlang vor dem Spiegel, um störende Nasenhaare vorsichtig zu entfernen, andere, um sie künstlich zu verlängern. Aber Nasenhaare sind mehr als nur eine Frage der Ästhetik – sie schützen den Naseneingang vor eintretenden Fremdpartikeln. Wer dennoch Hand an seine Nasenhaare anlegen und sie zum Beispiel kürzen möchte, sollte dabei einiges beachten.

Mann kürzt sich seine Nasenhaare mit einer Schere

Nasenhaare: Wichtige Filterfunktion

Bei manchen Menschen ragen sie etwas aus der Nase heraus, bei anderen sind sie von außen gar nicht sichtbar, doch jeder hat sie – Nasenhaare. Sie sind mehrere Millimeter lang und wachsen im Nasenvorhof (vestibulum nasi), also im Bereich des Naseneingangs. Aber warum besitzen wir sie überhaupt?

Beim Einatmen besteht die Gefahr, dass nicht nur Sauerstoff, sondern auch Schadstoffe oder Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien in die Lunge gelangen und diese schädigen können. Um das zu verhindern, besitzt der Körper wichtige Schutzfunktionen – die Nasenhaare und die Nasenschleimhaut.

Die Nasenschleimhaut produziert ein zähes Sekret, auf dem Partikel kleben bleiben. Außerdem ist sie mit kleinen Flimmerhärchen (Zilien) ausgestattet, die die Fremdkörper durch wellenförmige Bewegungen – ähnlich wie auf einem Förderband – zum Rachen hin abtransportieren. Dort werden sie ausgehustet oder weiter an den Magen geleitet und von der Säure vernichtet. Im Vergleich zur Nasenschleimhaut sind die Nasenhaare eher für die groben Partikel zuständig: Sie fangen Staub- oder Sandkörner bereits beim Naseneingang ab. Bleibt ein Sandkorn in den Nasenhaaren hängen, kann die Reizung den Niesreflex auslösen. Durch diese explosionsartige Druckentweichung versucht der Körper, die Schadstoffe in der Nase loszuwerden.

Nasenhaarschneider und Co. – so kürzen Sie Ihre Nasenhaare

Obwohl Nasenhaare eine wichtige Funktion erfüllen, gelten zu lange Haare, die aus der Nase sprießen, als unästhetisch. Vor allem Männer sind häufig von dem Wildwuchs in der Nase betroffen. Es gibt einige Möglichkeiten, die mehr oder weniger gut geeignet sind, um die Nasenhaare zu kürzen. Darunter fallen folgende Methoden:

Nasenhaare mit der Schere abschneiden

Eine Möglichkeit, um Herr über die eigenen Nasenhaare zu werden, bietet die Schere. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, sich in die Nasenspitze zu schneiden oder die empfindliche Schleimhaut zu verletzen. Deshalb empfiehlt es sich, am besten eine Schere mit abgerundeten Spitzen zu verwenden. Außerdem sollten Sie damit nur Nasenhaare kürzen, die sichtbar aus den Nasenlöchern ragen und die Schere nicht tiefer in die Nasenlöcher stecken.

Nasenhaartrimmer verwenden

Störende Nasenhaare können Sie außerdem mit einem elektrischen Nasenhaarschneider stutzen. Die Geräte sind mit einem runden Scherkopf ausgestattet, der speziell an die Form der Nasenlöcher angepasst ist. Die Bedienung ist in der Regel unkompliziert. Jedoch muss die schmerzfreie Prozedur regelmäßig wiederholt werden, da die Haare mit der Zeit nachwachsen.

Nasenhaare dauerhaft entfernen?

Wer keine Lust hat, immer wieder zu Schere oder Nasenhaarschneider zu greifen, kann außerdem über dauerhafte Alternativen der Haarentfernung nachdenken. Kosmetikstudios und einige Hautärzte bieten beispielsweise eine Nadelepilation oder Laserbehandlung an, bei der die Haarwurzel durch Strom oder Laser zerstört wird. Jedoch sind solche Methoden mitunter sehr schmerzhaft und teuer. Außerdem verlieren Sie durch die dauerhafte Entfernung die natürliche Schutzfunktion der Nasenhaare.

Achtung: Nasenhaare nicht zupfen!

Von einer Art, unliebsame Nasenhaare loszuwerden, raten Ärzte dringend ab – dem Zupfen. Nicht nur, dass das gewaltsame Herausziehen der Haare in der Nase sehr schmerzhaft ist, es kann auch negative Folgen nach sich ziehen.

Beim Herausreißen können an den Haarwurzeln Wunden entstehen, in die Bakterien gelangen und lokale Entzündungen hervorrufen. Breiten sich die Krankheitserreger dann aus, können sie zu ernsthaften Erkrankungen wie einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einem Hirnabszess, einer seltenen aber gefährlichen Erkrankung, bei der sich mit Eiter gefüllte „Kapseln“ bilden, führen.
Denn in der Nase befinden sich Blutgefäße, die direkt mit den Blutbahnen, die das Gehirn versorgen, verbunden sind. Bei Entzündungen besteht folglich eine erhöhte Gefahr, dass Erreger über die Blutbahnen schnell die Bluthirnschranke überwinden und Infektionen im Gehirn verursachen. Aus diesem Grund raten Ärzte übrigens davon ab, Pickel in der Nase auszudrücken.

Verrückter Trend: Auffällig lange Nasenhaare

Während die meisten Menschen sich gelegentlich über ein zu langes Nasenhaar ärgern, können sie manchen Menschen gar nicht lang genug sein. Nach Glitzerbärten und zusammengewachsenen Augenbrauen hat sich kurzzeitig ein neuer Trend in den sozialen Netzwerken entwickelt, bei dem die Nasenhaare alles andere als versteckt werden. Im Gegenteil – viele junge Frauen haben ihre Nasenhaare extra hervorgehoben, indem sie sie zum Beispiel mit künstlichen Wimpern verlängert haben. Sicher, der Schönheitstrend ist nicht jedermanns Sache und nur ein vorrübergehendes Phänomen. Aber einen Vorteil haben sie zumindest: Sie halten die Nase im Winter warm.

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