Was ist eine Rhinitis sicca?


Eine Rhinitis sicca anterior, kurz Rhinitis sicca, ist eine chronische Erkrankung der Nase. Nähere Informationen über das Krankheitsbild liefert die Übersetzung der lateinischen Begriffe: „Rhinitis“ weist darauf hin, dass es sich um eine Entzündung der Schleimhäute handelt, das Wort „sicca“ bedeutet trocken. Und genau das passiert: Verschiedene Reize beeinträchtigen die Nasenschleimhaut, wodurch sich diese entzündet. In der Folge produziert sie weniger Nasensekret und verliert an Feuchtigkeit. Dadurch bildet sie sich immer weiter zurück.

Gut zu wissen:

Eine genaue Definition und Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern existieren nicht. Ebenso fehlen bisher aussagekräftige Daten zur Häufigkeit – vermutlich ist die Problematik jedoch gar nicht so selten.

Was sind die Ursachen einer trockenen Nasenschleimhautentzündung?


Es gibt viele verschiedene Auslöser, die die Nasenschleimhaut reizen und eine Rhinitis sicca begünstigen können. Dazu gehören:

  • Umweltfaktoren (Staub, Dämpfe, Tabakrauch, Hitze und Kälte)
  • toxische Reize (Chemikalien am Arbeitsplatz, Schnupftabak, Konsum von Kokain)
  • mechanische Reibungen (ständiges Nasenbohren)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (beispielsweise abschwellende Nasensprays)
  • Autoimmunkrankheiten wie das Sjögren-Syndrom (Betroffene leiden an einer chronischen Trockenheit von Augen, Mund und Nase)

Darüber hinaus können die Beschwerden einer entzündlich-trockenen Nasenschleimhaut auch nach einer Nasenoperation oder einer Strahlentherapie im Bereich der Nase auftreten. Durch die chronische Reizung und den Gewebeschwund kann die Nase in seltenen Fällen so schwer geschädigt werden, dass es zu Komplikationen wie einem Durchbruch der Nasenscheidewand (Septumperforation) und infolgedessen zu einer behinderten Nasenatmung kommen kann.1

Welche Symptome verursacht eine Rhinitis sicca?


Hauptmerkmal der Rhinitis sicca ist eine trockene Nase: Ohne ausreichendes Nasensekret bilden sich schmerzhafte Verkrustungen im Naseninneren. Damit einhergehend beschreiben Betroffene ein Brennen und Jucken sowie das Gefühl, als sei ihre Nase ständig verstopft. Gelegentlich treten Riechstörungen infolge von Schwellungen der Schleimhäute sowie Nasenbluten, wenn die Nasenschleimhaut wund ist, auf.

Krankheiten, die ähnliche Beschwerden verursachen:

Wie wird Rhinitis sicca diagnostiziert?


Bei entsprechenden Beschwerden einer trockenen Nasenschleimhautentzündung sollten Betroffene einen HNO-Arzt aufsuchen. Dieser ist der richtige Ansprechpartner bei Problemen mit dem Riechorgan.

Die Diagnose basiert dann in erster Linie auf einer ausführlichen Befragung. Danach sieht sich der Mediziner die Nase des Patienten von außen und innen näher an. Hierfür kann er eine Rhinoskopie (Nasenspiegelung) durchführen, um das Naseninnere genauer zu inspizieren.

  • Die vorderen Nasengänge erkennt der Arzt in der Regel bereits, indem er einen kleinen Trichter (Nasenspekulum) in das Nasenloch einführt. Dadurch wird dieses gespreizt und er kann mit einer Lampe hineinleuchten.
  • Um den hinteren Teil zu betrachten, ist hingegen das Einführen einer kleinen Röhre, in der ein Licht und eine Kamera eingebaut sind, über das Nasenloch erforderlich.

Mithilfe weiterer Untersuchungsmethoden, etwa einer Magnetresonanztomografie (MRT) sowie Allergie- oder Bluttests können darüber hinaus weitere Erkrankungen (zum Beispiel Heuschnupfen oder das Empty-Nose-Syndrom) als Ursache ausgeschlossen werden.

Banner GeloSitin Banner GeloSitin

Was kann bei einer Rhinitis sicca helfen?


Die Beschwerden einer Rhinitis sicca sind in der Regel chronisch. Das bedeutet, dass Betroffene meist dauerhaft an einer trockenen Nase leiden. Mit der richtigen Pflege der Nasenschleimhaut können die Symptome jedoch in der Regel gut gelindert werden. Um diese feucht zu halten, sollten Sie daher folgende konservative Therapie-Maßnahmen beachten:

  • Trinken Sie ausreichend, um die Schleimhäute auch von innen mit Flüssigkeit zu versorgen.
  • Dampfinhalationen sind ebenfalls eine Wohltat für trockene Nasen. Hierfür gießen Sie einfach heißes Wasser (eventuell mit Zusätzen wie Kamillen- oder Eukalyptusöl) in eine Schüssel, beugen sich mit einem Handtuch über den Kopf darüber und inhalieren den Dampf ein.
  • Lüften Sie regelmäßig, wennSie sichin geschlossenen Räumen aufhalten. Vor allem im Winter schadet die trockene Heizungsluft häufig unserem Riechorgan, weshalb Sie öfter das Fenster für ein paar Minuten öffnen sollten. Zudem lässt sich die Luftfeuchtigkeit mit speziellen Geräten oder feuchten Tüchern über der Heizung erhöhen.
  • Nasenspülungen, zum Beispiel mit Kochsalzlösungen, halten die Nasenschleimhaut feucht, schwemmen Krankheitserreger hinaus und verflüssigen verhärtetes Nasensekret. Die Salzlösungen sowie spezielle Spülkannen können Sie in der Apotheke oder im Drogeriemarkt kaufen.
  • Verwenden Sie befeuchtende Pflegesprays, -salben oder -öle, um Ihrer Nase etwas Gutes zu tun. Besonders bewährt haben sich Nasenöle, vorzugsweise mit ausschließlich pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Sesamöl. Sie sind ebenfalls in der Apotheke erhältlich.

Außerdem sollten Sie versuchen, auslösenden Faktoren wie Tabakrauch oder chemischen Reizen aus dem Weg zu gehen. Falls Sie beispielsweise beruflich mit chemischen Substanzen zu tun haben, können Sie die Problematik auch mit Ihrem Arbeitgeber besprechen. Eventuell findet sich eine Lösung, durch die Sie den Reizen nicht mehr so häufig ausgesetzt sind.

Ein chirurgischer Eingriff ist nur in seltenen Fällen notwendig, beispielsweise bei einer durchtrennten Nasenscheidewand. Hierbei wird das Loch durch Verpflanzung der Schleimhaut oder körpereigenen Knorpel (zum Beispiel vom Ohr) geschlossen.

Gut zu wissen:

Ein Gewebeschwund der Schleimhaut kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Damit es erst gar nicht dazu kommt, sollte bereits bei den ersten Anzeichen auf eine intensiven Nasenpflege geachtet werden. Aber auch wenn sich die Nasenschleimhaut bereits zurückgebildet hat, lassen sich mögliche Beschwerden mithilfe einer ständigen Befeuchtung bessern.

Das könnte Sie auch interessieren:

Miriam Müller Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Müller bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 2017 arbeitet sie als Medizinredakteurin bei kanyo®, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal miteinander verknüpfen kann. Miriam Müller Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1Strutz, Jürgen/ Wolf, Mann (Hrsg.): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Stuttgart/ New York: Georg Thieme Verlag. 2001. S.371.