Rhinoskopie – Untersuchung der Nase beim HNO-Arzt

Rhinoskopie, Nasenspiegelung oder Nasenendoskopie – egal wie man sie nennen möchte, es handelt sich immer um eine Routineuntersuchung der Nase, die bei fast jedem Besuch des Hals-Nasen-Ohren-Arztes (HNO-Arzt) anfällt. Doch wie genau läuft die Untersuchung ab, ist sie schmerzhaft und warum ist sie notwendig? Hier lesen Sie alle wichtigen Antworten rund um die Rhinoskopie.

Ein kleiner Junge ist bei einer Rhinoskopie, die zu den Routineuntersuchungen eines HNO-Arztes gehört.

Was ist eine Rhinoskopie?

Die Rhinoskopie (Nasenspiegelung) gehört genauso wie die Otoskopie (Ohrenspiegelung) oder die Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) zu den typischen Untersuchungen beim HNO-Arzt. Die Nasenspiegelung ermöglicht dem Mediziner die Einsicht ins Naseninnere. Da die meisten Nasen-Krankheiten von außen nicht erkennbar sind, sondern sich verborgen im Gesichtsschädel abspielen, hilft die Rhinoskopie dem behandelnden Arzt dabei, sich einen genauen Eindruck von der Nasenschleimhaut und der Anatomie der Nase zu machen.

Der HNO-Arzt überprüft bei der Nasenspiegelung den Naseninnenraum unter anderem auf:

  • Schwellungen
  • Entzündungen
  • Fremdkörper

Dafür analysiert er unter anderem das vorhandene Nasensekret. Aufgrund seiner Beobachtungen kann er unter Umständen dann Rückschlüsse auf die Art und Ursache einer möglichen Erkrankung ziehen.

Freie Sicht in die Tiefen der Nase – die Rhinoskopie macht es möglich

Wer an Beschwerden der oberen Atemwege – Nase, Hals und Rachen – leidet, der wird von seinem Hausarzt oftmals an den HNO-Arzt überwiesen oder sucht diesen gleich selbst auf. Um die Herkunft der Probleme des Betroffenen zu identifizieren und um ihm eine geeignete Therapie empfehlen zu können, gibt es bestimmte Untersuchungen, die der HNO-Arzt durchführt.

Als Erstes beginnt der Arzt mit dem Abtasten von Kehlkopf, Mundhöhle, Rachen sowie der Nase. Wird dabei festgestellt, dass vor allem an der Nase Verhärtungen und Schmerzen vorhanden sind, kommt die Rhinoskopie zum Einsatz, die dem Arzt den Blick ins Naseninnere erlaubt. Die Nasenspiegelung ermöglicht unter anderem das Aufspüren von:

  • Eiter- und Blutansammlungen
  • Schwellungen der Schleimhaut oder Nasenmuschel
  • Schleimhautgeschwüre
  • Polypen (gutartige Wucherungen der Schleimhaut)
  • Missbildungen
  • Tumoren sowie Fremdkörpern

Die Rhinoskopie gehört somit nicht zu den Vorsorgeuntersuchungen des HNO-Arztes, sondern wird erst dann angewandt, wenn ein Verdacht auf eine Erkrankung besteht.

Mit Nasenspekulum und Co. das Naseninnere erkunden: So läuft eine Rhinoskopie ab

Um herauszufinden, was die Ursache für die Schmerzen in der Nase sind, tastet der Arzt diese ab. Je nachdem, welche Stelle betroffen ist, werden verschiedene Arten der Nasenspiegelung durchgeführt:

  • vordere Rhinoskopie: Hierbei führt der Arzt das sogenannte Nasenspekulum – ein zangenartiges Gerät mit einer trichterähnlichen Spitze – in eines der Nasenlöcher ein. Bei Druck spreizt sich dieser Trichter vorne auf. Mit einer Lampe oder einem Spiegel auf der Stirn, kann der HNO-Arzt so die gesamte Nasenhöhle sowie die vorderen Nasengänge betrachten.
  • mittlere Rhinoskopie: Um auch den hinteren Teil der Nasengänge sichten zu können, verwendet der Arzt ein Nasenendoskop. Dabei handelt es sich um ein Instrument, das aus einer starren oder flexiblen Röhre mit eingebautem Licht und Kamera besteht. Bevor der Arzt das Endoskop in die Nase einführt, wird die Nasenschleimhaut betäubt. Durch das Nasenendoskop werden für den Arzt vor allem Veränderungen an den Ausgängen der Nasennebenhöhlen erkennbar.
  • hintere Rhinoskopie: Mit einem Nasen-Rachen-Spiegel kann der HNO-Arzt auch die hintere Öffnung der Nasengänge zum Rachen analysieren. Das ist ein abgewinkelter Spiegel, der durch die Mundhöhle eingeführt wird. Dabei atmet der Patient durch die Nase, damit ein großer Abstand zwischen Gaumensegel und der hinteren Rachenwand entsteht. So kann der Arzt Tumore, vergrößerte Mandeln oder Rachenpolypen identifizieren.

Um eine richtige Diagnose zu gewährleisten, ist es wichtig, dass der Arzt einen einwandfreien Blick in das Naseninnere hat: Falls Blut, Krusten oder Schleim seine Sicht behindern, saugt er Besagtes ab. Bei stark angeschwollenen Nasenschleimhäuten, versucht der Arzt mit speziellen abschwellenden Sprays einen besseren Blick in die Nasengänge zu erhalten.

Stellt der Arzt bei einer der Nasenspiegelungen dann eine mutmaßliche Entzündung fest, macht er einen Abstrich und lässt das Material im Labor untersuchen, um eine genaue Diagnose der Erkrankung zu gewährleisten. Wenn der Arzt Missbildungen, verändertes Gewebe oder einen Fremdkörper entdeckt, dann führt er im Anschluss an die Rhinoskopie meist zusätzlich noch eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung durch.

Ist eine Nasenspiegelung schmerzhaft?

Vor allem Kinder haben bei dem Anblick der wuchtigen Instrumente, die bei der Untersuchung der Nase verwendet werden, Angst davor, dass eine Rhinoskopie schmerzhaft sein könnte. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, denn der Arzt besitzt Nasenspekulum, -endoskop und -spiegel in verschiedenen Größen und wählt für jedes Nasenloch das passende Gerät.

Kommt das Nasenspekulum zum Einsatz, achtet der behandelnde Arzt zudem darauf, dass er nur Druck auf die relativ unempfindlichen Nasenflügel ausübt und nicht auf die sensible Nasenscheidewand. Diese Druckausübung ist zwar etwas ungemütlich, tut aber nicht weh. Falls der Patient die Nasenspiegelung mit dem Spekulum doch als schmerzhaft empfindet, wird ein betäubendes Spray eingesetzt.

Viele Menschen empfinden vor allen vor einer Untersuchung mit dem starren Nasenendoskop Angst. Angenehm ist dieser Eingriff für die meisten tatsächlich nicht – das ist richtig. Schmerzen sind jedoch trotzdem selten, da der Arzt vor der Untersuchung die Nasenschleimhäute betäubt.

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