Trockene Nase: Ursachen, Symptome und Behandlung

9. November 2016
13 Min.

Ständiges Schnäuzen, trockene Raumluft und Co. – verschiedene Faktoren setzen unserem Riechorgan richtig zu. Die Folge: Eine wunde, trockene Nase, die sich rötet. Das ist nicht nur unangenehm, sondern beeinträchtigt häufig auch die Funktionen unseres Riechorgans. Aber es gibt Abhilfe: Die richtige Pflege, zum Beispiel mit Hausmitteln, kann die Nase wieder befeuchten und die Beschwerden lindern.


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Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Eine trockene Nase kann viele Ursachen haben: Schnupfen, trockene Raumluft oder Medikamente beispielsweise setzen unserem Riechorgan zu.
  • Die Anzeichen einer trockenen Nase sind Riechstörungen, Nies-Attacken, Juckreiz, Brennen und ein starkes Trockenheitsgefühl. Manche Menschen leiden zudem unter Nasenbluten, wenn die Schleimhaut sehr trocken ist und aufgrund dessen aufreißt.
  • Es ist wichtig, eine trockene Schleimhaut zu befeuchten. Dafür haben sich Hausmittel wie Dampfinhalationen oder Nasensprays bewährt. Aber auch viel trinken und eine höhere Luftfeuchtigkeit tun einer gereizten Nase gut.
  • Auch wer einer Austrocknung vorbeugen möchte, sollte pflegende Nasensprays benutzen und auf ein angenehmes Raumklima achten.

Wie kommt es zu einer trockenen Nase oder Nasenschleimhaut?

Eine trockene Nase kann sowohl im Winter als auch im Sommer auftreten. Besonders ältere Menschen sind betroffen.

Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung:

  • Heizungsluft und Klimaanlagen: In stark beheizten oder klimatisierten Räumen herrscht meist eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Ist die Atemluft jedoch trocken, werden es unsere Nasenschleimhäute auch.
  • Umwelteinflüsse: Abgase oder Staub reizen unsere Nasenschleimhaut und setzen dieser so ebenfalls zu.
  • Abschwellenden Nasensprays: Sie können bei Schnupfen kurzfristig für Erleichterung sorgen. Bei längerer Anwendung führen sie jedoch gelegentlich zu einer trockenen Nase.
  • Ständiges Naseputzen: Das häufige Benutzen von Taschentüchern bei einem erkältungsbedingten Schnupfen (Rhinitis) oder einer Allergie reizt die empfindlichen Nasenflügel. Kombiniert mit kalter Winterluft wird die Nase oft schuppig und rot.
  • Medikamente: Eine trockene Nase kann mitunter eine Nebenwirkung von Arzneimitteln wie Psychopharmaka sein.

Selten stecken ernsthafte Erkrankungen, wie zum Beispiel eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca), hinter einer trockenen Nase. Können auch Maßnahmen zur Selbstmedikation das unangenehme Empfinden nicht bessern, ist ein Gang zum Arzt erforderlich. Durch eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) kann er die Ursache feststellen und eine geeignete Behandlung vorschlagen.

Wunde und trockene Nase: Symptome

Frau fasst sich an die Nase wegen trockener Nasenschleimhaut

Eine trockene Nasenschleimhaut ist nicht mehr in der Lage, die einströmende Luft anzufeuchten — das Nasensekret erhärtet und es bilden sich Borken. Die Trockenheit reicht mitunter bis in die Nebenhöhlen. Mögliche Anzeichen sind:

  • Juckreiz
  • leichtes Brennen
  • wunde Nase

Schließlich kann die Schleimhaut der Nase einreißen, es kommt vermehrt zu Nasenbluten und der Bildung von Schorf. In manchen Fällen ist sogar der Geschmacks- und Geruchssinn eingeschränkt.

Aber auch die Nasenflügel können austrocknen: Bei einer typischen Schnupfnase sind sie oft trocken, schuppig, gerötet und verkrustet, was sehr schmerzhaft ist: Jede Berührung mit dem Taschentuch lässt Erkrankte zusammenzucken.



Eintrittspforte für Krankheitserreger

Eine trockene, rissige Nasenschleimhaut ist nicht nur unangenehm, es siedeln sich auch schneller Viren und Bakterien an. Die Anfälligkeit für eine Atemwegsinfektion steigt.

Was hilft bei einer trockenen Nase?

Egal ob durch eine Erkältung oder trockene Raumluft ausgelöst – bei einer trockenen Nasenschleimhaut ist eine intensive Befeuchtung wichtig. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten von Nasenspülungen, Nasensprays bis Hausmittel. Lesen Sie hier mehr zu den einzelnen Methoden:

Nasenspülungen halten die Schleimhäute feucht

Viele Menschen hegen eine gewisse Abneigung gegen die Nasendusche: ihnen behagt schon die bloße Vorstellung nicht, dass Wasser durch ihr Geruchsorgan läuft. Es lohnt sich jedoch, dieser Reinigungsmethode eine Chance zu geben – denn sie gilt als wirksames Hausmittel gegen trockene Nasen.

Dabei befeuchtet die Nasendusche mithilfe der Salzlösung nicht nur die Schleimhäute, sondern spült überschüssiges Sekret ebenso hinaus wie Krankheisterreger, Pollen oder andere Eindringlinge. Zusätzlich weicht die Salzlösung Borken oder Krusten auf, die häufig im Zusammenhang mit einer trockenen Nase entstehen. Doch wie wird das Hausmittel angewendet?

Geben Sie dafür eine lauwarme, isotonische Salzlösung in den dafür vorgesehenen Behälter. Anschließend müssen Sie die Dusche an ein Nasenloch ansetzen, sodass die Salzlösung hineinfließen und über das andere Nasenloch wieder hinausfließen kann. Dabei sollten Sie den Mund geöffnet lassen. Erhältlich sind die speziellen Duschen wie auch fertig gemischte isotonische Salzlösungen beispielsweise in der Apotheke.

Wichtig:

Der Hygiene zuliebe bitte die Nasendusche nach jedem Gebrauch reinigen. Informationen zur richtigen Handhabung und Reinigung des jeweiligen Modells bietet die Packungsbeilage.

Raumklima: die Luftfeuchtigkeit macht den Unterschied

Frau verziert mit Blüten eine Wasserschale, die die Luftfeuchtigkeit erhöht

Im Sommer ist es die Klimaanlage und im Winter die Heizung – es gibt viele Faktoren, die zu einem trockenen Raumklima beitragen. Das Schlimme daran: Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, trocknet das auf Dauer auch die Schleimhäute der Nase aus. Bewährte Hausmittel gegen eine trockene Nase tragen demnach dazu bei, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen:

  • Bereichern Sie Ihre Wohnung um die ein oder andere Grünpflanze. Zyperngras ist hierbei besonders hervorzuheben, denn die Pflanze gibt vergleichsweise viel Feuchtigkeit an die Umgebung ab und gilt als natürlicher Luftbefeuchter. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Erde nie zu nass ist – andernfalls kann sich Schimmel bilden.
  • Feuchte Tücher über der Heizung oder spezielle Gefäße für Wasser, die direkt an der Heizung angebracht werden können, sind die klassische Methode um im Winter die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen.
  • Elektrische Geräte zur Luftbefeuchtung gibt es in verschiedenen Ausführungen und Preislagen. Bei manchen Geräten – besonders bei denen, die mit Ultraschall arbeiten – besteht jedoch die Gefahr, dass während der Verwendung Keime in die Raumluft abgegeben werden. Informieren Sie sich daher vor dem Kauf ausführlich.
  • Regelmäßiges Stoßlüften sorgt ebenfalls für ein angenehmes Raumklima. Am besten ist es, das Fenster mehrmals täglich komplett zu öffnen, im Winter für 3 bis 5 Minuten, im Frühling oder Herbst für 10 bis 20 Minuten. So reichern sich auch nicht so viele Schadstoffe und Krankheitserreger in der Luft an.

Die ideale Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Sogenannte Hygrometer, die beispielsweise im Baumarkt oder in Elektronikmärkten zu finden sind, zeigen die Luftfeuchtigkeit in Prozent an.

Inhalation: Nicht nur ein Hausmittel bei Erkältung

Nicht nur bei einer Erkältung, sondern auch bei einer trockenen Nase ist eine Dampfinhalation ein gutes Hausmittel – denn regelmäßige Inhalationen befeuchten die Schleimhäute und fördern den Abfluss des Nasensekrets. Hierzu einfach heißes Wasser in eine Schüssel gießen und die aufsteigenden Dämpfe inhalieren. Dabei über Kopf und Schüssel ein Handtuch legen. Alternativ können Sie auch ein Inhalationsgerät aus der Apotheke verwenden.

Verschiedenen Zusätze im Wasser unterstützen die Wirkung der Dampfinhalation als Hausmittel bei einer trockenen Nase. Dazu gehört beispielsweise Salz, dass es speziell für Inhalationen in der Apotheke gibt. Leiden Sie gerade auch an einem Schnupfen (Rhinitis), können Sie ätherische Öle oder Kamille ins Wasser geben.

Kleiner Hinweis:

Ätherische Öle werden nicht von jedem Menschen vertragen, testen Sie deshalb zuvor eine kleine Menge beispielsweise auf Ihrem Arm aus.

Viel Trinken als Hausmittel bei einer trockenen Nase

Bei einer trockenen Nasenschleimhaut ist es darüber hinaus wichtig, ausreichend zu trinken. Die Flüssigkeit befeuchtet die Schleimhäute von innen heraus und trägt dazu bei, festes Sekret zu verflüssigen. 1,5 Liter am Tag sind ein gutes Ziel.3 Dabei ist Wasser natürlich immer die beste Wahl. Um etwas mehr Abwechslung hineinzubringen, können Sie allerdings auch ungesüßten Tee oder verdünnte Fruchtschorlen trinken.

Sie vergessen hin und wieder, über den Tag verteilt genügend zu trinken?

Dann kann es Ihnen helfen, feste Routinen zu schaffen: Trinken Sie zum Beispiel zu jeder Mahlzeit ein großes Glas Wasser. Ein Wecker – beispielsweise im Smartphone – kann zudem so eingestellt werden, dass er regelmäßig klingelt und Sie so daran erinnert, etwas zu trinken.

Pflegesprays, Nasensalben und Co.: Was Sie noch gegen eine trockene Nase tun können

Als Ergänzung zu Hausmitteln gibt es noch weitere Maßnahmen, die Sie gegen eine trockene Nase ergreifen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Pflegende Nasensprays: Nasensprays mit der natürlichen Vitaminvorstufe Dexpanthenol helfen bei der Regeneration einer wunden Nasenschleimhaut. Hyaluronsäure-haltige Nasensprays oder -tropfen haben wasserbindende Eigenschaften und sorgen so für eine gesunde Nasenfeuchtigkeit.
  • Spezielle Nasensalben beruhigen gereizte Schleimhäute und Nasenflügel gleichermaßen. Vor allem Vitamin A hilft der Haut, sich zu regenerieren und pflegt den Naseneingang. Ärzte warnen davor, die trockene Nase mit normaler Feuchtigkeitscreme zu behandeln. Sie kann die Flimmerhärchen im Inneren verkleben, sodass der natürliche Abtransport von Keimen nicht mehr möglich ist. Bei einer trockenen Nase ist diese Schutzfunktion ohnehin schon beeinträchtigt – die Feuchtigkeitscreme verschlechtert diesen Zustand noch mehr. Benutzen Sie deshalb spezielle Nasensalben: Ihre Konsistenz ist entsprechend weich und flüssig, sodass die Flimmerhaare intakt bleiben.
  • Kamillenkompressen unterstützen den Heilungsprozess der Haut und lassen Rötungen abklingen. Kochen Sie hierfür einen Teelöffel Kamillenblüten in etwas Wasser, fischen Sie anschließend die Blüten heraus und geben Sie sie in ein sauberes Leinentuch, das Sie sich auf die schmerzende Partie legen.
Tipp:

Taschentücher mit Aloe-Vera-Extrakt sind sanft zu wunden und schmerzenden Nasen. Stofftaschentücher sind im Vergleich zu Zellstoff-Tüchern zwar umweltfreundlicher, jedoch auch etwas rauer.

So können Sie einer wunden und trockenen Nase vorbeugen

Um Nasenbluten, Borkenbildung, Juckreiz und Co. vorzubeugen, ist es sinnvoll, einer trockenen Nasenschleimhaut frühzeitig gegenzusteuern:

  • Meerwasser-Nasensprays befeuchten und reinigen die Nasenschleimhaut beim ersten Anzeichen von Trockenheit ganz natürlich.
  • Pflegesprays mit Hyaluronsäure erhöhen den Feuchtigkeitsgehalt der Nasenschleimhaut, Dexpanthenol wirkt regenerierend auf die wunde Haut und steigert die Widerstandskraft der trockenen Nase.
  • Trockener Heizungsluft lässt sich in der kalten Jahreszeit mit einem Luftbefeuchter oder Wasserschalen, die im Raum verteilt werden, gegensteuern.

Um wunde Nasenflügel zu vermeiden, brauchen Verschnupfte etwas Disziplin. Auch wenn es schwerfällt, versuchen Sie sich trotz laufender Nase nicht ständig zu schnäuzen. Das reizt die Haut nur immer mehr.

Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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