HNO-Arzt – die Aufgaben des Spezialisten für Hals, Nase und Ohren

Mediziner, die sich auf das Gebiet von Hals, Nasen und Ohren spezialisiert haben, nennt die Mehrheit kurz HNO-Ärzte. In Medizinerkreisen werden die Fachärzte manchmal scherzhaft als Höhlenforscher bezeichnet. Denn die Strukturen von Mundhöhle und Rachen, Nase und Ohren sind versteckt und nicht immer leicht zu untersuchen. Welche Therapien macht ein HNO-Arzt?

HNO-Arzt untersucht die Nase einer Patientin

Die Aufgaben eines HNO-Arztes

In den Zuständigkeitsbereich eines Arztes der HNO fallen Hals, Nase und Ohren und damit auch Sinne, wie Hören, Schmecken, Riechen sowie der Gleichgewichtssinn (im Innenohr). Allergien wie die allergische Rhinitis etwa bei Heuschnupfen gehören ebenfalls in sein Aufgabenfeld. Außerdem kümmert er sich um Stimm- und Sprachbildung beim Kind. In der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gibt es hierfür ausgebildete Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen.

In eine HNO-Praxis kommen Patienten mit allerlei Problemen und Krankheitsbildern. Sehr häufig klagen sie über Beschwerden der oberen Atemwege, also von Nase, Hals und Rachen, zum Beispiel bei einer Entzündung. Der HNO-Arzt übernimmt die Diagnose und Behandlung dieser Krankheiten und Beschwerden.

Gut zu wissen:
Ein HNO-Arzt kann sich in verschiedene Richtungen spezialisieren, zum Beispiel in der Audiologie. Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit der Frage, wo bei Schwerhörigkeit ein Problem mit der Verarbeitung im Gehirn sitzt.

Wie man beim HNO-Arzt landet

Ein gewöhnlicher Schnupfen, etwa bei einer Erkältung, erfordert meist keine Untersuchung durch einen Facharzt. Falls nötig, kann der Hausarzt seinem Patienten jedoch eine Überweisung an den HNO-Arzt ausstellen, um eine Facharztmeinung einzuholen. Manche der Erkrankten gehen bei Schmerzen oder anderen Problemen im Bereich von Hals, Nase oder Ohren direkt zum Fachmann. Und auch auf HNO-Stationen in Krankenhäusern arbeiten ausgebildete Fachärzte in dem Bereich.

Die Ausbildung eines HNO-Arztes

Um HNO-Arzt zu werden, muss man zunächst ein Medizinstudium absolvieren. Im Anschluss erfolgt eine fünfjährige Weiterbildung im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Diese Ausbildung ist sowohl praktisch als auch theoretisch und schließt mit einer Facharztprüfung.

Wie untersucht der HNO-Arzt Nase und Co.?

Hals, Nase und Ohren sind schlecht von außen zu untersuchen. Zum Beispiel besteht die Nase nicht nur aus dem Teil, den wir mitten im Gesicht tragen. Unser Riechorgan hat vier Nebenhöhlen, die mit der Nase verbunden sind. Diese Hohlräume liegen verborgen im Gesichtsschädel und machen dem Arzt die Untersuchung der Nase schwierig. Bei Hals und Ohren verhält es sich ähnlich. Der HNO-Arzt hat aber Hilfsmittel wie Ohrtrichter, Mundspatel und Kehlkopfspiegel, um die Suche nach der Ursache für Beschwerden zu erleichtern.
Ebenso zählen Abtastuntersuchungen (Palpation) der Ohren, des Kehlkopfs, der Mundhöhle und des Rachens sowie der Nase zu den Routineuntersuchungen. Wie läuft eine Palpation der Nase ab? Der Arzt tastet den Nasensteg (zwischen den Nasenlöchern) ab und hebt die Nasenspitze an, er überprüft, ob Verhärtungen oder Schmerzen spürbar werden. Außerdem klopft er auf die Stellen im Gesicht, unter denen die Nasennebenhöhlen liegen.

Weitere mögliche Untersuchungen in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde:

  • Rhinoskopie: Eine Spiegelung der Nase, um die Beschaffenheit des Naseninnenraums sichtbar zu machen.
  • Nasenfunktionstest: Die Nase wird auf Luftdurchlässigkeit und die Funktion der Nasenschleimhaut getestet.
  • Prüfung der Sinnesfunktionen
    1. – zum Beispiel ein Riechtest mithilfe von duftenden Riechstiften bei Verdacht auf eine Riechstörung
      – eine Audiometrie (Hörprüfung)
  • Ohrmikroskopie: Eine Untersuchung des Ohrs/der Ohren mit einem Spezialmikroskop, um den äußeren Gehörgang und das Trommelfell zu betrachten.
  • Laryngoskopie: Eine Spiegelung des Kehlkopfs am oberen Ende der Speiseröhre durch einen Schlauch mit Kamera, der über den Rachen eingeführt wird, zum Beispiel bei Heiserkeit oder Reizhusten.

Des Weiteren nutzt der HNO-Arzt auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Röntgen und in speziellen Fällen die Computertomografie (eine Röntgenuntersuchung, die unterschiedliche Gewebeschichten darstellt) oder die Magnetresonanztomografie (Untersuchung mittels Magnetfeldern, die Bilder vom Gewebe im Körperinneren, zum Beispiel des Gehirns, liefert).

Nasenpolypen, Allergien und Co.: Behandlungen beim HNO-Arzt

Die Therapien beim HNO-Arzt richten sich meist nach den Ursachen. Er kann beispielsweise

  • verschiedene Medikamente oder
  • Hilfsmittel wie Hörgeräte und Hörsysteme sowie
  • begleitende Therapiemaßnahmen wie Logopädie verschreiben.

Außerdem kann der Arzt den Einsatz von alternativen Heilmethoden wie Akupunktur anordnen. Ebenso führt er bei Allergiepatienten eine Immuntherapie durch, wobei versucht wird, die allergische Reaktion abzuschwächen oder komplett einzudämmen.

Einige Therapiemaßnahmen des HNO-Arztes erfordern eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten aus anderen Fachgebieten wie der Kinderheilkunde, der Neurologie, der Orthopädie, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Allergologie sowie der Inneren Medizin.

Viele HNO-Ärzte sind in ihrer Praxis auch für kleinere Operationen eingerichtet. Zu den ambulanten HNO-Operationen, die also nicht mit einem Klinikaufenthalt verbunden sind, gehören unter anderem:

  • die Entfernung von Nasenpolypen (gutartigen Wucherungen der Schleimhaut) zum Beispiel mit Lasertechnik
  • Entfernung/Verkleinerung der Gaumenmandeln durch Laser oder Coblation (spezielles, schonendes Verfahren zur Abtragung von Gewebe)

Neben dem OP-Raum in der eigenen Praxis verfügen viele HNO-Ärzte über Belegbetten in einer Klinik, um ihre Patienten bei aufwändigeren Operationen dort zu betreuen.

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