Wenn das Immunsystem überreagiert


Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem des Menschen abwehrend auf körperfremde Stoffe. Es bekämpft eigentlich harmlose Fremdstoffe wie Blüten- und Baumpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben, als wären es Krankheitserreger. Die Allergieauslöser werden Allergene genannt. Woher diese Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine Allergieneigung vererbt wird. Menschen, deren Eltern an einer Allergie leiden, sind auch selbst häufiger betroffen.

Allergien kommen in den Industrienationen immer häufiger vor. Insgesamt sind 30 Prozent der Erwachsenen und 26 Prozent der Kinder betroffen. Das kann zum Teil auch an den immer besseren hygienischen Lebensverhältnissen liegen.1 Denn Schmutz und harmlose Keime, mit denen Kinder in Kontakt kommen, trainieren das Immunsystem. Wächst ein Kind unter übertrieben hygienischen Bedingungen auf, ist das Immunsystem nicht gefordert und richtet sich dann gegen eigentlich harmlose Stoffe.

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Eine Studie aus dem Jahre 2002 hat ergeben, dass Heuschnupfen oder allergisches Asthma bei Bauernhofkindern seltener auftreten als bei Stadtkindern, da erstere in ständigen Kontakt mit allen möglichen Erregern in der Umgebung kommen.

Ursachen und Symptome einer Allergie


Allergien können gegen unterschiedlichste Substanzen gerichtet sein, von bestimmten Nahrungsmitteln über Schimmelpilze, Hausstaubmilben und Tierhaare bis hin zu Gräser- und Baumpollen, Wespengift und die Sonne. Je nach Allergen können die Allergiesymptome unterschiedlich ausfallen. Allgemeine, typische Reaktionen sind:

  • allergischer Schnupfen
  • tränende und brennende Augen
  • Hautausschlag
  • allergisches Asthma
  • Magen-Darm-Beschwerden

Die Reaktionen können sofort, nach einigen Minuten, Stunden oder sogar erst nach einigen Tagen auftreten. Die schwerste Reaktion auf ein Allergen ist ein anaphylaktischer Schock (allergischer Schock). Dabei reagiert der Körper extrem heftig, es kommt zu Herzrasen und Atemnot, bei Nicht-Behandlung kann es zu einem Atem- und Kreislaufstillstand kommen und zum Tod des Betroffenen führen. Daher: Rufen Sie bei ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks sofort einen Notarzt. Es handelt sich immer um einen Notfall!

Formen des allergischen Schnupfens


Der allergische Schnupfen (allergische Rhinitis) ist ein Hauptsymptom bei Allergien. Es handelt sich dabei um eine Inhalationsallergie: Das Einatmen des Allergens löst die allergische Reaktion aus. Diese Allergie wird als Sofort-Typ oder Typ 1-Allergie klassifiziert, das heißt, die allergische Reaktion tritt sofort nach Kontakt mit dem Allergieauslöser auf.

Es gibt zwei Arten von allergischem Schnupfen:

  • Ein Heuschnupfen (Pollinosis) ist gegen Pflanzenpollen gerichtet und tritt saisonal zur Flugzeit der jeweiligen Pollenart auf. Er ist die häufigste Allergie in den Industrieländern: Etwa 15 Prozent der Erwachsenen und 9 Prozent der Kinder leiden an Heuschnupfen.2
  • Ein ganzjähriger allergischer Schnupfen tritt bei Allergien gegen Tierhaare, Schimmelsporen oder Kot von Hausstaubmilben auf.

Schnupfen bei einer Allergie: Verstopfte Nase und tränende Augen


Symptome für einen allergischen Schnupfen sind eine verstopfte Nase, ein wässriger Fließschnupfen, Niesattacken und brennende, tränende Augen. Ein Hustenreiz und Brennen im Hals können ebenfalls auftreten. Ein allergischer Schnupfen kann weitere Erkrankungen wie ein allergisches Asthma bronchiale, Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) nach sich ziehen.

Bei verdächtigen Symptomen sollten die Betroffenen zu einem Facharzt (Allergologe) gehen und sich untersuchen lassen. Er wird eine ausführliche Anamnese (Dokumentation der Krankengeschichte) erheben und einen Allergietest durchführen, um das Allergen zu identifizieren. Danach sollte die Allergie schnellstmöglich behandelt werden. Das kann verhindern, dass sich die Symptome verschlimmern, sich weitere Allergien oder ein allergisches Asthma entwickeln.

Die beste Therapie einer Allergie ist, das auslösende Allergen konsequent zu meiden. Da das nicht immer möglich ist, können Medikamente wie Antihistaminika oder Kortisonpräparate zur Linderung der Beschwerden eingenommen werden. Diese sind zum Beispiel in Form von Tabletten, Nasensprays und Augentropfen erhältlich.

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Eine weitere Behandlungsmethode ist eine Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung, die unter ärztlicher Kontrolle über Jahre hinweg durchgeführt wird. Dabei wird der Körper in zeitlichen Intervallen immer wieder mit dem Allergen konfrontiert, erst in geringen und dann in immer höheren Dosen. So soll er lernen, das Allergen dauerhaft zu tolerieren und keine allergische Reaktion mehr zu zeigen.

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Behandlung von Heuschnupfen
Welche Möglichkeiten gibt es neben einer Hyposensibilisierung noch, um Heuschnupfensymptome zu lindern? Das erfahren Sie im kanyo®-Gesundheitspodcast.

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Sabrina Mihlan Dr. Sabrina Mihlan hat sich schon während ihres Biologiestudiums besonders für die humanmedizinischen Themen interessiert. Daher spezialisierte sie sich auf Heilpflanzen und klinische Biochemie. Nach ihrer Promotion an der Universität Würzburg startete sie 2015 ihr Volontariat bei kanyo® und bereitet dort bis heute Themen aus Gesundheit und Medizin verständlich und übersichtlich für Sie auf. Sabrina Mihlan Medizinredakteurin und Biologin kanyo® mehr erfahren
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