Schnupfen – selbst behandeln oder zum Arzt?


Viele behandeln ihren Schnupfen  gerne selbst. Neben einer großen Auswahl an

Bei einem Schnupfen sind die Nasenschleimhäute akut entzündet. Im Rahmen einer Erkältung klingt ein Schnupfen meist ohne weitere Behandlung nach gut einer Woche wieder von selbst ab und ist in der Regel kein Grund für einen Arztbesuch.1 In der Zwischenzeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome eines Schnupfens, wie eine laufende oder verstopfte Nase, abzumindern. Neben einer großen Auswahl an freiverkäuflichen Medikamenten und pflanzlichen Präparaten steht eine Vielzahl an Hausmitteln zur Verfügung, die zur Linderung beitragen können. In Folgendem stellen wir Ihnen verschiedene Hausmittel vor, die sich bei Schnupfen bewährt haben.

Wann mit Schnupfen zum Arzt?

Einen Mediziner sollten Sie aufsuchen, wenn

  • der Schnupfen nach gut einer Woche nicht besser wird,
  • die Nase dauerhaft verstopft ist,
  • Sie sehr häufig unter Schnupfen leiden oder
  • weitere Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen hinzukommen,

Der Arzt ermittelt dann die genaue Ursache, denn hinter einem Schnupfen kann nicht nur eine Erkältung, sondern auch eine Grippe (Influenza), Allergie (beispielsweise Heuschnupfen), Veränderungen der Nasenanatomie (Nasenscheidewandverkrümmung) oder einer von vielen weiteren möglichen Auslösern stecken. Richtiger Ansprechpartner ist in diesem Falle der Haus- oder HNO (Hals-Nasen-Ohren)-Arzt.

Inhalation und Erkältungsbad: Warmer Dampf für besseres Durchatmen


Derwarme Dampf beim Inhalieren hilft, das Nasensekret zu lösen und die Nasenschleimhäute zu befeuchten. Mit Dampfinhalatoren (handliche Inhaliergeräte) aus der Apotheke werden gezielt die Schleimhäute der oberen Atemwege befeuchtet, ohne die Augen zu reizen. Alternativ können Sie einfach heißes Wasser in eine Schüssel beziehungsweise einen Topf geben und sich zum Inhalieren ein Handtuch über den Kopf legen. Als Zusätze eignet sich eine

  • Kochsalzlösung,
  • ätherische Öle (zum Beispiel aus Fichtennadeln) oder
  • Pflanzenextrakte (beispielsweise aus Kamille).

Eine etwas andere Form der Inhalation: Reiben Sie die Brust mit Erkältungsbalsam oder -salben (aus der Apotheke) ein. Diese enthalten meist ätherische Öle, zum Beispiel Eukalyptus, welche bei einer verstopften Nase helfen können. Besonders vor dem Schlafengehen ist die Einreibung sinnvoll, da Sie so von einem erholsamen Schlaf dank befreiter Nase profitieren. Aber bitte beachten Sie: Für Babys und kleine Kinder sind Anwendungen mit ätherischen Ölen nicht geeignet, da sie Atemnot auslösen können. Besprechen Sie sich hierzu im Zweifel unbedingt mit Ihrem Arzt. Auch ein Erkältungsbad stellt ein bewährtes Hausmittel dar. Der bei einem warmen Bad aufsteigende Wasserdampf hat einen ähnlichen Effekt wie das Inhalieren: Er befeuchtet die Nasenschleimhäute und sorgt für besseres Durchatmen. Zudem bietet ein Erkältungsbad Betroffenen einen Moment der Entspannung, besonders wenn sie sich anschließend in eine warme Decke kuscheln und sich eine Auszeit gönnen. In Apotheken oder Drogeriemärkte gibt es spezielle Badezusätze, die bei Schnupfen für Linderung sorgen können.

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Achtung: Den Kreislauf nicht zu sehr belasten

Achten Sie darauf, dass das Badewasser zwar angenehm warm, aber nicht zu heiß ist. Ein heißes Bad beansprucht den Kreislauf womöglich übermäßig, was mitunter Beschwerden wie Schwindel zur Folge hat. Optimal für Erwachsene ist eine Wassertemperatur von 38 bis 40 Grad Celsius und eine Badedauer von etwa 30 Minuten.2

Spülungen und Sprays befreien die Nase


Mit Nasenduschkannen aus der Apotheke lässt sich die Nase durchspülen. Das Prinzip ist einfach: Eine Salzlösung läuft in ein Nasenloch rein, durchspült die Verbindungsgänge in der Nase und läuft durch das andere Nasenloch wieder raus. Dabei wird die Nasenschleimhaut befeuchtet und Erreger werden weggespült. Nasenspülungen sind nicht jedermanns Sache, aber einmal an das Gefühl gewöhnt, ist es in der Regel eine gute Methode, Schnupfensymptome zu verbessern.

Zusätzlicher Tipp bei Schnupfen: Nasensprays mit einer Meersalzlösung. Sie sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um die Schleimhäute zu befeuchten und Betroffene schnell von einer verstopften Nase zu befreien. Dazu sind sie leicht in der Anwendung und natürlich wirksam.

Wärmen von innen – Erkältungstees und Hühnersuppe bei Schnupfen


Wenn die ersten Schnupfensymptome auftauchen, kann ein Erkältungstee helfen. Gut geeignet sind:

  • Holunderblütentee: Er hat eine schweißtreibende sowie schleimlösende Wirkung und ist vor allem bei Fieber, Schnupfen und Husten geeignet. Für den Tee übergießen Sie 3 bis 5 Gramm Holunderblüten mit 150 Milliliter heißem Wasser. Lassen Sie den Sud für 5 bis 10 Minuten ziehen.3
  • Lindenblütentee: Er soll entzündungshemmende sowie schmerzstillende Eigenschaften besitzen und bei Schnupfen, Husten und Halsschmerzen zur Linderung beitragen. Gießen Sie 1 bis 2 Gramm Lindenblüten mit 150 Milliliter kochendem Wasser auf. Die Ziehzeit beträgt 5 bis 10 Minuten.4
  • Ingwertee: Der gelben Knolle wird nachgesagt, dass sie antibakterielle Effekte besitzt und zur Stärkung des Immunsystems beiträgt. Zur Zubereitung des Tees überbrühen Sie etwa ein Gramm frischen Ingwer (geschält und in Scheiben geschnitten) mit 150 Milliliter siedendem Wasser und lassen den Sud anschließend 5 Minuten lang durchziehen.5

Sie können viele Erkältungstees in der Apotheke oder Drogerie als Fertigmischungen kaufen.

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Ebenfalls bei Schnupfen wohltuend und von innen wärmend, ist eine Hühnersuppe. Durch den warmen Dampf werden die Schleimhäute befeuchtet. Zudem gibt es Annahmen, dass eine frisch zubereitete Hühnersuppe entzündungshemmend wirken könnte. Ob das stimmt oder nicht ist noch nicht abschließend geklärt – lecker schmeckt die Suppe aber allemal und weckt bei manch einem Kindheitserinnerungen, wodurch der Schnupfen gleich nur noch halb so schlimm erscheint.

Honig und Zwiebeln – klassische Hausmittel bei Schnupfen


Zwiebelsaft wirkt auf natürliche Weise desinfizierend, schleimlösend und abschwellend. Um die positiven Eigenschaften der Knolle bei einer Erkältung zu nutzen, können Sie einen Zwiebelsirup herstellen. Dazu ein bis zwei Zwiebeln fein würfeln, in eine Tasse geben und etwas Honig (oder alternativ Zucker) darüber träufeln. Die Mischung für mindestens 2 Stunden ziehen lassen. Nach einiger Zeit hat der Honig den Saft aus der Zwiebel gezogen. Sieben Sie die Zwiebeln ab. Von dem übrigbleibendem Zwiebel-Honig-Saft können Sie mehrmals ein bis zwei Esslöffel (ähnlich wie bei einem Hustensaft) einnehmen. Das Rezept eignet sich auch für Kinder (aber nicht für Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren, sie dürfen keinen Honig erhalten, da spezielle Sporen eines Bakteriums für sie zur Gefahr werden können).6

Honig – das süße Gold

Generell schwören viele Menschen auf die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung von Honig. Er findet deshalb nicht nur zur Herstellung von Zwiebelsirup Verwendung, sondern kann je nach Vorliebe zudem in warmer Milch oder Tee aufgelöst oder pur gegessen werden.

Rotlichtlampe für eine bessere Durchblutung der Nase


Bestrahlungen mit einer Rotlichtlampe bringen wohlige Wärme. Dadurch soll die Durchblutung der Nasenschleimhäute und die lokale Immunabwehr angeregt werden, was wiederum zur Bekämpfung der Entzündung verhelfen kann. Obwohl dieser Effekt nicht erwiesen ist, kann eine Rotlichtanwendung wohltuend sein. Wer diese ausprobieren möchte, sollte sich an ein paar Regeln halten.

Ideal ist es, 10 bis 20 Minuten lang die Nasenregion zu bestrahlen, bei einem Abstand zur Lampe von 30 bis 50 Zentimetern.7 Bitte achten Sie auf einen ausreichenden Augenschutz! Da das Rotlicht die geschlossenen Lider durchdringt, kann es sonst zu Augenschäden kommen. Spezielle Schutzbrillen verhindern das. Bei Unsicherheiten lassen Sie sich vor der Anwendung einer Infrarotlampe am besten durch Ihren Arzt beraten.

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Gesund durch die Erkältungszeit
Von Dampfinhalation bis Entspannungsbad – in unserer Podcast-Erkältungsfolge geben wir Ihnen nicht nur Tipps gegen den lästigen Schnupfen mit. Wir verraten Ihnen auch, wie es möglich ist, einer Erkältung vorzubeugen.

Weitere Tipps bei einer Erkältung


Neben den genannten Hausmitteln gibt es noch eine Reihe an Empfehlungen, die Sie bei einem Schnupfen beachten sollten:

  • Gönnen Sie Ihrem Körper eine Pause, indem Sie während einer Erkältung Stress vermeiden.
  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Nur so hat der Körper genug Kraft, um gegen die Schnupfenerreger anzukämpfen.
  • Viel Trinken verflüssigt den hartnäckigen Schleim, am besten eignen sich Wasser, Tees und Schorlen. Experten empfehlen eine Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 1,5 Litern am Tag.8
  • Damit die ohnehin schon gereizten Schleimhäute nicht zusätzlich austrocknen, ist eine Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen von 40 bis 60 Prozent ideal.9 Dafür gibt es im Handel spezielle Luftbefeuchter. Sie können aber auch feuchte Tücher über ihre Heizkörper hängen oder eine Schale mit Wasser aufstellen.
  • Durch die verstopfte Nase haben Sie beim Schlafen Probleme mit der Atmung? Legen Sie sich mit leicht erhöhtem Kopf und Oberkörper hin (schieben Sie beispielsweise ein zweites Kissen unter den oberen Rücken). So läuft das Sekret leichter ab.
  • Wenn Sie sich ansonsten fit fühlen, spricht nichts gegen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Die Bewegung tut gut und stärkt zudem das Immunsystem.

Sie werden sehen: Mit den richtigen Hausmitteln und Tipps ist der Schnupfen bald wieder vorbei und Sie können befreit Durchatmen.

Hilft scharfes Essen bei Schnupfen?

Essen Sie beispielweise ein scharfes, mit Chili gewürztes Gericht, regt das die Durchblutung der Schleimhäute in Nase und Rachen an. Dadurch soll wiederum das Immunsystem und eine vermehrte Abwehr gegen Krankheitserreger gefördert werden. Aber übertreiben Sie es nicht mit der Schärfe: Würzen Sie Ihr Essen nur so, wie Sie es als angenehm und genießbar empfinden. Sehr scharfe Speisen könnten den Körper belasten.

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Pauline Zäh Bereits als Kind wusste Pauline Zäh, dass sie einmal Redakteurin werden wollte. Lesen und Schreiben waren schon immer ihre großen Leidenschaften. Während des Journalismus-Studiums spezialisierte sie sich im Bereich Medizin. Für sie ein besonders wichtiges Feld, denn Gesundheit geht jeden etwas an. Seit 2019 ist sie Teil von kanyo®. Pauline Zäh Medizinvolontärin kanyo® mehr erfahren
Sabrina Mihlan Dr. Sabrina Mihlan hat sich schon während ihres Biologiestudiums besonders für die humanmedizinischen Themen interessiert. Daher spezialisierte sie sich auf Heilpflanzen und klinische Biochemie. Nach ihrer Promotion an der Universität Würzburg startete sie 2015 ihr Volontariat bei kanyo® und bereitet dort bis heute Themen aus Gesundheit und Medizin verständlich und übersichtlich für Sie auf. Sabrina Mihlan Medizinredakteurin und Biologin kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1HNO-Ärzte im Netz: Schnupfen – Anzeichen und Verlauf. URL: https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/anzeichen-und-verlauf.html (30.03.2020).
  • 2Schlaadt, Michael: Homöopathie schnell & einfach: Mit den 20 Top-Mitteln umfassend gesund. Stuttgart: Trias Verlag 2011. S. 80.
  • 3Arzneipflanzenlexikon: Holunder. URL: http://www.arzneipflanzenlexikon.info/holunder.php (30.03.2020).
  • 4Arzneipflanzenlexikon: Linde. URL: http://www.arzneipflanzenlexikon.info/linde.php (30.03.2020).
  • 5Arzneipflanzenlexikon: Ingwer. URL: http://www.arzneipflanzenlexikon.info/ingwer.php (30.03.2020).
  • 6Kinderarztpraxis Dr. med. Andreas Volbracht: Rezept gegen Husten: Zwiebelsirup. URL: https://kinderarzt-volbracht.de/gesundheit/rezept-gegen-husten-zwiebelsirup (30.03.2020).
  • 7Chirurgie Portal: Wie sinnvoll ist Rotlicht bei der Behandlung einer Sinusitis?. URL: https://www.chirurgie-portal.de/hno-hals-nasen-ohren/sinusitis/sinusitis-rotlicht.html (20.03.2020).
  • 8Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Wasser. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/ - Stand (30.03.2020
  • 9Hkk Krankenkasse: Mit frischer Luft Grippe-Viren ausbremsen. URL: https://www.hkk.de/themen/erkaeltung/mit-frischer-luft-grippeviren-ausbremsen (30.03.2020).