Aufbau und Funktion der Nase

Große Nase wie die von Cäsar oder kleine Nase in Cleopatra-Optik: Jeder Mensch hat ein ganz individuelles Exemplar in seinem Gesicht. Doch egal, wie unterschiedlich unsere Nasen von außen aussehen, letzten Endes bestehen sie im Innern alle aus Knochen und Knorpeln, nehmen Gerüche wahr und dienen als Resonanzkörper beim Sprechen.

Aufbau der Nase

Aufbau der Nase: Der äußere Teil

Der Aufbau der Nase besteht äußerlich aus einem knöchernen und einem knorpeligen Teil. Die Basis der Nase bildet der starre Knochen, der sich aus mehreren Fortsätzen zusammensetzt. Manche dieser Verlängerungen treten aus dem Stirnbein hervor, andere aus dem Oberkieferknochen. Der wohl bekannteste Teil der knöchernen Nase dürfte das Nasenbein (Os nasale) sein, das genau zwischen den Augen ansetzt und aufgrund seiner Lage vergleichsweise häufig einen Bruch erleidet.

Im Gegensatz zum Knochen nimmt der Knorpel mehr Raum ein, ist beweglich und schützt vor Verletzungen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um ein zusammenhängendes Knorpelgebilde, vielmehr sind es Einzelelemente, die größtenteils paarig angelegt sind:

  • Die seitlichen Dreiecksknorpel und die Nasenspitzenknorpel schützen das Skelett und geben der Nase die charakteristische Form.
  • Die sogenannten Flügelknorpel formen, wie der Name schon sagt, die Nasenflügel.
  • Hinzu kommt der Septumknorpel, der zusammen mit einem knöchernen Teil die Nase in zwei Räume unterteilt.

Aufbau der Nase: Der innere Teil

Im Eingangsbereich der Nase liegt der Vorhof. Er beginnt beim Nasenloch und schließt etwa mit der Unterkante des Dreiecksknorpels ab. Der Vorhof nimmt eine Sonderstellung im inneren Teil der Nase ein: Er ist nicht wie der Rest mit Schleimhaut ausgekleidet, sondern mit normaler Gesichtshaut.

Hat die Atemluft den kurzen Vorhof durchströmt, gelangt sie in die Nasenhaupthöhle. Dort befinden sich die drei Nasenmuscheln (Conchae nasales): mit Nasenschleimhaut überzogene Knochenlamellen, die von der seitlichen Nasenwand hinein in die Haupthöhle ragen. Durch ihre leistenartige Optik vergrößern sie die Oberfläche der Nasenschleimhaut und regulieren den Luftstrom durch die Nase.

Unterhalb jeder Nasenmuschel verläuft ein Nasengang, der als Verbindungsstück dient. In den unteren Gang in Augennähe mündet der Tränenkanal (Ductus nasolacrimalis). Durch ihn läuft ein Teil der Tränenflüssigkeit ab – weshalb wir immer zum Taschentuch greifen müssen, wenn wir weinen. Der mittlere Nasengang führt zu drei der insgesamt vier vorhandenen Nasennebenhöhlen:

  • Kieferhöhle,
  • Stirnhöhle
  • und Siebbeinzellen.

Die vierte Nasennebenhöhle, die Keilbeinhöhle, ist mit dem oberen Nasengang verbunden. Hier sitzt auch der sogenannte Riechkolben (Bulbus olfactorius), der den Riechvorgang ermöglicht.

Im hinteren Teil der Nasenhaupthöhle liegen zudem zwei Öffnungen, die sogenannten Choanen. Diese bilden den Übergang in den Rachen, die Atemluft strömt durch sie weiter in Richtung Lunge.

Funktion der Nase

Unsere Nase erfüllt im gesunden Zustand drei Hauptfunktionen: Sie wärmt, reinigt und befeuchtet die eingeatmete Luft, identifiziert Gerüche und ist an der Stimm- und Klangbildung beteiligt.

Die erste Funktion: Anpassung der Atemluft

Wenn wir einatmen, gelangen mit der frischen Luft auch Schmutzpartikel und Krankheitserreger in die Nase. Unser Riechorgan fängt unerwünschte Stoffe ab und transportiert sie wieder nach außen. Als erster grober Filter fungieren die Nasenhaare im Eingangsbereich. Verfängt sich darin etwa Staub, wird ein Niesreflex ausgelöst und der Fremdkörper wird mit einem kräftigen Luftstoß hinausbefördert. Viel feiner sind die sogenannten Flimmerhärchen (Zilien), die wie eine Art Rasen unsere Nasenschleimhäute auskleiden. Sie transportieren mittels einer Wellenbewegung einen Großteil der Erreger zusammen mit dem Nasensekret in Richtung Rachen. Von dort aus können die Fremdkörper entweder ausgehustet oder heruntergeschluckt werden.

Unsere Lunge bevorzugt feuchtwarme Luft. Für diesen Zustand, also Feuchtigkeit und die richtige Temperatur, sorgt die Nasenschleimhaut: Sie gibt der vorbeiströmenden Luft etwas von ihrer Feuchtigkeit ab und wärmt sie mit Hilfe eines Geflechts aus haarfeinen Blutgefäßen, die in die Schleimhaut eingebettet sind, an.

Die zweite Funktion: Identifikation von Gerüchen

Riechen zu können, verdanken wir zunächst der Riechschleimhaut (Regio olfactoria), die in den oberen Teilen der Nase angesiedelt ist. Die dort aufgenommenen Sinnesinformationen werden über die Geruchsnerven an den Riechkolben und weiter zu bestimmten Riechzentren im Gehirn geleitet. Dieser Vorgang ist kompliziert, geschieht aber blitzschnell. So können wir sofort feststellen, ob etwas angenehm duftend oder übelriechend ist.

Die dritte Funktion: Stimm- und Klangbildung

Unsere Nase unterstützt uns zu guter Letzt auch beim Sprechen, indem sie als Resonanzraum dient. Das wird dann spürbar, wenn wir einen Schnupfen haben und diese Funktion eingeschränkt ist. Unsere Stimme hört sich dadurch dumpf an.