Schnarchen: Ursachen, Behandlung durch den Arzt und Selbsthilfe

Etwa jeder zweite Mann und jede vierte Frau im mittleren bis höheren Alter schnarcht im Schlaf. Das nächtliche Rasseln, Knarzen und Sägen stört meist weniger die Nachtruhe der Betroffenen, vielmehr hält es vor allem ihre Partner wach. Es ist jedoch nicht nötig, den Ruhestörer auf das Sofa zu verbannen: Je nach Schweregrad kann Schnarchen (Rhonchopathie) mit einigen sanften Methoden selbst oder mit ärztlichem Zutun eingedämmt werden.

Schnarchen stört vor allem den Partner.

Wie Schnarchen entsteht

Die Geräusche, die unter dem Begriff Schnarchen zusammengefasst werden, entstehen bei Verengungen der oberen Luftwege. Das kann beispielsweise ein verlegter Rachen sein, wenn die Muskulatur während des Schlafens in diesem Bereich ungewöhnlich stark erschlafft. Ein gewisses Maß am Verlust der Muskelspannung in der Nacht ist zwar normal, ragen jedoch Gaumensegel und Zäpfchen weit in den Hals hinein, bringt sie die vorbeiströmende Luft während der Atmung zum Flattern. Das Resultat ist eine Art Röcheln, vor allem beim Einatmen. Erschlaffen kann ebenso die Zunge, deren Basis im Schlaf nach hinten rutscht und so den Luftstrom zwingt, sich geräuschvoll am Hindernis vorbeiquetschen zu müssen.

Doch warum erschlaffen bei manchen Menschen die Muskeln besonders stark im Schlaf? Hier gibt es in der Regel zwei Varianten. Zum einen können die Einnahme von Schlaftabletten, Beruhigungsmitteln und manchen Psychopharmaka sowie der Genuss von Alkohol dahinterstecken – denn diese Substanzen entspannen die Muskeln und somit auch Zunge, Zäpfchen und Gaumensegel. Zum anderen neigt vor allem die Muskulatur älterer Menschen im Allgemeinen dazu, immer mehr zu erschlaffen, was wiederum erklärt, weshalb junge Menschen meist nur in Ausnahmesituationen schnarchen.

Eine dieser Ausnahmen ist, wenn das Problem in der Nase liegt. Wird auch hier der Luftstrom in irgendeiner Weise gestört, schnarchen wir. Für eine Verengung innerhalb der Nase kann es einige Ursachen  geben. Infrage kommen beispielsweise Schnupfen oder Allergien.

Männer schnarchen häufiger als Frauen.

Ist Schnarchen gefährlich?

Wer leise und gleichmäßig schnarcht – Mediziner bezeichnen diese Form als primäres oder habituelles Schnarchen – braucht sich in der Regel keine Sorgen um seine Gesundheit zu machen. Sehr intensives und lautes Schnarchen stört hingegen nicht nur den Schlaf des Partners, sondern auch den eigenen, da vor allem die für die Erholung so wichtige Tiefschlafphase durch die Geräusche gestört wird.

In extremen Fällen kommt es sogar zu wiederkehrenden Atemaussetzern. Beim sogenannten apnoischen Schnarchen (auch Schlafapnoe genannt) verschließt sich von Zeit zu Zeit der Rachen vollständig, sodass dem Erkrankten im Schlaf die Luft wegbleibt. Damit ein Ersticken verhindert wird, veranlasst das Gehirn des Betroffenen eine Weckreaktion. Dieser lebenswichtige Vorgang stört den Schlaf nachhaltig. Menschen, die am Schlafapnoesyndrom leiden, sind deshalb tagsüber häufig müde und gereizt, zudem können sie sich schlecht konzentrieren und erbringen durchschnittlich weniger Leistung als nicht betroffene Personen.

Schnarchen: Wann zum Arzt?

Treffen die oben genannten Beschwerden, also Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie Gereiztheit auf Sie zu oder bemerkt Ihr Partner, dass Sie immer wieder extrem laut oder unregelmäßig schnarchen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Richtige Ansprechpartner sind Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Kliniken, die über ein spezielles Schnarch-Zentrum verfügen. Hier können Spezialisten abklären, weshalb die Atmung im Schlaf behindert wird.
Betroffene sollten nicht alleine zum Arzttermin gehen, denn für die richtige Diagnose ist nicht nur das Patientengespräch von Bedeutung, sondern auch der Bericht des Bettnachbarn, der oft deutlich mehr mitbekommt als der Schnarchende selbst.

Im Anschluss an das Gespräch untersucht der Arzt den Nasen- und Rachenraum, um die Ursache der lästigen Töne herauszufinden. Zur genauen Analyse dient ein sogenanntes Schnarchtestgerät, das der Patient mit nach Hause nehmen kann. Dabei handelt es sich um einen kleinen Computer, der Atem- und Schnarchgeräusche sowie die Sauerstoffversorgung während des Schlafens aufzeichnet. Als letzte Diagnosemaßnahme gibt es noch die Nacht im Schlaflabor. Hier wird vor allem der Schlafverlauf von sehr müden Patienten mit Verdacht auf Schlafapnoe gemessen, überwacht und ausgewertet.

Schnarchen: Behandlungsmethoden und Tricks

Die Behandlungsmöglichkeiten  richten sich nach der Ursache sowie dem Schweregrad der Erkrankung und müssen individuell durchgeführt werden. Während leichtes Schnarchen mit einigen Tipps und Tricks  recht gut selbst behandelt werden kann, ist bei einem anatomischen Verschluss der oberen Atemwege, beispielsweise durch Polypen, manchmal eine Operation nötig.

Was Sie gegen das Schnarchen tun können

Es gibt etliche Methoden, mit deren Hilfe Sie die nächtlichen Geräusche zumindest auf ein erträgliches Maß reduzieren können. Dazu zählen folgende Tipps:

  • Falls Sie übergewichtig sein sollten, ist eine wirksame Methode gegen das Schnarchen die Gewichtsreduktion. So verschwinden die Fetteinlagerungen im Halsbereich, die das Schnarchen fördern.
  • Trinken Sie zwei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol und verzichten Sie, wenn möglich, auf Beruhigungs- und Schlafmittel. Diese Substanzen entspannen auch die Muskulatur im Rachenbereich.
  • Schlafen Sie nicht auf dem Rücken, das führt zu einem Zurückrutschen der Zunge, was die Atmung blockiert. Ein eingenähter Tennisball im Rückenteil Ihres Schlafanzuges zwingt Sie im Schlaf, sich wieder auf die Seite zu drehen.

Zur Selbstbehandlung werden vor allem im Internet unzählige, teilweise teure Mittel gegen Schnarchen angeboten, deren Wirksamkeit allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Dazu zählen etwa Schnarch-Schnuller, Schnarch-Sprays und Schnarch-Lutschtabletten. Sinnvoll hingegen können manchmal Nasenpflaster sein, etwa wenn eine gekrümmte Nasenscheidewand hinter dem nächtlichen Lärm steckt. Sie weiten die Nasenflügel und erleichtern so das Atmen.

Bevor Sie sich in Eigenregie ein unter Umständen teures Hilfsmittel anschaffen, sollten Sie lieber das Für und Wider mit Ihrem Arzt oder Apotheker abwägen.

Behandlungsmöglichkeiten durch den Arzt

Bei manchen Betroffenen kann eine spezielle Schiene das Schnarchen verhindern. Ihr Zahnarzt fertigt eine individuelle Aufbiss-Schiene für Ober- und Unterkiefer an. Sie hält den Unterkiefer vorne, was verhindern soll, dass die Zunge absinkt und so die Luftwege verschließt.
Liegt die Ursache ganz eindeutig in einer anatomischen Fehlstellung, bringt in manchen Fällen nur eine Operation die gewünschte Lösung. Dazu können folgende Eingriffe zählen:

Eine Erfolgsgarantie gibt es bei diesen Operationen nicht, manchmal wird das Schnarchen nur leiser oder kommt seltener vor. Wie bei jeder Operation sind auch hier Komplikationen möglich. Bei Eingriffen im Mundbereich besteht die Möglichkeit, dass unangenehme Narben zurückbleiben oder manche Betroffene im Anschluss nicht mehr richtig schlucken oder sprechen können.

Schlafapnoe: Behandlungsmethoden

Menschen, die unter den nächtlichen Atemaussetzern leiden, stehen im Großen und Ganzen die gleichen Behandlungsmethoden wie beim gewöhnlichen Schnarchen zur Verfügung. So können auch hier Tipps wie seitliches Schlafen, Abnehmen und weniger Alkohol oder eine Aufbiss-Schiene ihre Wirkung zeigen.
Helfen diese Maßnahmen nicht, kommt eine sogenannte Überdruckbehandlung, zum Beispiel die „positive nasale Überdruckbeatmung“, infrage. Hier trägt der Schnarcher nachts eine kleine Atemmaske, die mit einem Kompressor verbunden ist, der mit leichtem Druck Luft in die Atemwege strömen lässt. Diese bleiben so offen und der Erkrankte kann in der Regel ungestört durchatmen und somit auch durchschlafen.