Die Nasennebenhöhlenentzündung: Wenn die Nasennebenhöhlen zu sind

Eine Schleimhautentzündung in den Nasennebenhöhlen wird von Medizinern als Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) bezeichnet. Die Nasennebenhöhlenentzündung zählt zu den häufigsten Krankheiten und kann akut oder chronisch verlaufen. Meistens beginnt eine Sinusitis mit einem gewöhnlichen Schnupfen (Rhinitis). Die Entzündung kann sich leicht von der Nase in die Nasenneben- oder Stirnhöhlen ausbreiten, da diese miteinander verbunden sind. Da Sinusitis und Rhinitis nicht immer leicht zu unterscheiden sind, sprechen Mediziner daher von einer Rhinosinusitis.

Die Nasennebenhöhlenentzündung kann heftige Schmerzen auslösen.

Die Funktion der Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen  sind mit Luft gefüllte Hohlräume im Gesichtsschädel, die über dünne Gänge (Ostien) mit den Nasenhaupthöhlen verbunden sind. Wir besitzen vier Nasennebenhöhlen, die größtenteils paarig angelegt sind: Kieferhöhle, Stirnhöhle, Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen. Ebenso wie die Nase sind diese mit einer Schleimhaut  ausgekleidet, die eine wichtige Reinigungsfunktion übernimmt: Im gesunden Zustand produzieren die Zellen der Schleimhäute ständig einen Sekretfilm, an dem eingeatmete Krankheitserreger und Fremdkörper haften bleiben. Auf der Oberfläche der Schleimhaut sitzen zudem feine Flimmerhärchen (Zilien), die sich rund 900 Mal pro Minute hin und her bewegen und so die Schleimschicht in Richtung Rachen schieben. Fremdkörper und Schadstoffe können von dort aus ausgehustet beziehungsweise heruntergeschluckt werden.

Wie eine Nasennebenhöhlenentzündung häufig entsteht

Meist entwickelt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung aus einer Infektion mit Viren – seltener mit Bakterien. Sie ist Auslöser für eine Entzündung der Nasenschleimhäute , was wiederum zu einer verminderten Reinigungsfunktion der Atemwege führt. Als Reaktion darauf produziert die Schleimhaut nun viel mehr Sekret als im gesunden Zustand und schwillt an – wir haben einen Schnupfen.

Die Folge sind verstopfte Verbindungskanäle zwischen der Nase und den Nasennebenhöhlen. Die Nasennebenhöhlen werden dadurch zum perfekten Nährboden für Krankheitserreger: Das Sekret kann nicht mehr abfließen, es staut sich zurück und eine Belüftung der Hohlräume ist kaum noch möglich. Schließlich entzünden sich auch hier die Schleimhäute.

Nasennebenhöhlenentzündung – akut oder chronisch

Die Nasennebenhöhlenentzündung ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen beim Menschen. Nach Dauer und Verlauf unterscheiden Mediziner zwei Formen:

  • Die akute Nasennebenhöhlenentzündung (schnell und heftig verlaufend) dauert in der Regel nicht länger als zwölf Wochen. Meistens ist sie gut zu behandeln und heilt problemlos wieder aus. Oft wird sie durch einen viralen Effekt, etwa einen vorhergehenden Schnupfen ausgelöst.
  • Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung (langsam entwickelnd und lange andauernd) hält länger an oder wird vom behandelnden Arzt mehr als vier Mal jährlich festgestellt. Meist lösen anatomische Fehlstellungen eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung aus: Entweder ist die Nasenscheidewand  krumm oder Schleimhautwucherungen (Polypen) verringern das Nasenhöhlenvolumen. In beiden Fällen kommt es aufgrund der Verengungen zu einer schlechteren Belüftung der Nasennebenhöhlen und das Sekret kann nicht mehr so gut in Richtung Nase oder Rachen abfließen.

Nasennebenhöhlenentzündung: Druckschmerzen als häufigstes Symptom

Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ähneln die Symptome  zunächst einem gewöhnlichen Schnupfen. Kommen folgende Symptome hinzu, kann sich die Entzündung der Nasenschleimhaut auf die Nasennebenhöhlen ausgeweitet haben:

  • Druckgefühl oder Schmerzen über der Stirn-, im Wangen- Augen- oder Hinterhauptsbereich.
  • Der Schmerz verstärkt sich beim Bücken oder bei Druck auf die schmerzende Stelle.
  • Bei einer schweren Nasennebenhöhlenentzündung kommen eventuell Fieber, Abgeschlagenheit und Schwellungen im Gesichtsbereich hinzu.

 
Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung zeichnet sich meist durch deutlich schwächere Beschwerden aus als die akute Sinusitis. Schmerzen verspüren die Betroffenen schwach bis gar nicht. Typisch für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung sind eine eingeschränkte Nasenatmung, Riechstörungen und ein eitriger Ausfluss.

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann leicht diagnostiziert werden

Eine Nasennebenhöhlenentzündung können Ärzte oft aufgrund der eindeutigen Symptome rasch diagnostizieren. Bestätigung bringt meist schon eine Tast-Untersuchung (Palpation), bei der die schmerzenden Stellen mit den Fingern abgeklopft werden. Sofern nötig, können zusätzlich eine Spiegelung der Nasennebenhöhlen, ein Abstrich des Nasensekrets oder bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung sowie eine Computertomografie (CT) durchgeführt werden. Die Computertomografie wird meist bei Verdacht auf eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung angeordnet, da sie eine eventuell bestehende anatomische Fehlstellung sichtbar macht.

Nasennebenhöhlenentzündung: Behandlung mit Nasenspray oder operativ

Die Behandlung  hängt ganz davon ab, wie die Krankheit verläuft. Bei einer akuten Sinusitis genügt in der Regel eine Therapie mit Nasenspray und Dampfinhalationen. Auch pflanzliche Schleimlöser mit dem Wirkstoff Cineol, der etwa in Eukalyptus und Salbei vorkommt, oder mit Myrtol können die Beschwerden lindern.

Menschen mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sollten zu entzündungshemmenden Nasensprays mit Kortison greifen. Zeigt diese Maßnahme keine Wirkung, kann langfristig gesehen eine Operation die Beschwerden lindern. Das ist manchmal der Fall, wenn beispielsweise besonders große Nasenpolypen der Grund für die Sinusitis sind.

Mögliche Komplikationen bei der Nasennebenhöhlenentzündung

Wird eine langanhaltende Nasennebenhöhlenentzündung nicht richtig behandelt, kann sich die Entzündung weiter in die umliegenden Regionen ausbreiten. Das kann die Augen, aber auch die Gehirnhaut (Meningitis) oder das ganze Gehirn (Enzephalitis) betreffen. Warnsymptome für eine Entzündung des Gehirns sind starke Kopfschmerzen und eine übermäßige Müdigkeit. Hier sollten Erkrankte sofort eine Klinik aufsuchen, da es zu Komplikationen wie einer Gehirnschwellung oder dauerhaften Krampfanfällen kommen kann.

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