Schnupfen (Rhinitis)

Es gibt viele verschiedene Ursachen für einen Schnupfen (Rhinitis). Oft steckt eine Erkältung oder Allergie dahinter, manchmal kann er sich über längere Zeit hinziehen und wird chronisch. Mit Nasensprays und Hausmitteln lassen sich sowohl akute als auch chronische Schnupfensymptome gut lindern. Lesen Sie hier mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung eines Schnupfens.

Frau im Herbst hat Schnupfen.

Was ist Schnupfen und woher kommt der Schnupfen?

Der Erkältungsschnupfen hat in der kalten Jahreszeit Hochsaison, kann aber auch im Sommer auftreten. Auslöser sind in den meisten Fällen Viren, vor allem die sogenannten Rhinoviren, die über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) oder Kontaktinfektion (Händeschütteln, Anfassen von Türgriffen) übertragen werden. Ein akuter Schnupfen ist in der Regel nach zwei Wochen überstanden. Eine echte Grippe (Influenza) hingegen beginnt sehr plötzlich und geht meist mit schwereren Symptomen einher. Sie wird von Influenzaviren ausgelöst, hohes Fieber und starke Kopf- und Gliederschmerzen sind typische Beschwerden.

Eine weitere Ursache für Schnupfen sind Allergien. Viele plagt im Frühling, wenn Bäume und Gräser blühen, ein Heuschnupfen. Betroffene haben eine ständig juckende und laufende Nase und tränende Augen. Es ist möglich, dass die Beschwerden von Hautausschlag und Atemnot begleitet werden.

Niesen in Orkanstärke – Schnupfen verbreitet sich schnell

Im Herbst kommen die Orkane: draußen wehen sie die Blätter von den Bäumen, drinnen verteilen sie Schnupfenviren. Heftige Niesattacken erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometer, das ist Orkanstärke1. Krankheitserreger werden so mehrere Meter in der Umgebung verteilt. Das ist die einfachste Möglichkeit für Viren, von einer Nase zur nächsten zu gelangen.

Schnupfen- Symptome

Bei einem Schnupfen ist die Nasenschleimhaut entzündet und produziert vermehrt Sekret, um die Nase zu reinigen und die Erreger aus der Nase zu schwemmen. Nach wenigen Tagen wird das Sekret meist zähflüssig und die Schleimhäute schwellen durch die Entzündung an; die Nase verstopft und das Atmen durch die Nase fällt schwer. Der Niesreiz ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers: mit dem Ausniesen von Nasensekret werden auch die Erreger aus der Nase entfernt. Zu den Niesattacken kommen Symptome wie eine laufende oder zugeschwollene Nase, Halsschmerzen, Husten, Kopfweh und Abgeschlagenheit hinzu.

Mögliche Komplikationen bei Schnupfen

Der zähflüssige Nasenschleim stellt ein Problem dar, wenn er wegen geschwollener Schleimhäute nicht richtig abfließt. Es entsteht ein Rückstau, der schließlich bis in die Nebenhöhlen reicht, so dass eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entstehen kann. Die wichtigste Maßnahme bei einem Schnupfen ist deshalb, die Schleimhäute zum Abschwellen zu bringen.

Wie kann man Schnupfen vorbeugen?

Häufiges Händewaschen ist die beste Methode, Schnupfenviren aus dem Weg zu gehen. Weiterhin kann man sein Immunsystem mit einer gesunden Ernährung und viel Bewegung stärken. Hier erfahren Sie, was Sie sonst noch tun können, um einem Erkältungsschnupfen vorzubeugen.

Wenn Schnupfen chronisch wird

Bei häufiger Reizung der Nasenschleimhaut, beispielsweise durch eine hohe Staubbelastung oder häufige Erkältungen, kann ein Schnupfen chronisch werden. Oftmals ist die Schleimhaut in den Nebenhöhlen ebenfalls entzündet, in diesem Fall spricht man von einer Rhinosinusitis. Weitere Auslöser für einen chronischen Schnupfen sind anatomische Veränderungen der Nasenscheidewand, in der Nase steckende Fremdkörper (häufig bei Kindern) oder Polypen.

Bei chronischem Schnupfen ist die Schleimhaut dauerhaft entzündet. Die Nase ist oft auf beiden Seiten verstopft, das Nasensekret ist schleimig und farblos bis gelblich. Die Betroffenen müssen sich häufig räuspern oder husten, um sich vom Schleim zu befreien, der sich im Rachen ansammelt. Die Behandlung eines chronischen Schnupfens richtet sich nach der Ursache. Ob ein Kortison-Nasenspray, Antibiotika (nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, der sogenannten Superinfektion) oder eine Operation nötig ist, entscheidet der HNO-Arzt nach seiner Diagnose.

Schnupfen behandeln: Nasenspray und Hausmittel

Schnupfenviren kann man nicht bekämpfen, sondern lediglich die Symptome lindern. Vor allem die geschwollene Nasenschleimhaut schränkt das Wohlbefinden ein: das Essen schmeckt nach nichts und das Atmen durch die Nase ist nahezu unmöglich, vor allem nachts. Viele behandeln sich mit freiverkäuflichen Arzneimitteln selber oder nutzen Hausmittel, um die Beschwerden zu verbessern. Ein Überblick über die häufigsten Behandlungsmethoden bei Schnupfen:

  • Nasenspray oder Nasentropfen mit abschwellenden Wirkstoffen (z.B. Xylometazolin) helfen schnell und sind einfach in der Anwendung. Weil sich die Nasenschleimhaut an den Wirkstoff gewöhnt, dürfen sie nur maximal eine Woche benutzt werden. Mehr Informationen zur Behandlung mit Schnupfenspray finden Sie hier.
  • Inhalation und Nasenspülungen sind beliebte Hausmittel. Mit beiden Methoden kann die Nasenschleimhaut befeuchtet werden. Inhalieren mit ätherischen Ölen oder Kamille als Zusatz kann wohltuend sein, für Nasenspülungen wird eine isotonische Salzlösung verwendet. Mit einem Meerwasser- Nasenspray lassen sich die Schleimhäute ebenfalls ganz natürlich befeuchten, dazu wirkt es noch sanft abschwellend und es tritt kein Gewöhnungseffekt ein.
  • Bei allergischem Schnupfen wird oft Kortison-Spray Die Wirkung tritt meist erst nach einigen Tagen ein. Kortison-Nasensprays können über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
  • Sekretolytika wirken schleimlösend und abschwellend. Die pflanzlichen Präparate gibt es in großer Auswahl in der Apotheke.

Hochziehen oder Schnäuzen – Was ist besser?

Das Taschentuch ist der ständige Begleiter eines jeden Schnupfengeplagten. Doch es gibt immer wieder Meldungen, dass das Ausschnäuzen von Schnupfensekret die Erreger in die Nebenhöhlen drückt und dort für weitere Infektionen sorgt. Ist Hochziehen also besser? Gesellschaftsfähig ist es auf jeden Fall nicht, und gesünder auch nicht. Beim Nasehochziehen kann das Nasensekret die Nebenhöhlen verkleben und für Kopfschmerzen oder Nasennebenhöhlenentzündung sorgen. Ausschnäuzen kann aber einen ähnlichen Effekt haben. Vorsichtiges, mit geringem Druck ausgeübtes Schnauben ist am besten, dabei die Nasenlöcher im Wechsel schnäuzen.

Schnupfen bei Babys, Kindern und Schwangeren

Für die Schnupfenbehandlung von Babys, Kindern oder Schwangeren gelten besondere Anforderungen. Babys und Kleinkinder leiden deutlich häufiger und meist auch heftiger unter Schnupfen als Erwachsene. Das ist ganz normal –  Kinder sind anfälliger für die Schnupfenviren, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Auch und kommen beispielsweise in der KITA in engen Kontakt zu anderen Kindern. So verbreiten sich Infektionen schnell. Außerdem sind die Atemwege bei Kindern noch im Wachstum. Sie sind eng und schwellen schnell zu, weswegen Kinder häufig unter Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen leiden. Medikamente sollten bei Kindern nur sparsam und nach Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden. Vorsicht ist bei abschwellendem Nasenspray und ätherischen Ölen geboten. Vor allem für Babys können hohe Konzentrationen von abschwellenden Wirkstoffen gefährlich werden. Besser ist es, ein Meerwasserspray oder Meerwassertropfen zu verwenden. Sie sind gut verträglich und praktisch nebenwirkungsfrei. Mentholhaltige ätherische Öle können in den ersten Lebensjahren zu Atembeschwerden und Erstickungsanfällen führen.

Auch Schwangere sollten bei Schnupfen mit der Einnahme von Medikamente vorsichtig sein. Wichtig ist, sich bei einer Infektion intensiv zu schonen und mit bewährten Hausmitteln versuchen, die Schnupfensymptome zu bessern. Wenn die Nase stark angeschwollen ist, kann für einige Tage ein abschwellendes Nasenspray verwendet werden. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel über Schnupfenbehandlung in Schwangerschaft und Stillzeit.

Wissenswert:

Wie viele Jahre Schnupfen hat jeder im Laufe seines Lebens?
Jeder Erwachsene verbringt mehrere Lebensjahre mit Schnupfen. Die Berechnung: Durchschnittlich zwei- bis fünfmal erwischt ein Schnupfen einen Erwachsenen. Wenn man von einer Lebenserwartung von 80 Jahren und drei Erkältungen im Jahr ausgeht, die je eine Woche dauern, kommt man auf 240 Wochen Schnupfen. Das sind vier Jahre und sieben Monate Schnupfen im Laufe eines Lebens.

1 www.tk.de

Hier finden Sie weitere Infos:

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