Nasentumore: Gutartige und bösartige Tumoren in der Nase und auf der äußeren Nase

Tumoren können sowohl in der Nase, also in den Nasenhaupt- oder Nebenhöhlen, auftauchen, als auch die äußere Haut der Nase betreffen. Weiterhin können sie gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Der Unterschied: Gutartige Tumore sind in der Lage stark zu wachsen. In der Regel verdrängen sie dabei aber nur Gewebe und bilden keine Tochtergeschwüre (Metastasen) aus. Bösartiger Krebs hingegen behindert benachbartes Gewebe beim Wachstum und ist noch dazu in der Lage, sich im Körper durch Metastasen auszubreiten.

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Nasentumor: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gutartige Nasentumore der Haut sind das Rhinophym (Knollnase) und der Nasenfurunkel.
  • Basaliom, Spinaliom und Melanom sind bösartige äußere Nasentumoren, die sich durch sichtbare Hautveränderungen zeigen.
  • Auch innere Nasentumore werden in gut- und bösartig unterschieden.
  • Hauptsymptome für Nasentumoren in der Nase:
    Druckschmerzen, Behinderte Nasenatmung, Riechstörungen, Nasenbluten und Kopfschmerzen
  • Nasentumoren aller Art müssen fast immer operativ entfernt werden.
  • Je früher die Tumoren erkannt und behandelt werden, desto besser stehen die Heilungschancen.

Übersicht

Nasentumoren der äußeren Nase:

Nasentumoren der äußeren Nase – Ursachen, Diagnose und Behandlung von Rhinophym, Basaliom und Melanom

Frau beugt mit Sonnencreme einem Basaliom an der Nase vor.

Die Nase befindet sich in einer äußerst sonnenexponierten Lage, das heißt, im Lauf des Lebens ist sie viel Sonnenstrahlung ausgesetzt. UV-Strahlen sind die Hauptursache für alle Arten von Hauttumoren, egal ob gutartig oder bösartig. Deswegen ist der beste Schutz vor Hautveränderungen ein effektiver Sonnenschutz. Sobald Veränderungen der äußeren Nasenhaut auftreten, sollte ein Hautarzt konsultiert werden. Je früher eine Erkrankung behandelt wird, desto höher ist die Chance auf Heilung.

Gutartige Hautveränderungen und entzündliche Erkrankungen der äußeren Nase

Das Rhinophym und der Nasenfurunkel sind die beiden häufigsten gutartigen Veränderungen der äußeren Nase. Sie lassen sich in der Regel gut behandeln, dazu ist eine ärztliche Rücksprache aber erforderlich.

Rhinophym

Das Rhinophym ist die häufigste gutartige Hautveränderung der äußeren Nase. Die Nase erscheint vergrößert und knollenartig, daher wird sie im Volksmund auch als „Knollnase“ oder fälschlicherweise als „Säufernase“ bezeichnet. Die Nasenhaut ist gerötet und weist tiefe Hautporen auf, die Blutgefäße sind erweitert. Betroffen sind fast ausschließlich ältere Männer. Ein Rhinophym ist eine harmlose Erkrankung, die vergrößerte Nase kann jedoch das eigene Wohlbefinden deutlich einschränken.

Nasentumor: Mann mit Rhinophym
Die knollartige Vergrößerung der Nase ist typisch für ein Rhinophym. M. Sand, D. Sand, C. Thrandorf, V. Paech, P. Altmeyer, F. G. Bechara / PMID 20525327 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20525327?dopt=Abstract

Rhinophym: Ursache und Symptome

Ein Rhinophym tritt meist im Rahmen einer Rosazea auf. Diese entzündliche Hautveränderung entsteht häufig im mittleren Lebensalter und zeichnet sich durch eine gerötete Haut und erweiterte Blutgefäße im Gesicht aus. Die Gesichtshaut bei einer Rosazea ist äußerst sensibel und reagiert stark auf Hautpflegepräparate und Medikamente. Bei schwereren Formen bilden sich zusätzlich zu den Rötungen Knötchen und Pickel aus, Bindegewebe und Talgdrüsen wuchern stark. Dies ist auch der Grund für das Rhinophym: Ein übermäßiges Wachstum der Talgdrüsen und des Bindegewebes der Nasenhaut verursacht die Verdickung der Nase.

Die Ursache für eine Rosazea ist noch nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich steckt eine Überreaktion des Immunsystems dahinter, möglicherweise gegen die auf der Haut lebende Haarbalgmilbe (Demodex folliculorum). Als weitere Ursachen werden die Schädigung der Gesichtshaut durch Sonnenstrahlung sowie genetische Faktoren ausgemacht.

Rhinophym: Behandlung

Das Rhinophym wird durch einen chirurgischen Eingriff behandelt. Mit Hilfe eines Lasers, eines Skalpells oder durch Abschleifen werden die übermäßigen Wucherungen entfernt. Wenn die Wunde nicht spontan verheilt, kann ein Hauttransplantat nötig sein. Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline helfen meist gut gegen eine Rosazea mit Rhinophym, allerdings machen sie die Haut äußerst lichtempfindlich. Das Medikament Isotretinoin, ein Abkömmling der Vitamin-A-Säure, kann ebenfalls zur Behandlung eines Rhinophyms eingesetzt werden. Es darf nicht gleichzeitig mit einem Antibiotikum verabreicht werden.

Betroffene sollten außerdem Alkohol und scharfen Speisen entsagen, da diese die Rötungen im Gesicht noch weiter verschlimmern. Auch starke Sonnenstrahlung und Stress verschlechtern die Symptome und sollten vermieden werden. Für die Hautpflege gibt es spezielle Produkte, zum Teil auch mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie dem Antibiotikum Metronidazol oder dem Schälmittel Azelainsäure.

Nasenfurunkel

Bei einem Nasenfurunkel besteht eine tiefsitzende, schmerzhafte Entzündung an der äußeren Nase oder im Naseneingang. Die Ursache ist meist eine bakterielle Infektion (mit Staphylokokken) eines Haarbalgs (Teil der Haarwurzel) oder eines Pickels.

Nasenfurunkel: Symptome und Behandlung

Symptome für einen Nasenfurunkel sind Druckschmerzen, eine lokale Rötung und eine Schwellung, die einen eitrigen Pfropf in der Mitte aufweist. Dazu kann Fieber auftreten. Ein Furunkel muss konsequent mit einem hoch dosierten Antibiotikum behandelt werden, entweder in Tablettenform oder als Spritze, denn es besteht die Gefahr, dass sich die Staphylokokken über die Blutbahn in den Kopf ausbreiten und zu Komplikationen führen. Lebensgefährliche Erkrankungen wie eine Venenentzündung, eine Thrombose im Gehirn oder eine Hirnhautentzündung können die Folge sein. Aus diesem Grund dürfen Betroffene auch niemals selber einen Furunkel ausdrücken.

Antibiotische Salben, Sprechverbot und das Essen von ausschließlich breiiger oder flüssiger Kost können zusätzlich nötig sein, wenn der Furunkel sehr groß ist. Denn die Oberlippe sollte möglichst still gehalten werden, damit sich die Infektion nicht weiter verschleppt.

Link-Tipp:

Was sind die Ursachen für einen Nasenfurunkel und worin unterscheidet er sich von einem Pickel? Ausführliche Informationen finden Sie im Artikel Nasenfurunkel.

Bösartige Tumoren der äußeren Nase

Bösartige Tumoren der Haut werden in weißen und schwarzen Hautkrebs eingeteilt. Zum weißen Hautkrebs gehören das Basaliom und das Spinaliom, das maligne Melanom wird dem schwarzen Hautkrebs zugeordnet. Alle drei Hauttumor-Arten können auf der Nase auftreten.

Wissenswert: Risikofaktoren für Hautkrebs

Die Nase gehört zu den Sonnenterassen des Körpers. Auf diese Stellen trifft ein Leben lang eine hohe Dosis an UV-Strahlen, welche als Hauptverursacher von Hautkrebs gelten. Die gesamte UV- Bestrahlung während des Lebens ist entscheidend für die Entwicklung von weißem Hautkrebs, bei einem Melanom fällt vor allem die UV-Belastung der Kindheit ins Gewicht.

Steigende Erkrankungszahlen in den letzten Jahrzehnten lassen sich vor allem auf zwei Faktoren zurückführen: Eine gesteigerte Lebenserwartung und die gebräunte Haut als Schönheitsideal. Sonnenstrahlung tut dem Körper und der Seele gut und ist unerlässlich für die Bildung von Vitamin D. Die Strahlen können aber auch Hautkrebs auslösen, indem sie das Erbgut der Hautzellen nachhaltig schädigen – dabei sind die Anzahl der Sonnenbrände und die Lebensdosis an UV- Strahlung die wichtigsten Faktoren.

Immerhin wissen heute immer mehr Eltern, wie wichtig es ist, auf einen konsequenten Sonnenschutz für ihre Kinder zu achten. Diese Entwicklung wird sich aber erst in einigen Jahren an der (hoffentlich) sinkenden Zahl der Melanom-Neuerkrankungen bemerkbar machen.

Das Hautkrebsrisiko lässt sich am besten durch einen vorsichtigen Umgang mit der Sonne vermindern. Der Sonnenschutz sollte niemals vernachlässigt werden, denn die Haut vergisst nie.

Basalzellenkarzinom/Basaliom der Nase

Das Basaliom, auch Basalzellenkarzinom genannt, ist ein halb bösartiger (semimaligner) Tumor der Haut. Es findet sich am häufigsten auf den Bereichen des Gesichts, die besonders stark der Sonne ausgesetzt sind, wozu auch die Nase zählt. Basaliome wachsen aggressiv in das umgebende Gewebe ein und zerstören es; sie bilden aber nur sehr selten Tochtergeschwüre (Metastasen). Daher kommt die Bezeichnung ‚halb‘ bösartig. Vor allem hellhäutige, ältere Menschen sind betroffen.

Basaliom der Nase: Ursachen und Symptome

Basaliome bilden sich aus den Basalzellen der oberen Hautschicht. Basalzellen können sich zu verschiedenen Zelltypen entwickeln, bei einem Basalzellkarzinom mutieren sie zu Krebszellen und teilen sich ungebremst. Da sich der Tumor erst im höheren Alter, an der Sonne besonders exponierten Stellen, bildet, ist wahrscheinlich die UV-Strahlung Hauptursache für ein Basaliom.

Symptome für ein Basaliom

Für gewöhnlich beginnt der Tumor unauffällig zu wachsen:

  • Erst erscheint eine kleine, runde Papel mit einem aufgeworfenen Rand, die nicht zu heilen scheint.
  • Die Papel wächst in den nächsten Monaten langsam, aber kontinuierlich heran,
  • der Rand ist erhaben und weist feine Gefäßerweiterungen auf.

Wenn das Basaliom nicht behandelt wird, wächst es immer weiter und zerstört dabei alle umgebenden Strukturen. Nase, Augen und Ohren können dadurch schwer beschädigt werden.

Basaliom der Nase: Diagnose und Behandlung

Schon mit dem bloßen Auge kann ein Hautarzt ein Basaliom erkennen. Eine Gewebeprobe (Biopsie) dient zur Bestätigung der Diagnose. Zusätzlich kann eine photodynamische Therapie (PDT) herangezogen werden. Die PDT zeigt, wie weit sich der Hautkrebs ausgebreitet hat. Dafür wird die betroffene Hautpartie mit einer speziellen Creme behandelt und in einem abgedunkelten Raum mit einer sogenannten Wood-Lampe beleuchtet. Das Licht dieser Lampe lässt die mit der Creme angereicherten, erkrankten Hautzellen aufleuchten.

Basaliome werden in den meisten Fällen operativ entnommen. Bei der Operation wird die Haut fünf Millimeter rund um den Tumor mitentfernt, um auch die nicht offensichtlichen Tumorzellen zu beseitigen. Wenn der Tumor schon weit in die Tiefe gewachsen oder groß ist, werden die Ränder der entfernten Haut unter dem Mikroskop nach entarteten Zellen untersucht. Sind noch Tumorzellen vorhanden, wird in einer zweiten Operation nochmals Haut rund um die Tumorstelle entnommen. So wird sichergestellt, dass die Haut tumorfrei ist, was die Rückfallquote mindert.

Kann das Basaliom nicht operiert werden, beispielsweise weil der Patient ein hohes Alter hat oder der Tumor an einer ungünstigen Stelle liegt, kommt zur Behandlung eine Strahlentherapie in Frage. Damit lassen sich ebenfalls gute Ergebnisse erzielen.

Basaliom: Prognose

Die Prognose bei einem Basaliom ist in der Regel sehr gut. Vor allem wenn er früh erkannt wird, kann der Tumor operativ problemlos entfernt werden. Die Gefahr eines Rückfalls, auch an einer anderen Körperstelle, ist aber jederzeit gegeben.

Plattenepithelkarzinom/Spinaliom

Ein Spinaliom, oder Plattenepithelkarzinom, wird zu den hellen Hauttumoren gezählt. Es kommt seltener vor als das Basaliom und tritt gehäuft ab einem Lebensalter von 70 Jahren auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Spinaliome zerstören beim Wachsen umliegendes Gewebe, in circa 20 Prozent der Fälle bilden sie Metastasen in den umgebenden Lymphknoten.

Spinaliom: Ursache und Symptome

Ähnlich wie Basaliome bilden sich auch Spinaliome bevorzugt an Hautstellen, die viel der Sonne ausgesetzt sind. Entscheidend ist, wieviel UV-Strahlung über das gesamte Leben auf die Haut eingewirkt hat. Vor allem Personen, die berufsbedingt der Sonne ausgesetzt sind, beispielsweise Bauarbeiter, haben ein erhöhtes Risiko, ein Spinaliom zu entwickeln. Auch Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder chronischen Hauterkrankungen sind gefährdet.

Symptome für ein Spinaliom

Der Tumor ist schon mit bloßem Auge meist gut erkennbar. Er hat häufig eine knotige Oberfläche mit Verhornungen, die sich nur schwer lösen lassen. Die Stelle erscheint gerötet und schuppig, Schmerzen treten nicht auf. Im Wachstum zerstört das Spinaliom benachbartes Gewebe.

Spinaliom: Diagnose und Behandlung

Zusätzlich zur Blickdiagnose durch einen Hautarzt (Dermatologen) wird meist eine Biopsie der veränderten Haut entnommen. Die anschließende Laboruntersuchung schafft Gewissheit über die Art der Erkrankung. Vor allem große Tumore, ab einem Durchmesser von circa einem Zentimeter, neigen zum Streuen. Deswegen untersucht der Arzt die angrenzenden Lymphknoten gründlich. Findet er geschwollene Lymphknoten vor, ist das ein Anzeichen, dass sich Metastasen gebildet haben. Erhärtet sich der Verdacht durch weitere Befunde, zum Beispiel durch eine MRT-Untersuchung, werden die am Tumor angrenzenden oder sogar alle Lymphknoten im Kopf-Hals-Bereich operativ entfernt (Neck Dissection). So soll eine weitere Ausbreitung des Krebses im Körper verhindert werden.

Die Behandlung eines Spinalioms erfolgt mit einer möglichst vollständigen Entfernung des Tumors. Anschließend kann eine Strahlentherapie der betroffenen Hautstelle nötig sein. Auch eine Chemotherapie kann erfolgen, vor allem wenn sich der Krebs im Körper verbreitet hat. Nach der erfolgreichen Behandlung sind Nachsorgeuntersuchungen in einem Abstand von drei bis sechs Monaten üblich, um mögliche Rezidive (wiederkehrende Tumoren) schnell zu erkennen.

Spinaliom: Prognose

Hautkrebs, vor allem im Gesicht, fällt meistens früh auf. Dementsprechend wird er oft rechtzeitig behandelt. In diesen Fällen ist die Prognose günstig. Wenn sich das Spinaliom schon über eine größere Fläche ausgebreitet und Metastasen gebildet hat, sind die Heilungschancen wesentlich schlechter.

Malignes Melanom

Das maligne Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist seltener als der weiße Hautkrebs, aber deutlich aggressiver. Er neigt stark dazu, Tochtergeschwüre zu bilden. Deswegen ist es wichtig, dass der Tumor früh erkannt und entfernt wird.

Melanom: Ursache und Symptome

Ein malignes Melanom ist ein häufiger Nasentumor.
Ein asymmetrischer Fleck mit unscharfer Begrenzung, mehreren Farbtönen und großem Durchmesser ist typisch für ein malignes Melanom. (Quelle: Laurence Meyer, National Cancer Institute https://visualsonline.cancer.gov/details.cfm?imageid=9247)

Die Ursachen für ein malignes Melanom werden vor allem in einer starken UV-Belastung, insbesondere in der Kindheit, gesehen. Die Neigung zu Hautkrebs kann auch vererbt werden, weiterhin gelten Menschen mit vielen Leberflecken generell als gefährdeter.

Die Tumoren verursachen keine Schmerzen, manchmal können Blutungen oder ein Nässen beobachtet werden. Das Erscheinungsbild der Tumoren ist sehr unterschiedlich und von Leberflecken oft kaum zu unterscheiden. Das Melanom kann schwarz oder braun sein, die Oberfläche kann flach, erhaben oder knotig erscheinen.

Wenn sich ein Muttermal in seiner Form und Farbe verändert, anders als andere Pigmentflecken erscheint und zu jucken beginnt, sollte ein Hautarzt zur Beurteilung hinzugezogen werden.

Symptome für ein Melanom

Weitere Symptome für ein malignes Melanom werden in der sogenannten ABCDE Regel zusammengefasst:

  • Asymmetrisch: Der Pigmentfleck hat eine asymmetrische Form.
  • Begrenzung: Die Ränder des Muttermals sind uneben, rau und unscharf.
  • Color (Farbe): Das Mal hat eine unregelmäßige Farbgebung: es ist an einigen Stellen dunkler, an anderen heller gefärbt.
  • Durchmesser: Ein Durchmesser über fünf Millimeter ist bedenklich.
  • Evolution: Das Mal verändert sich in Größe, Form oder Farbe.

Wenn mindestens zwei der genannten Symptome auf ein Muttermal oder Leberfleck zutreffen, ist der Besuch beim Hautarzt anzuraten.

Nasentumore: ABCDE Regel zur Beurteilung von Melanomen.

Darstellung der ABCDE Regel zur Früherkennung von Hautkrebs. Unten sind Melanome abgebildet, oben im Vergleich Leberflecken und Muttermale. National Cancer Institute via Skin Cancer Foundation

Melanom: Diagnose und Behandlung

Die Behandlung eines Nasentumors durch eine Operation.

Der Hautarzt untersucht verdächtige Pigmentflecke der Haut genau mit einem speziellen Lupeninstrument, dem Dermatoskop. Findet er eine verdächtige Stelle, wird er die Entnahme des auffälligen Muttermals vornehmen. Eine Laboruntersuchung zeigt, ob es sich um ein Melanom handelt.

Auch auf Metastasen wird der Arzt untersuchen. Wenn das Melanom in die Tiefe der Haut gewachsen ist, besteht die Gefahr, dass es einen Zugang zur Blut-oder Lymphbahn gefunden hat und sich Ableger ausgebreitet haben. Als erstes werden benachbarte Lymphknoten auf Schwellungen abgetastet und mit dem Ultraschall untersucht. Mögliche Geschwüre in der Lunge lassen sich mit einer Röntgenaufnahme erkennen.

Ein Melanom wird als erstes vollständig und gründlich in einer Operation entfernt, dabei wird auch gesunde Haut in einem Umkreis von ein bis zwei Zentimetern mitentfernt. Die weitere Behandlung entscheidet sich nach dem Tumortyp: Ist er besonders groß oder tief gewachsen, wird häufig eine Immuntherapie mit Zytokinen (Interferon-alpha) erfolgen. Diese immunwirksamen Eiweiße regen das Immunsystem an, die noch im Körper befindlichen Tumorzellen aufzuspüren und zu bekämpfen. Sind Metastasen identifiziert worden, werden benachbarte Lymphknoten entfernt. Manchmal ist die komplette Entfernung aller Lymphknoten im Kopf und Hals nötig. Strahlen- oder Chemotherapie können zusätzlich erforderlich sein.

Melanom: Prognose

Wie auch bei den anderen Hautkrebsarten gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Entscheidend ist, in welchem Stadium sich der Hautkrebs befindet. Wenn Metastasen in anderen Organen auftreten, ist eine vollständige Heilung nahezu unmöglich. Eine regelmäßige Nachsorge ist äußerst wichtig.

Hautkrebs vorbeugen

Jeder kann sein Hautkrebsrisiko senken. Dazu sollte die Sonneneinstrahlung soweit wie möglich reduziert werden. Sonnenschutz in Form von Sonnencremes und langer Kleidung sind unbedingt nötig. Vor allem bei Kindern muss auf einen guten Sonnenschutz geachtet werden: Jeder Sonnenbrand, vor allem in der Kindheit, erhöht das Risiko auf schwarzen Hautkrebs! Weiterhin kann sich jeder Mensch selbst regelmäßig auf auffällige Hautstellen untersuchen. Ein Screening auf Hautkrebs beim Hautarzt wird ab einem Alter von 35 Jahren von den Krankenkassen übernommen und sollte unbedingt wahrgenommen werden.

Nasentumoren der inneren Nase

Nasentumoren der inneren Nase; Risikofaktoren, Symptome, Behandlung und Diagnose

Mann sägt Holz bei der Arbeit: Das Risiko auf Tumoren in der Nase beim ständigen Einatmen von Holzstaub steigt.

In der inneren Nase sowie in den Nasennebenhöhlen können gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Tumoren vorkommen. Tumoren der inneren Nase bleiben oft lange unerkannt, denn sie können in die Hohlräume der Nasennebenhöhlen einwachsen, ohne dass Beschwerden entstehen.

Ob es sich bei einem Nasentumor um eine gutartige oder bösartige Wucherung handelt, entscheidet ein Arzt anhand verschiedener Untersuchungen (Gewebe- oder Blutprobe). Die Symptome für Nasentumoren sind nahezu identisch, unabhängig davon ob es ein benigner oder ein maligner Tumor ist.

Symptome für einen Nasentumor der inneren Nase

Frühe Symptome eines Tumors der inneren Nase und der Nasennebenhöhlen ähneln denen einer Nasennebenhöhlenentzündung: Druckgefühl in den Nebenhöhlen, eine behinderte Nasenatmung und Schmerzen im Gesicht.

Wenn der Tumor weiter fortgeschritten ist, können folgende Symptome hinzukommen:

  • Blutiges Nasensekret, Nasenbluten (Epistaxis)
  • Riechstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwellungen
  • Zahnlockerungen
  • Ohrenschmerzen
  • Sehstörungen, Auftreten von Doppelbildern

Die Symptome variieren, je nachdem, wo der Tumor lokalisiert ist. Wenn er auf die Augenhöhlen drückt, treten dort auch Beschwerden auf, ein Augapfel kann beispielsweise hervor gedrückt werden.

Gutartige Nasentumoren: Papillom, Osteom und ossifizierendes Fibrom

Drei gutartige Tumortypen sind in der Nase besonders verbreitet. Da sie unterschiedlichen Ursprungs sind, unterscheiden sich die Ausbreitung und die Behandlungsmöglichkeiten ebenfalls. Nur die Symptome sind nahezu gleich.

Osteom

Bei einem Osteom handelt es sich um einen langsam wachsenden, gutartigen Knochentumor. Er entsteht häufig in den Nasennebenhöhlen, vor allem im Siebbein und der Stirnhöhle. Osteome verursachen erst ab einer bestimmten Größe Symptome wie Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl. Mit einer Computertomographie (CT) lassen sich Osteome nachweisen. Sie müssen operativ entfernt werden.

Ossifizierendes Fibrom

Bei einem ossifizierenden Fibrom handelt es sich um eine knochenähnliche Gewebsneubildung, die aus dem Bindegewebe hervorgeht. Sie tritt vor allem an den Kieferknochen, aber auch im Bereich der Nasennebenhöhlen auf. Im Unterschied zum Osteom können die Gesichtsknochen großflächig befallen sein, es kann zu deutlichen Asymmetrien im Gesicht (beispielsweise einseitige Schwellungen) kommen. Die operative Entfernung gilt als schwierig, Patienten neigen oft zu Rückfällen (Rezidiven).

Papillom

Bei Papillomen handelt es sich um gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Sie treten, im Gegensatz zu Polypen,  einseitig auf, weshalb auch die Symptome nur einseitig auftreten. Der Tumor verdrängt angrenzendes Gewebe beim Wachstum, außer es handelt sich um ein invertiertes Papillom. Dies zerstört umgebendes Gewebe, die Gefahr einer malignen Transformation besteht (Tumor wird bösartig). Papillome müssen operativ entfernt werden, Betroffene leiden aber häufig unter Rückfällen. Als Auslöser für Papillome gelten Viren, zum Beispiel das humane Papillomvirus (HPV), oder mechanische Reizungen der Schleimhäute.

Behandlung von gutartigen Nasentumoren

Diese gutartigen Nasentumore breiten sich nicht weiter im Körper aus und zerstören kein Gewebe. Trotzdem müssen sie meistens entfernt werden, da sie stark wachsen können und von Symptomen wie einer behinderten Nasenatmung oder Kopfschmerzen begleitet werden.

Problematisch wird es, wenn Nasentumore auf Nerven drücken oder in die Umgebung einwachsen, zum Beispiel in die Augenhöhle. Dadurch können Asymmetrien im Gesicht entstehen, ein Augapfel kann hervorgedrückt werden oder es können Sehstörungen wie beispielsweise Doppelbilder auftreten.
  • Kleinere Osteome lassen sich endoskopisch durch die Nase heraus operieren. Das Endoskop, ein dünnes Instrument, ausgestattet mit Kamera und Licht, wird dabei parallel mit den Operationsinstrumenten durch die Nasenlöcher eingeführt. Über die Kamera sieht der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) den zu operierenden Bereich und kontrolliert die Instrumente. Dieses minimalinvasive Operationsverfahren senkt das Risiko unbeabsichtigter Verletzungen im sensiblen Nasenbereich erheblich.
  • Große Osteome müssen durch einen Zugang von außen entfernt werden.
  • Ossifizierende Fibrome lassen sich schwer entfernen, da sie meist an mehreren Stellen entlang des Knochens auftreten. Es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sie nach dem Entfernen wieder neu auftreten.
  • Papillome können meist mikrochirurgisch durch die Nase entfernt werden. Damit sie sich nicht neu bilden, muss die Schleimhaut an der entsprechenden Stelle sorgfältig abgetragen werden.

Bösartige Nasentumoren: Malignome

Nasentumoren können in der Nasenhaupthöhle sowie in den Nasennebenhöhlen wachsen. Unter den Krebserkrankungen sind Nasentumoren selten: Nur ein Prozent der Krebskranken leidet an Tumoren in der inneren Nase. Häufig sind die Kieferhöhle, die Nasenhaupthöhle oder die Siebbeinzellen von Malignomen befallen.

An malignen Nasentumoren erkranken Menschen durchschnittlich im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, es sind doppelt so viele Männer wie Frauen betroffen. Der Grund dafür ist bisher ungeklärt. Malignome werden meistens erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Dies liegt am anatomischen Aufbau der Nebenhöhlen: In den luftgefüllten Hohlräumen können die Tumoren unbemerkt eine gewisse Zeit wachsen. Wenn Symptome auftreten, ähneln sie oft einer (chronischen) Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) – die Tumoren bleiben so unerkannt. Wenn sie diagnostiziert werden, ist das Krebsstadium oft schon fortgeschritten. Eine ungünstige Prognose kann die Folge sein.

In der Nase und den Nasennebenhöhlen kommen hauptsächlich epitheliale Tumoren vor. Dazu zählen:

  • Plattenzellkarzinome, die sich aus dem Epithel (Haut beziehungsweise Schleimhaut) bilden.
  • Adenokarzinome sowie die seltenen adeno-zystischen Karzinome, die aus dem Drüsengewebe der Nasenschleimhaut hervorgehen.
  • Lymphome, die aus den lymphatischen Zellen der Lymphknoten entstehen.

Behandlung von bösartigen Nasentumoren

Plattenepithelkarzinome bilden die größte Gruppe der im Nasenraum vorkommenden malignen Tumorarten, gefolgt von Adenokarzinomen und dem adenoid-zystischen Karzinom. Die Behandlung hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem vom Tumortyp, der Ausdehnung oder von Begleiterkrankungen. Bei einer bösartigen Krebserkrankung ist es wichtig, dass eine interdisziplinäre Behandlung erfolgt. Patienten sollten verschiedenen Spezialisten vorgestellt werden, damit die bestmögliche Therapie für sie entwickelt wird. Jeder Tumor hat individuelle Eigenschaften, auch Vorerkrankungen wie beispielsweise Diabetes, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall müssen in das Therapiekonzept eingebunden werden.

Wenn der Patient operationsfähig ist, erfolgt als erstes eine möglichst vollständige Entnahme des kranken Gewebes, eine sogenannte R0-Resektion. Je nach Größe des Tumors kann endoskopisch durch die Nase oder von außen vorgegangen werden. Wenn große Tumoren entfernt werden müssen, sind zum Teil aufwendige plastische Rekonstruktionen nötig.

Die Folgebehandlung hängt unter anderem davon ab, ob der Nasentumor vollständig entfernt werden konnte. Eine Strahlentherapie kann alleine oder zusammen mit einer Chemotherapie erfolgen. Bei der sogenannten Sandwich-Bestrahlung erfolgen die Bestrahlungseinheiten vor und nach der OP.

Nasentumoren haben nur eine geringe Neigung zu metastasieren. Sobald aber ein Verdacht auf Metastasen besteht, zum Beispiel vergrößerte Halslymphknoten oder ein auffälliger MRT-Befund, erfolgt eine Neck Dissection. Darunter versteht man eine Radikaloperation, bei der alle Lymphknoten im Kopf-Hals-Bereich entfernt werden. Das soll ein weiteres Ausbreiten des Tumors verhindern.

Prognose für Nasentumoren

Krebserkrankungen in der Nase und den Nasennebenhöhlen sind eher selten. Die Prognose hängt stark von der Lokalisation und Ausdehnung des Nasentumors ab. Je weiter fortgeschritten er ist, desto schlechter fällt die Prognose aus. Wird der Tumor schon im Frühstadium entdeckt, sind die Aussichten auf eine Heilung hingegen gut. Die durchschnittliche Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei 30 bis 40 Prozent.1

Risikofaktoren für Malignome im Nasenbereich

Studien haben gezeigt, dass eine über Jahre bestehende chronische Sinusitis das Risiko an einem Kieferhöhlentumor zu erkranken, deutlich erhöht (Faktor 2,3). Tabakkonsum steigert ebenfalls das Risiko für Nasentumoren – sowohl durch Rauchen als auch durch Schnupftabak. Raucher haben ein zwei bis dreifach erhöhtes Risiko für Nasentumoren im Vergleich zu Nichtrauchern (Brinton et. al., 1984).

Weiterhin sind Umwelteinflüsse als Risikofaktoren zu nennen. Menschen, die in der Holzverarbeitung tätig sind, sind durch das ständige Einatmen des Holzstaubs gefährdet, an einem Nasentumor zu erkranken, er gilt als Berufskrankheit. Beschäftigte in der chemischen Industrie, in der Nickel- und Chromverarbeitung sowie in der Gerberei zählen ebenfalls zu den Risikogruppen.

Nasentumor Diagnose: Nasenspiegelung, MRT und Gewebeproben

Bei Symptomen, die auf einen Nasentumor hindeuten, sollte ein Facharzt konsultiert werden. Durch verschiedene Untersuchungsmethoden lässt sich die Art des Tumors feststellen und eine geeignete Behandlung vorschlagen.

Mittels einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) werden die Nasenhöhle und die Nebenhöhlen untersucht. Ein Tumor, der auf der Nasenschleimhaut wächst und in die Hohlräume der Nase hineinragt, lässt sich so gut erkennen. Papillome zeichnen sich durch eine glänzende, maulbeerartige Oberfläche aus. Ab einer gewissen Größe kann der Arzt ein Papillom schon mit bloßem Auge erkennen.

Eine CT (Computertomographie) oder ein MRT (Magnetresonanztomographie) erzeugen Schnittbilder des Schädels, die Aufschluss über die Art, Größe und Ausdehnung des Tumors geben. Das Ausbreiten in benachbarte anatomische Strukturen wie in die Augenhöhle oder in Knochen ist erkennbar. Ein Osteom ist als glatt begrenzte, knochendichte Verformung zu erkennen. Ein ossifizierendes Fibrom hingegen tritt meist an mehreren Stellen auf.

Die Entnahme einer Gewebeprobe vor der Operation dient zur histologischen Untersuchung (Gewebsuntersuchung). Unter dem Mikroskop kann anhand der Zelltypen eine weitere Eingrenzung des Tumortyps vorgenommen werden.

Staging bei bösartigem Nasentumor

Wenn ein bösartiger Nasentumor diagnostiziert wurde, erfolgt ein sogenanntes Staging. Dabei wird der Ausbreitungsgrad des Tumors im Körper untersucht. Mit bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT wird nach Fernmetastasen, beispielsweise in der Lunge oder im Bauchraum, gesucht. Bestimmte Substanzen (Tumormarker), die vom Tumor gebildet werden, können mit Hilfe einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

Der Arzt wird den Hals sorgfältig abtasten, um Lymphknotenvergrößerungen aufzuspüren. Sie deuten darauf hin, dass der Tumor in der Nase Metastasen in den Lymphknoten gebildet hat. Vor allem wenn ein bösartiger Tumor im Wachstum fortgeschritten ist und Anschluss zu den Lymphbahnen gefunden hat, besteht die Gefahr, dass er streut.

1Kurzlehrbuch der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 2. Auflage, Thieme 2012