Die Stinknase:
Ursache, Symptome und Behandlung

Bei der sogenannten Stinknase (Ozäna) verströmt die Nase einen fauligen Geruch, den Betroffene selbst nicht realisieren. Eine intensive Nasenpflege ist wichtig für die Behandlung der Stinknase, in sehr seltenen Fällen ist zusätzlich eine Operation notwendig.

Stinknase: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei der Stinknase bildet sich die Nasenschleimhaut zurück und Bakterien siedeln sich an. Diese verursachen einen unangenehmen, fauligen Geruch.
  • Die Veranlagung zur Stinknase kann man erben. Aber auch die häufige Verwendung von Nasenspray oder Verletzungen der Nasenschleimhaut können zu einer Stinknase führen.
  • Mit einer intensiven Nasenpflege kann eine Stinknase verbessert werden. Auch ein Arzt kann durch verschiedene Behandlungsmethoden helfen.

Übersicht

Was ist eine Stinknase?

Bei der Stinknase verströmt die Nase einen üblen Geruch.

Bei der Stinknase kommt es zu einem Gewebeschwund (Atrophie) der Nasenschleimhaut, der im fortgeschrittenen Stadium sogar einen Rückgang der knöchernen Struktur der Nasenmuschel begünstigen kann. Aufgrund der atrophischen Schleimhaut können sich leichter Bakterien ansiedeln und vermehren. Sie bilden einen schmierigen Belag, der einen faulen, äußerst unangenehmen Geruch verbreitet. Da zusammen mit der Schleimhaut auch die Schleimdrüsen in der Nase zurückgehen, können sie nicht mehr das nötige Sekret bilden, das die Nase im gesunden Zustand feucht hält. Die Folge ist eine starke Austrocknung, die eine Bildung von gelb-grünen bis braunen Borken begünstigt.

Wie entsteht eine Stinknase?

Es gibt zwei Formen der Stinknase: die primäre Ozäna und die sekundäre Ozäna.

Wussten Sie schon?

Die Ursache der primären Stinknase ist vermutlich erblich bedingt und tritt häufig bei Mädchen während der Pubertät auf – weshalb, ist bis dato unklar.

Bei der primären Stinknase bildet sich die Schleimhaut mitsamt der Blutgefäße, Drüsen und manchmal sogar der knöchernen Anteile der Nasenhaupthöhlen zurück. Eine genetische Veranlagung wird als Ursache vermutet.

Die sekundäre Stinknase ist meist Folge eines operativen Eingriffs oder einer anderen Krankheit, die die Nasenschleimhaut angreift oder die Nasenhöhle vergrößert. Folgendes kann eine sekundäre Stinknase begünstigen:

  • Operationen der Nase beziehungsweise der Nasennebenhöhlen: Während einer Operation kann die Schleimhaut beschädigt werden. In der Folge kann sie sich zurückziehen. Möglich ist auch eine Vergrößerung der Nasenhaupthöhle durch den Eingriff, beispielsweise aufgrund der Entfernung eines Tumors. Die anschließenden Luft-Verwirbelungen, die in dem viel zu großen Raum entstehen, trocknen die Schleimhäute daraufhin sehr stark aus. Sie werden anfälliger für Infektionen.
  • Missbrauch von schleimhautabschwellenden Nasensprays: Die abschwellenden Inhaltsstoffe Xylometazolin und Oxymetazolin können aufgrund der Schleimhautschädigung eine Stinknase begünstigen.
  • Verletzung des Naseninneren: Durch Unfälle oder starke mechanische Einwirkungen auf die Nasenschleimhaut kann diese verletzt werden und sich zurückziehen.
  • Tumore und deren Bestrahlung: Tumore können eine Verletzung der Schleimhaut verursachen. Aber auch aufgrund einer Bestrahlungstherapie kann sie sich zurückbilden.

Stinknase: Ursache kann auch der Missbrauch von abschwellendem Nasenspray sein.

Hauptsymptom der Stinknase: Intensiver Gestank, der aus der Nase dringt

Bei der Stinknase gehen beispielsweise aufgrund erblicher Bedingungen Schleimhaut, Geruchsnervenfasern und manchmal auch knöcherne Anteile im Innern der Nase zurück. Dies kann dazu führen, dass sich Keime ansiedeln und vermehren, die einen schmierigen, stinkenden Belag bilden, dessen Geruch von süßlich über faulig bis hin zu aasähnlich beschrieben wird. Doch die Betroffenen selbst können diese Beschreibungen nicht geben, vielmehr sind es die Mitmenschen, die diesen Geruch wahrnehmen.

Von dem Schleimhaut-Rückgang sind ebenso die schleimproduzierenden Drüsen betroffen: Sie können nicht mehr ihrer Aufgabe nachkommen, Flüssigkeit zu produzieren, die einerseits das feuchte Milieu der Nase aufrechterhält und andererseits Fremdkörper, Schmutz und Keime aus der Nase schwemmt. Symptom der Stinknase ist somit Nasensekret, das immer zähflüssiger wird und eine gelb-grüne bis gräulich-schwarze Färbung annimmt. Wird das Sekret richtig fest, entstehen Verkrustungen (Borken), die entweder aus der Nase fallen oder so festsitzen, dass sie die Nasenatmung behindern.

Aufgrund dieser dauerhaften Verstopfung kann der Betroffene teilweise unter Schmerzen in der Nase oder auch einem diffusen Kopfdruck leiden. Weiteres Symptom: Nasenbluten. Dazu kommt es, wenn sich eine Borke nicht von selbst löst, sondern etwa unsanft von einem Finger abgekratzt wird.

Warum kann der Patient selbst seine Stinknase nicht riechen?

Die Geruchsnervenfasern in der Nase werden durch den Schleimhautrückgang in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene können aber auch ansonsten keinerlei Gerüche wahrnehmen, was sich auch auf das Geschmacksempfinden auswirkt.

Diagnose der Stinknase

Der unangenehme Geruch, der aus der Nase des Patienten strömt, ist im Normalfall für den Hals-Nasen-Ohren-Arzt bereits ein Indiz für die vorliegende Krankheit. Gewissheit bringt die Untersuchung mit einem sogenannten Rhinoskop: Das ist ein schlauchartiges Instrument, das der Arzt sanft in die Nase einführen kann. Am Ende ist das Rhinoskop mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet, sodass der Untersuchende die Beschaffenheit des Naseninneren genau inspizieren kann. Liegt eine Ozäna vor, erkennt der Arzt die verfärbten Borken und angegriffene Nasenschleimhaut in der Nasenhöhle. Um herauszufinden, welche Bakterien sich in der Nase angesiedelt haben, kann ein Abstrich durchgeführt oder eine Gewebeprobe zur Untersuchung entnommen werden.

Was kann noch hinter einer Stinknase stecken?

Ein übler Geruch, verbunden mit einem eitrigen Sekret aus der Nase, kann auch andere Ursachen haben. Möglich ist zum Beispiel:

Behandlung der Stinknase

So viel vorab: Eine vollständige Heilung der Stinknase ist oft nicht möglich. Vor allem die genetische Veranlagung als Ursache der Erkrankung kann nicht behandelt werden. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, die das Ausmaß der Stinknase reduzieren und die Symptome erheblich abschwächen können. Um die gewünschten Erfolge zu erzielen, müssen Betroffene ihre Nase intensiv pflegen und regelmäßig zur professionellen Nasen-Reinigung einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.

Behandlung der Stinknase: Das können Betroffene tun

Neben der Behandlung einer Stinknase sollte viel Wasser getrunken werden.

Die wichtigste Aufgabe der Betroffenen im Kampf gegen die Stinknase ist, ihre Nasenschleimhaut so gut es geht feucht zu halten, damit sich diese erholen kann und die entstandenen Verkrustungen aufweichen. Um dies zu erreichen, gibt es eine Reihe von Maßnahmen:

  • Ölhaltige Nasentropfen haben einen besonders pflegenden Effekt, genauso wie natürlich wirksame Nasensprays mit Hyaluronsäure und Dexpanthenol Anzeige.
  • Meersalzsprays Anzeige und Inhalationen oder Nasenduschen mit Salzwasser weichen, wenn Sie regelmäßig angewendet werden, die Verkrustungen in der Nase auf und spülen sie heraus.
  • Spezielle Nasencremes pflegen die Nasenschleimhaut.
  • Zwei bis drei Liter Wasser sollten Betroffene täglich trinken. So werden die Schleimhäute von innen befeuchtet.
  • Trockene Raumluft sollte vermieden Gegen trockenen Heizungsluft helfen mit Wasser gefüllte Schälchen, die auf die Heizung gestellt werden.

Link-Tipp:

Sie möchten Ihrer Nase zusätzlich etwas Gutes tun? Um die Symptome einer Stinknase zu lindern, ist eine intensive, feuchtigkeitsspendende Pflege das A und O. Wie das gelingt, verraten wir Ihnen in unseren Tipps zur Nasenpflege.

Zudem kann sich die Einnahme von Vitamin A und E sowie Zink positiv auf die Schleimhäute im Allgemeinen auswirken. Die in der Nahrung befindlichen Mengen reichen hierbei jedoch nicht aus. Betroffene können zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, da die zusätzlich zugeführte Menge an Vitaminen und Mineralien die Regeneration der Nasenschleimhaut fördern kann. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach der für Sie geeigneten Dosis.

Wer aufgrund eines Missbrauchs von abschwellendem Nasenspray an einer Stinknase leidet, sollte dieses außerdem unter keinen Umständen weiterverwenden, da es sonst nach wie vor die Nasenschleimhaut verletzt und die Borkenbildung begünstigt. In unserer Bildergalerie erfahren Sie, welche Nasenspray-Alternativen Ihnen zur Verfügung stehen.

Behandlung der Stinknase: Das kann der Arzt tun

Mit der Stinknase zum Arzt

Mit einer intensiven Nasenpflege können Sie die Stinknase selbst behandeln. Zögern Sie dennoch nicht, einen Arzt aufzusuchen. Auch wenn Ihnen die Symptomatik peinlich ist: Ein Arzt kennt die Erkrankung und weiß, was Ihnen jetzt hilft.

Hartnäckige Verkrustungen, die den Patienten bei der Atmung stören oder auch Schmerzen verursachen, kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt mechanisch entfernen. Ebenso besteht beispielsweise bei Menschen, die häufig an einer Stinknase leiden, in der Praxis die Möglichkeit, zähes Sekret oder Eiteransammlungen regelmäßig abzusaugen. So können das Ausmaß der Erkrankung, der Geruch sowie die Beschwerden frühzeitig eingedämmt werden.

In extremen Fällen der Stinknase kann dem Betroffenen manchmal nur noch eine Operation helfen. Zwei Eingriffe kommen hier üblicherweise in Frage:

  • Hat sich die Nasenhaupthöhle aufgrund des Gewebe- und Knochenschwundes stark vergrößert, können an dieser Stelle kleine Knorpelstücke eingesetzt werden, die den Nasenraum wieder auf ein normales Maß reduzieren. So soll verhindert werden, dass sich in dem freien Raum geruchsbildende Bakterien ansammeln.
  • Des Weiteren kann ein künstlicher Gang zwischen der Mund- und Nasenhöhle geschaffen werden, der bewirkt, dass Speichel in die Nase gelangt. So wird eine regelmäßige Befeuchtung der Nasenschleimhaut gewährleistet.
Informieren Sie sich bei Ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt über mögliche Behandlungsmethoden.

Stinknase bei Kindern?

Wenn Kindern ein eitriges, übel riechendes Sekret aus der Nase fließt, steckt meist keine Stinknase dahinter. Wahrscheinlicher ist es, dass sich das Kind einen Gegenstand, etwa eine kleine Nuss oder ein kleines Spielzeug, in die Nase gesteckt hat. Nach einiger Zeit in der Nase entzündet sich das Gewebe rund um den Fremdkörper. Jetzt hilft nur noch der Gang zum HNO-Arzt: Mit speziellen Instrumenten kann er das Objekt wieder entfernen.

Hier finden Sie weitere Infos:

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